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Deutsche Medien schweigen

Neuer Ansturm auf Lampedusa: 1.000 Flüchtlinge in 24 Stunden

Am vergangenen Wochenende kamen auf Lampedusa fast tausend Flüchtlinge in nur 24 Stunden an. Die italienische Mittelmeerinsel verzeichnet damit die stärkste Ankunftswelle seit Beginn des Jahres - und die deutschen Medien schweigen.

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Nachdem es in den letzten Wochen und Monaten still um die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa geworden ist, vermeldeten die italienischen Behörden am Wochenende die stärkste Ankunftswelle von Flüchtlingen seit Beginn des Jahres 2024. Obwohl in nur 24 Stunden insgesamt 21 Boote mit 945 Flüchtlingen an Bord auf der kleinen Insel landeten, berichtet in den deutschen Medien kaum jemand darüber.

Ganz ähnlich wie bei der letzten so starken Welle im November 2023 kommen die insgesamt 1.700 Flüchtlinge, die am Wochenende auf Lampedusa landeten, mehrheitlich aus Syrien, Ägypten, Pakistan, Bangladesch, Gambia, Guinea, Mali, Niger, Senegal und von der Elfenbeinküste. Italienischen Medien zufolge bezahlen sie zwischen 1.000 Euro und mehr als 7.000 Euro für die gefährliche Überfahrt von den libyschen Städten Sabrata und Tagiura sowie aus dem tunesischen Sfax und Zarzis an ihre Schlepper.

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In der Nacht auf Samstag kenterte eines der Boote, mit 44 Menschen (darunter elf Frauen und drei Minderjährige) an Bord, vor der italienischen Küste, wobei ein 15 Monate altes Kind aus Kamerun ins Wasser fiel und nicht mehr aufgefunden werden konnte. Am Sonntagmorgen verschwand außerdem ein 15-Jähriger aus Guinea in den Fluten. 

Die Mittelmeerinsel ist aufgrund seiner Nähe zu Tunesien seit Jahren ein Hotspot in der europäischen Migrationskrise, die sich im letzten Jahr deutlich zuspitzte. Im September 2023 wurde auf Lampedusa dann sogar der Notstand ausgerufen, nachdem allein an einem einzigen Tag mehr als 5.000 Flüchtlinge – so viele Menschen, wie es Einwohner auf der Insel gibt – auf Lampedusa angekommen waren. 

In dem völlig überfüllten Erstaufnahmelager kam es damals mehrmals zu Tumulten und zu Fluchtversuchen. Inzwischen bemühen sich die italienischen Behörden, die ankommenden Flüchtlinge mit Fähren möglichst sofort auf das Festland zu überführen. 

Insgesamt ist die Zahl der Flüchtlinge 2024 im Vergleich zum Vorjahr laut den italienischen Behörden deutlich rückläufig: Während von Januar bis März 2023 mehr als 20.000 Flüchtlinge in Italien landeten, waren es 2024 knapp 9.500. Die starke Ankunftswelle an diesem Wochenende lässt jedoch die Frage aufkommen, ob sich das wieder ändern könnte. 

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