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ÖRR-Talkshow

Wegen Ampel-Kritik: Miosga mit grüner Politshow gegen Söder

Am Sonntagabend war Markus Söder bei Caren Miosga zu Gast. Die Moderatorin reagierte immer wieder überrascht oder sarkastisch auf Söders Kritik an den Grünen.

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Am Sonntagabend war der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei Caren Miosga in der ARD zu Gast. Die Sendung mit dem Titel „Wie geht Politik in ernsten Zeiten, Herr Söder?“ schlug schnell eine Richtung ein: Miosga versuchte immer wieder, Söders Grünen-Kritik in den Vordergrund zu rücken und den bayerischen Ministerpräsidenten zu Entschuldigungen oder zumindest Zugeständnissen zu drängen.

In der Sendung geht es minutenlang um Angriffe auf Grünen-Veranstaltungen und Demonstrationen. Aber auch verbale Ausfälle werden Söder zur Last gelegt: Dass er auf dem politischen Aschermittwoch der CSU erklärte, „die Grünen machen so viel Mist, die müssen selbst unter die Düngeverordnung fallen“ möchte Miosga dem Ministerpräsidenten zum Verhängnis machen – doch der steht zu seiner Aussage.

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Miosga hakt immer wieder nach: „Sie haben den Grünen Mimosenhaftigkeit vorgeworfen“, erklärt sie beispielsweise und verweist damit auf zwei grüne Kreisverbands-Mitgliedern, die sich als ehrenamtliche Politiker jetzt „von Ihnen beschimpft und ausgeschlossen fühlen.“

Miosga: „Freunde, so geht das nicht“

Doch Söder stellt klar, er habe mit dieser Aussage Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gemeint, in Bayern würde jeder polizeilich und gesetzlich geschützt. Doch Miosga zündelt weiter: „Die beiden Herren fühlen sich ja sehr deutlich von ihnen nicht geschützt“, behauptet die Moderatorin.

Es bleibt nicht die einzige Situation, in der die ehemalige Tagesthemen-Sprecherin Partei für die Grünen ergreift und Söder zu einer Stellungnahme bewegen möchte. Als Söder den Ausstieg aus der Kernenergie und dessen „willkürlichen Zeitpunkt“ sowie das „unglückliche Heizungsgesetz, das Milliarden verschlingt“ kritisiert, belächelt Miosga den CSU-Politiker nur.

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Söders Auslassungen über eine enttäuschende Grünen-Partei, die der „ideologische Kern der Ampel“ sei und deswegen künftig nicht mehr in der Regierung sitzen sollte, verfolgt die Moderatorin ebenfalls mit erhobenem Haupt und sarkastischem Lächeln. „Dass jetzt ausgerechnet die Grünen so attackiert werden, da müssten Sie doch als Landesvater auch vielleicht sagen: ‚Freunde, so geht das nicht‘“, fordert Miosga wenig später.

Obwohl Söder es als unangebracht ansah, die grüne Ministerin Steffi Lemke mit der Frau des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker zu vergleichen, fordert Miosga mehr: „Könnten Sie dezidiert auch mal sagen: Ich möchte nicht, dass die Grünen-Veranstaltungen von Randalierern und Protestierern gestört werden?“, drängt die ARD-Journalistin fast schon fanatisch weiter – Söder antwortet mit einem simplen „Ja“.

„Moralkodex“ für Söder

Aber Miosga möchte den bayerischen Ministerpräsidenten weiter ausquetschen: Als Joker wird dann die Cannabis-Legalisierung thematisiert, der Söder vermeintlich positiv gegenüberstehen soll. Der Ministerpräsident widerspricht. Beim Cannabis „sind sie alle high vor Freude“, wirft Söder der Regierung vor. „Meine Position ist da ganz klar“, sagt Söder – Miosga zieht die Augenbrauen hoch und wirft Söder vor, gegen die Grünen zu wettern, aber das sei „ja nicht neues“.

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Nachdem Söder „Kiffer-Freunden“ empfiehlt, nach Berlin zu ziehen, gibt Miosga nur einen sarkastischen Laut von sich und fügt ein abwertendes „okay“ hinzu. Es ist erstaunlich, in welcher Fülle die Sendung Videomaterial gesammelt hat, um dem bayerischen Ministerpräsidenten seine Vergehen unter die Nase zu reiben.

Aussagen, vom politischen Aschermittwoch, Interviews, die Söder schon vor Jahren gab und Situationen, wie die Demonstration mit 300 Teilnehmern in Hirschaid, werden dem CSU-Politiker zur Last gelegt. Weil das nicht funktioniert, zeigt sich Miosga mit abwertender Haltung, wenn Söder die Regierung kritisiert.

Doch Miosga, die pro Sendung eine Gage von 19.000 Euro erhält, ist nicht alleine: Zu Hilfe eilen der Moderatorin zwei weitere Gäste: Die Zeit-Journalistin Mariam Lau und die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach flankieren Miosga und unterstützen sie tatkräftig, wenn es darum geht, die Regierungspolitik zu verteidigen.

Das Muster: Kritik ist unerwünscht und wird immer wieder auf Versäumnisse von Söder zurückgeworfen. Genervt schlägt Söder letztlich vor, die Lau und Reuschenbach mögen ihm einen „Moralkodex“ zukommen lassen, den er dann auswendig lernen kann.

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