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MDR schaltet Trigger-Warnung vor „Geschichte vom kleinen Muck“

Nach Otto, Harald Schmidt und Schimanski fällt nun auch der kleine Muck dem linken Zeitgeist zum Opfer - beim MDR wird „die Geschichte des kleinen Muck“ nun mit einem Warnhinweis ausgestrahlt. Der 1953 in der DDR produzierte Film enthalte „diskriminierende Stereotype“.

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Nachdem der WDR in der letzten Woche Schlagzeilen damit machte, dass er vor die „Otto-Show“, das Hörspiel „In 80 Tagen um die Welt“, „Schmidteinander“ und den Tatort mit Kommissar Schimanski eine Warnhinweis wegen „diskriminierender Sprache und Haltung“ schaltete, setzt nun der MDR nach. Wer sich den Märchen-Klassiker „Die Geschichte vom kleinen Muck“ anschauen möchte, findet nun eine Warnung wegen „diskriminierender Stereotype“ vor. 

Im September letzten Jahres kündigte der MDR an einige Filme künftig mit einem Warnhinweis versehen zu wollen, wenn diese „rassistische Stereotype“ zeigen würden –  der Sender teilte der Deutschen Presse Agentur damals mit, dass man „die Filme entsprechend unserer Aufgabe als modernes multimediales öffentlich-rechtliches Medienhaus in einen zeitgemäßen Kontext setzen“ wolle. Und genau das hat man nun offensichtlich in die Tat umgesetzt. 

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Möchte man sich den DEFA-Klassiker  „Die Geschichte vom kleinen Muck“ ansehen, erscheint zu Beginn folgender Warnhinweis: „Das folgende fiktionale Programm wird in seiner ursprünglichen Form aus dem Jahr 1953 gezeigt. Darin werden diskriminierende Stereotype dargestellt, die der MDR als Unterzeichner der Charta der Vielfalt ablehnt. Dennoch zeigen wir den DEFA-Film, weil er zum kulturellen Erbe gehört und ein Zeitzeugnis darstellt“. 

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„Black-Facing“ – oder einfach ein liebevoll produziertes Märchen?

Warum genau der kleine Muck nun diskriminierend seien soll erschließt sich dem Zuschauer nicht. Vielleicht stört sich der MDR an der Tatsache, dass der kleine bucklige junge aus dem Orient in dem 1953 in der DDR produzierten Film von Thomas Schmitt, also einem Deutschen, gespielt wurde – nach heutigen, woken Standards ist das wohl als „Black-Facing“ anzusehen.

Davon abgesehen müsste die Geschichte des kleinen Muck aber eigentlich jedes Gutmenschen-Herz zum glühen bringen: Ein kleinwüchsiger buckliger Junge, der von den anderen Kindern gehänselt wird geht auf die Suche nach dem Kaufmann der das Glück verkaufen kann – statt des Kaufmanns findet Muck Zauberstöckchen und Zauberpantoffeln, die ihm jedoch kurze Zeit später am Hof des Sultans weggenommen werden. Doch der kleine Muck schlägt zurück: Mithilfe zweier zauberhafter Feigenbäume trickst er die Mitglieder des Hofstaates aus und bekommt seine Zaubersachen zurück – nur will er sie am Ende überhaupt nicht mehr haben. Muck hat nämlich erkannt, dass das wahre Glück in der Freundschaft und Hilfsbereitschaft liegt. 

Es ist also eine liebevolle Erzählung über einen körperlich eingeschränkten kleinen Jungen, der allen Widrigkeiten trotzt, seinen Gegnern durch List und Verstand überlegen ist und am Ende sein Glück findet. Was daran diskriminierend sein soll, weiß wohl nur der MDR

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