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Sprecher der israelischen Armee: „Iran ist Dirigent der Angriffe gegen uns“

Arye Sharuz Shalicar ist in Berlin aufgewachsen und lebt in Israel. Er ist Sprecher der Reserve der Israel Defense Forces (IDF) im Rang eines Majors. Apollo News sprach mit ihm über die Lage im Terrorkrieg gegen sein Land.

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Herr Shalicar, wie ist aktuell die militärische Lage?

An der Südgrenze geht es drunter und drüber. Noch immer sind Terrorkommandos auf israelischem Territorium. Einige Ortschaften sind umkämpft, Terroristen der Hamas und des islamischen Dschihad entführen und morden. Israel führt seit gestern gezielte Schläge gegen die Terror-Infrastruktur in Gaza durch: Raketenabschussrampen, Waffenlager, Kommandozentralen. Der Sicherheitszaun zwischen Israel und dem Gazastreifen wurde zerstört; hunderte Terroristen sind schnell nach Israel vorgedrungen und tun dort das, was sie leider tun. Dort müssen wir auch wieder die Kontrolle erringen.

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Gestern gab es einen israelischen Regierungsbeschluss, der vorsieht, eine Bodenoffensive in Gaza zu starten. Was können Sie uns dazu sagen?

Shalicar: Auf operative Ziele und Maßnahmen kann ich natürlich nicht eingehen. Es gibt mehrere Optionen, die auf dem Tisch liegen. Was feststeht: Unser Ziel ist, dass Hamas und der islamische Dschihad nie wieder in der Lage sein sollen, einen solchen Angriff gegen Israel zu beginnen. 

Die Terroristen haben ja eine Reihe von Geiseln nach Gaza verschleppt. Hat die israelische Armee da einen Überblick?

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Shalicar: Ja, neben über 350 toten Israelis haben die Terroristen einige dutzend Menschen entführt, die im Gazastreifen jetzt laut Hamas in Terror-Tunneln gefangen gehalten werden. Die werden jetzt als menschliche Schutzschilde missbraucht, so wie die palästinensischen Terroristen seit Jahren ihre eigenen Mitbürger missbrauchen.

Sonntag früh sahen wir Angriffe der Terrormiliz Hisbollah aus dem Libanon auf den Norden Israels. Wie groß ist die Gefahr, dass sich jetzt eine zweite Front eröffnet?

Shalicar: Die Hisbollah hat bereits Verantwortung für mehrere Mörserangriffe übernommen. Die israelische Armee hat darauf reagiert und die Ursprungspunkte der Attacken bombardiert. Über mehrere Kanäle haben die IDF die Hisbollah gewarnt, nicht wieder ein Abenteuer gegen Israel zu starten, also Krieg gegen uns zu führen wie 2006. Hassan Nasrallah (Der Hisbollah-Chef, Anm. d. Red.) versteckt sich in einem Bunker – er weiß genau, was der Preis ist, wenn er es wagen sollte. Unsere Hoffnung ist, dass er klug genug ist, keinen Kampf zu eröffnen, damit wir uns auf den Süden konzentrieren können. 

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Wenn wir über die Hisbollah sprechen, sind wir auch beim Iran. Teheran unterstützt offensichtlich die Angriffe gegen Israel. Wie sieht das die israelische Armee?

Shalicar: Es ist absolut kein Geheimnis, dass das Mullah-Regime im Iran natürlich der Dirigent dieser Terrororganisationen ist. In Gaza, im Libanon, steuern und stützen die Mullahs und ihre Revolutionsgarden die Hamas, die Hisbollah und den islamischen Dschihad seit vielen Jahren. Deswegen steht fest, dass hinter diesem Kriegsausbruch auch das Regime im Iran steckt. 

Die Angriffe der palästinensischen Milizen hatten ja eine neue Qualität. Die Terroristen sind taktisch vorgegangen – das kennt man von ihnen so nicht.

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Shalicar: Der Terror gegen Israel ist ein Dreieck. Es hat drei Spitzen: Hamas und islamischer Dschihad in Gaza, die Hisbollah im Libanon, und das islamistische Regime in Teheran. Fest steht: Der Dirigent der Angriffe ist der Iran. Das taktische Vorgehen der Hamas und des islamischen Dschihad entspricht genau dem, was die Hisbollah seit vielen Jahren ankündigt: Hassan Nasrallah spricht seit vielen Jahren davon, bei der nächsten Eskalation Killerkommandos nach Israel zu schicken, die dort Ortschaften erobern, Menschen ermorden und entführen. Genau das ist jetzt an der Grenze zum Gazastreifen passiert. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen, um die Zusammenhänge zu erkennen.

Was erwartet Israel jetzt von Deutschland?

Shalicar: Soweit ich weiß, gehört Deutschland zu den Top drei der Palästina-Geldgeber weltweit. Womit ich persönlich gar kein Problem hätte – auch ich will, dass es den Palästinensern gutgeht. Wenn das Geld aber für Terror, Waffenkauf und ähnliches eingesetzt wird, muss Deutschland ab sofort ganz klar überlegen, was sich ändern muss. Die Regierung muss ab jetzt über jeden einzelnen Euro wissen, wie er eingesetzt wird.

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