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Berlin

Rache für „Hammerbande“: Linksextremer Anschlag auf ungarisches Kulturzentrum

Am Abend des 26. Januar verübten Unbekannte einen Anschlag auf das ungarische Kulturzentrum in Berlin-Mitte - kurz danach bekannte sich die linksextreme Antifa zu der Tat. Sie sei eine Solidaritätsdemonstration für deutsche Extremisten, die in Ungarn mehrere Menschen beinahe zu Tode geprügelt hatten.

„Ehrenlos“ – dieses Graffiti hinterließen Mitglieder der Antifa, als sie am Abend des 26. Januar einen Anschlag auf das Gebäude des Collegium Hungaricum in der Dorotheenstraße in Berlin-Mitte begingen. Mit einem Hammer sollen sie mehr als zehn Fensterscheiben des ungarischen Kulturzentrums eingeschlagen haben – aus „Solidarität“ und aus Rache für Mitglieder der linksextremen „Hammerbande“, die in Ungarn wegen eines versuchten Tötungsdeliktes in Untersuchungshaft sitzen.

Das verkündeten die Täter selbst in einem Bekenner-Schreiben auf der Antifa-Plattform „Indymedia“. Sie beklagen darin, dass in dem ungarischen Kulturzentrum Veranstaltungen der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland (DUG) stattfinden. Seit 1994 setzt sich die Gesellschaft für die Völkerverständigung, den Beziehungsaufbau und die Freundschaft zwischen Ungarn und Deutschland ein – doch die Antifa sieht die DUG nur als „nationalistischen Verband“, bei dem es einen „rassistischen Diskurs“ über die Migrationspolitik Deutschlands und Europas gebe. Den ungarischen Staat selbst bezichtigen die Extremisten als „Triebkraft“ für das „Morden“ und die „Abschottung“ an den EU-Grenzen. Man würde zudem „offen NS-verherrlichende Demonstrationen“ fördern. 

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Der Angriff sei eine Demonstration von „Solidarität“ mit „verhafteten Antifaschist*innen“, die genau dagegen gekämpft hätten. Gemeint sind Mitglieder der linksextremen „Hammerbande“, den wohl gefährlichsten Linksextremisten Deutschlands, die im Februar 2023 eine Anschlagsserie in Ungarn verübten. Die deutschen Extremisten nahmen sich den „Tag der Ehre“ – einen Feiertag zum Andenken an den 1945 erfolgten Versuch deutscher und ungarischer Soldaten, aus dem um die Stadt gezogenen Kessel der Roten Armee auszubrechen – zum Anlass für insgesamt fünf brutale Überfälle. Neun Menschen wurden anhand ihrer Kleidung als „Rechtsextreme“  identifiziert und mit Totschlägern, Hämmern und Schlagstöcken beinah zu Tode geprügelt – einer Frau soll zudem mehrfach mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen worden sein. 

Haftstrafen im ungarischen Gefängnis

Wegen der grausamen Taten, bei denen auch Touristen und unschuldige ungarische Bürger zum Teil schwer verletzt wurden, wurden am Montag drei Mitglieder der Hammerbande, die nach den Anschlägen festgenommen werden konnten, zu mehrjährigen Haftstrafen in einem ungarischen Gefängnis verurteilt. Darunter auch der 29-jährige Berliner Tobias Edelhoff, für den man im Bekennerschreiben der Antifa „Freiheit und Glück“ fordert. Edelhoff gilt neben Deutschlands wohl bekanntester Linksextremistin Lina Engel („Lina E.“) und ihrem Verlobten Johann Guntermann als einer der Köpfe der Hammerbande. 

Guntermann wird seit Jahren per Haftbefehl gesucht, das Landeskriminalamt Sachsen setzte im letzten Jahr ein Kopfgeld in Höhe von 10.000 Euro auf ihn aus. Zudem wird gegen Guntermann, Engels und Edelhoff auch in Deutschland wegen versuchten Mordes ermittelt. Im Jahr 2019 verübte die Hammerbande auch hierzulande Überfälle auf vermeintliche Rechtsextreme. Laut einem ehemaligen Mitglied der Gruppe, der in den erst vor ein paar Monaten zu Ende gegangenen „Antifa-Ost-Prozessen“ als Kronzeuge gegen Engels, Edelhoff und Gutermann, aussagte, schlugen die Extremisten gezielt auf den Kopf, die Schienbeine, Knie und Sprunggelenke ihrer Opfer, um „massiven“ und „nachhaltigen“ Schaden anzurichten. Der mögliche Tod der Opfer wurde mindestens billigend in Kauf genommen. 

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Im Namen dieser Menschen – verurteilter, extremistischer Straf- und Gewalttäter – wurde das ungarische Kulturzentrum, das im Besitz des ungarischen Staates ist, angegriffen. Und das Bekennerschreiben der Antifa enthält sogar eine implizite Androhung weiterer Angriffe: „Zeigen wir den Betroffenen, dass sie nicht alleine sind und zeigen wir der deutschen Justiz und dem ungarischen Staat, dass wir nicht tatenlos bleiben werden!“ Doch in deutschen Medien und von Seiten der Politik hört man dazu dennoch kein Wort. Für Dr. Gerhard Papke, den ehemaligen Vizepräsident des Landtags Nordrhein-Westfalen und Präsidenten der Deutsch-Ungarischen-Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland, ist das „beschämend“. 

Papke: „Eine Schande für Deutschland“

„Man stelle sich einmal vor, Rechtsextremisten hätten ein ausländisches Kulturinstitut in Berlin angegriffen“, sagt er im Gespräch mit Apollo News – „Was wäre dann wohl in den deutschen Medien los? Und die Mitglieder der Bundesregierung würden sich mit empörten Stellungnahmen überschlagen“. Doch nach der linksextremen Attacke – zu der nach Angaben der Polizei der Staatsschutz ermittelt – herrscht Schweigen. Dabei sei es laut Papke eine „Schande für Deutschland, dass mitten in Berlin das traditionsreiche Kulturinstitut Ungarns, ein Ort der Völkerverständigung, von linksextremistischen Kriminellen angegriffen und beschädigt wird.“

Für Papke, der wegen seiner liberalen Positionen, Kritik an der Migrationspolitik und vor allem wegen seines Engagements für die Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland schon häufig mit Beleidigungen, Beschimpfungen und sogar Drohbriefen konfrontiert war, habe der Anschlag eine neue, bedrückende Qualität gehabt. Doch man werde sich davon nicht einschüchtern lassen: „Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft wird sich durch diese feige Attacke nicht in ihrem ehrenamtlichen Engagement für die deutsch-ungarische Freundschaft beirren lassen. Wir stehen an der Seite unserer ungarischen Freunde“, verspricht Papke.

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