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WDR-Moderator positioniert sich offen gegen die Demokratie

Der WDR-Satiriker Jean-Philipe Kindler macht ein Instagram-Video, in dem er sich über die Demokratie an sich lustig macht - und keinen Zweifel an seiner Position lässt.

Jean-Philippe Kindler ist links. Daraus hat er nie ein Geheimnis gemacht. Immerhin war er einst in der Links-Partei aktiv und arbeitete mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung zusammen. Er arbeitet aber auch für den WDR und produziert dort gleich mehrere Formate. Nicht als Journalist, sondern als Satiriker. So bezeichnen sich im Öffentlich Rechtlichen immer die, die ihre zwangsfinanzierte Plattform für politisch-aktivistische Zwecke auszunutzen. Satire ist ein Mittel, um politische Indoktrinierung zu tarnen. Lustig ist Kindler nicht, er hält sich höchstens dafür. Und Jean-Philippe Kindler findet die Demokratie faschistisch. Eine Ansicht bei der ihn eigentlich nicht mal mehr die Satire-Grauzone noch retten können sollte. 

Seine Ansichten zur Demokratie muss man nicht zwischen den Zeilen herauslesen. Man muss auch nicht in Bars lauern, bis er im betrunkenen Zustand verhängnisvolle Stammtischreden hält. Stattdessen setzt er sich selbstgefällig vor die Kamera und sagt es frei heraus – nur eben „satirisch“. „Das Thema Demokratie, es ist so dumm man muss einmal was dazu sagen“, beginnt er das Video, das er vergangene Woche auf Instagram gepostet hat. „Ich liebe die Demokratie, ich bin natürlich Demokrat. Ist doch klar, weil ich finde es richtig geil, dass ich mir alle vier Jahre aussuchen darf, ob der Kapitalismus jetzt von Nazis oder Schwiegernazis betrieben wird. Find ich gut.“

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„Und den Nazis ihre erste Regierungsbeteiligung geschenkt haben.“

Ja gut, wo soll man da anfangen. Vielleicht damit, dass einfach nur das Gegenteil zu sagen von dem was man meint, noch keine gute Ironie und schon gar nicht automatisch lustig ist.

Und dass die These „Alles was man in Deutschland wählen kann, sind unterschiedliche Abwandlungen von Nazis“, etwas ist, was man zumindest erläutern sollte. Aber geht weiter im Video. Kindler hat es auf Merz abgesehen, die Hölle in Person, in seinen Augen. Er spielt auf dessen jüngste Aussage an, mit der Merz die Möglichkeit einer CDU-AfD-Koalition auf Kommunalebene zur Diskussion stellte. Kindler findet, die CDU sei dahingehend konsequent, „denn es waren ja auch 1933 die Bürgerlich-Konservativen, die in Thüringen zum ersten Mal auf Landesebene mit der NSDAP koaliert haben und den Nazis ihre erste Regierungsbeteiligung geschenkt haben.“ Ja, damit ist ja im Grunde alles gesagt. Wobei, nicht ganz – mit folgenden elegant-eloquenten Worten, fand dieses Video aus der Hölle sein Ende: „Ganz ehrlich, es würde mich nicht nicht wundern, wenn man in Friedrich Merz‘ Hose auch nur einen Hoden finden würde.“

Wahre Verfechter der demokratischen Werte sollen Sozialisten sein

Also fassen wir kurz das Weltbild von Kindler zusammen: Alle Parteien, die zur Bundestagswahl antreten sind Nazi. Was er jetzt genau gegen die arme Demokratie hat, erklärt er nicht so genau. Nur, dass sie ja auch die Armen diskriminieren würde. Sein Gedankengang geht so: Menschen, die den ganzen Tag auf dem Bau arbeiten, haben – wenn sie abends erledigt nach Hause kommen – keine Nerven mehr, sich mit dem politischen Diskurs auseinanderzusetzen. Ergo, gehen sie dann auch nicht wählen.
Nur welche Konsequenz daraus gezogen werden soll, bleibt offen – Wahlen abschaffen? Er traut sich nicht so recht auszusprechen, was er denkt.

Sein endgültiges Fazit, das er dann in die Videobeschreibung schreibt, ist, dass wahre Verfechter der demokratischen Werte Sozialisten sein sollten. Etwas wahres ist da dran – im Sozialismus müssen die Arbeiter sich mit den ganzen politischen Themen nicht mehr beschäftigen, denn da gibt es nur ein Feld, das man ankreuzen kann. Es sind dann auch eh alle arm, sodass wieder Gleichheit herrscht. Und Stalin ist immer noch besser als Friedrich Merz, der ja im Grunde Hitler ist.

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