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Maithink

ÖRR meint, Werbung für Impfpflicht sei richtig gewesen

In einer neuen Sendung blickt die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim vermeintlich kritisch auf ihre Impf-Werbung in den Corona-Jahren zurück. Schnell wird aber klar: Sie und der ÖRR bereuen nichts. Vielmehr sei der Widerspruch der Kritiker eine Zumutung gewesen. 

„Zur Wissenschaftlichkeit gehört, sorgfältig und selbstkritisch mit Fehlern umzugehen.“ So vermeintlich versöhnlich teaserte die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim am Sonntag ihre ZDF-Sendung MAITHINK X an. Angeblich möchte sie eine kritische Aufarbeitung der Impfwerbung während der Corona-Pandemie wagen. „Ich habe mich während Corona viel fürs Impfen ausgesprochen und will mich der Frage stellen: War es richtig, mich so stark für die Corona-Impfungen auszusprechen?“, sagt Nguyen-Kim zu Beginn der Sendung und blendet dabei ein YouTube-Video mit dem Namen „Impfpflicht ist ok“ aus November 2021 ein. 

In diesem hatte die Journalistin unter anderem die Impfpflicht mit einer Anschnallpflicht im Auto verglichen und das Gegenargument zur Impfpflicht, dass dies eine Verletzung der persönlichen Freiheitsrechte sei, als „puren Egoismus“ bezeichnet. Zudem machte sie offensiv Werbung für die Impfung. Unter anderem sagte sie in dem Video: „Die Impfung ist sicher, die Impfung schützt, die Pandemie ist noch nicht vorbei. Wer diese drei Fakten verstanden hat, kann nur zu einem vernünftigen Schluss kommen: Arm frei machen und rein mit der Impfung.“ Nur wer die Fakten nicht verstehe oder von Desinformation getäuscht worden sei, lasse sich nicht impfen, so Nguyen-Kim damals. Kurz: Die Ungeimpften seien saublöd und leicht manipulierbar. 

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Am Sonntag wollte die Journalistin von diesen abfälligen Bemerkungen gegenüber impfkritischen Personen jedoch nichts mehr wissen. Plötzlich bezeichnete sie nun Impfkampagnen von Stars als unwissenschaftlich und behauptete, dass sie es „uncool“ gefunden habe, „dass während der Pandemie jeder, der nicht gleich Feuer und Flamme für die Impfung war, Angst haben musste, als Covidiot abgestempelt zu werden.“ Damit meint sie offensichtlich nicht sich selbst. Immerhin amüsiert sie sich darüber, dass ihr – sie macht Anführungsstriche mit den Fingern – „Hetze gegen Ungeimpfte“ vorgeworfen worden sei. Man solle ihr doch mal den Videobeweis dafür schicken. Nun, liebe Leser, wollen wir eine Sammelmail verfassen?

Nguyen-Kim macht deutlich, dass sie offensichtlich überhaupt keine ihrer Aussagen aus der Corona-Pandemie bereut. Auf die schon zu Anfang der Sendung gestellte Frage -„War es richtig, mich so stark für die Corona-Impfungen auszusprechen?“ – antwortet die Journalistin schließlich einfach süffisant „Ja“. Ihr Argument: „Wenn ich nichts zur Impfung gesagt hätte, wäre nicht einfach nichts passiert, sondern ich hätte unsäglich vielen Falschinformationen dadurch Raum gegeben.“ Sie habe daher auf ihrem – damals durch Gebührengelder finanzierten – YouTube-Kanal Videos dazu veröffentlicht, dass der mRNA-Impfstoff nicht das Erbgut verändere und auch nicht voreilig zugelassen worden sei. 

Der ÖRR verhöhnt die Impfkritiker

Allein, dass sie diese Aussagen in einer Zeit wiederholt, in der nun auch schon öffentlich-rechtliche Medien über DNA-Verunreinigungen in den mRNA-Impfstoffen berichtet haben, die aus der Sicht verschiedener renommierter Wissenschaftler durchaus das Erbgut verändert könnten, zeigt, dass Nguyen-Kim nach wie vor kein Interesse an einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Risiken der Corona-Impfungen hat.

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Stattdessen gibt sie sich pseudo-versöhnlich, ist aber tatsächlich genauso herablassend wie früher. Beispielsweise, wenn sie mit aufgesetztem Hundeblick sagt, dass sie ja durchaus verstehen könne, wenn Fakten, die man im Kopf begreife, manchmal nicht ausreichen würden, um den Bauch zu überzeugen. Dass es heute aber noch deutlich mehr rationale Gründe gibt als damals, die Sicherheit der Corona-Impfungen kritisch zu hinterfragen, kommt der Journalistin nicht in den Sinn.

Vor allem aber möchte sie sich die Möglichkeit nicht nehmen lassen, sich nochmal über ihre Kritiker zu beschweren: „Viele, die während der Pandemie über Impfungen aufgeklärt oder sich dafür ausgesprochen haben, sind inzwischen nicht nur verstummt, weil die akute Bedrohungslage durch Corona für die meisten vorbei ist, sondern auch, weil man mit Beleidigungen, Bedrohungen und Einschüchterungsversuchen rechnen muss, wenn man öffentlich fürs Impfen steht.“

Unter wissenschaftlicher Aufarbeitung verstehen Mai Thi Nguyen-Kim und die Öffentlich-Rechtlichen offenbar, zwei Jahre nach dem Pandemie-Ende immer noch darauf zu beharren, alles richtig gemacht zu haben. Mitgefühl hat die 36-Jährige nur mit denen, die aus ihrer Sicht zu blöde sind, ihre „Fakten“ zu begreifen. Man könnte darüber lachen, wüsste man nicht, dass man für diese Verhöhnung des wissenschaftlichen Denkens auch noch zahlen muss.

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