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Kontaktaufnahme verboten

Texanische Schule: Lehrer müssen Trans-Identität von Schülern vor Eltern geheim halten

Eine texanische Schule verbietet ihren Lehrern mit den Eltern von Trans-Kindern Kontakt aufzunehmen. Eltern sollen aus der Erziehung von Trans-Kindern sukzessive heraus gedrängt werden.

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„Es ist potentiell gefährlich und könnte Langzeitschäden bewirken“ – die Lehrer der Walsh Middle School im Round Rock Independent School District (RRISD) in Texas wurden in einer offiziellen Schulung dazu angewiesen, den Eltern „NICHT zu sagen“, wenn ein Schüler sich vor ihnen als Trangsgender oder „non-binär“ geoutet hat. 

Die Schulung, die den Lehrern den richtigen Umgang mit ihren trans, bi oder non-binären Schülern vermitteln sollte, fand im Januar 2022 unter dem Titel: „Namen und Pronomen: Unterstützung und Respekt für unsere LGBTQ+-Studenten“ an der Walsh Middle School statt, die zum Round Rock Independent School District (RRISD) gehört. Sie startet damit, dass klargestellt wird, „warum es wichtig ist, dass wir inklusiv sind“: Weil in 67 Prozent der Familien negative Kommentare über die LGBTQ-Schüler gemacht würden, die Familien in 48 Prozent der Fälle dafür sorgen würden, dass die Kinder „sich schlecht fühlen“. 

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„Sie können dein ganzes Leben ruinieren“

Die Familie, das wird über zwei Seiten sehr deutlich gemacht, sei eine potentielle Gefahr für ihre Kinder, deshalb werden die Lehrer dazu angewiesen, ein Coming-Out grundsätzlich, aber besonders vor den Eltern zu verheimlichen. Auf die Frage: „Was soll ich tun, wenn sich mir ein Schüler als transgender oder nicht-binär outet?“ wird in der Präsentation in riesiger Schrift klargestellt: „Kontaktieren Sie NICHT ihre Eltern und outen sie vor ihren Familien“. Das Outing könne sonst gefährlich sein und Langzeitschäden verursachen. 

Das soll auch ein in der Präsentation aufgeführtes Zitat eines Betroffenen verdeutlichen: „Ein Fremder, selbst ein Schulberater, ist für uns sehr gefährlich. Sie können dein ganzes Leben ruinieren, es kann dazu führen, dass du von deinen Eltern aus dem Haus geworfen wirst, oder dazu, dass andere Lehrer dich schlecht behandeln und deine Schulerfahrung miserabel machen. Sie können dich sogar umbringen, indem sie dich ohne deine Erlaubnis outen, was normalerweise von ihnen ‘erwartet’ wird.”

Neben der Anweisung, die Geschlechtsidentität des Schülers nicht zu verraten, werden Lehrer in der Präsentation außerdem darüber unterrichtet, wie man richtig gendert und dass man die anderen Mitschüler korrigieren muss, wenn einer nicht die korrekten Pronomen oder den neuen Namen verwende – und „erklären sie, dass das Klassenzimmer ein Ort des gegenseitigen Respekts ist.” Um den richtigen Umgang mit den LGBTQ-Schülern zu lernen, wird in der Präsentation sogar direkt Übungsmaterial und ein Lehrvideo zur Verfügung gestellt – die Lehrer sollen sich demnach treffen und gemeinsam Pausen beim Sprechen und die Verwendung des Pronomen „they“ zu üben. 

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Umgehung des „Texas Education Code“

Damit umgeht die Schule jedoch schlicht den „Texas Education Code”, der Eltern das Recht auf „vollständige Informationen über die Schulaktivitäten“ einräumt – und möglicherweise tut es sogar der ganze Round Rock Independent School District. Laut dem Magazin CBS Austin wendet der Schulbezirk nämlich eine Transgender-Leitlinie der Texas Association of School Board an, in der empfohlen wird, dass ein Schüler verlangen können soll, dass man seine Eltern nicht über seine Geschlechtsidentität informiert.

Wie die Zeitung Shore News Network berichtete, sorgte die Schulung in der Walsh Middle School unter den Eltern von Schülern des Round Rock Districts für Aufregung. Eine Mutter erklärte: „Eltern kennen ihr Kind am besten und haben das Recht, über eine Entscheidung dieser Tragweite Bescheid zu wissen. (…) Als ehemaliger Gymnasiallehrer und Elternteil von vier Kindern im Bezirk verstehe ich, dass Lehrer in eine schwierige Lage geraten.“ 

Ein anderes Elternteil meinte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Eltern die Pflicht haben, ihre Kinder zu erziehen, auch wenn wir uns dafür entscheiden, Teile dieser Pflicht an die Schulen zu delegieren“ und „Diese Schulung ist meiner Meinung nach das jüngste Beispiel einer konzertierten Anstrengung, Eltern in ihrer Rolle, ihre Kinder zu erziehen und zu betreuen, an den Rand zu drängen.“

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