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Lauterbachs Fiasko: Chaos bei der Umstellung auf das E-Rezept

Seit diesem Jahr sind Ärzte dazu verpflichtet allen gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten elektronische Rezepte auszustellen. Im Gesundheitswesen führt das nun zu Chaos. Die Technik ist überlastet. Praxen und Apotheken werden mit Bürokratie überhäuft und ältere Patienten verstehen das neue System nicht.

Seit dem 1. September 2022 sind Apotheken verpflichtet, E-Rezepte zu akzeptieren. Diese Regelung wurde nun am 1. Januar 2024 erweitert, sodass Ärzte nun dazu verpflichtet sind, allen gesetzlich versicherten Patienten elektronische Rezepte auszustellen. Die Maßnahme ist Teil der Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen und wurde insbesondere durch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorangetrieben.

Die Einführung verlief bisher jedoch alles andere als rund. Arztpraxen und Apotheken berichten von massiven Problemen. Das Gesundheitswesen ist mit erheblichen Umstellungen konfrontiert. „Deutschlands Gesundheitswesen hängt in der Digitalisierung um Jahrzehnte zurück. Deshalb machen wir einen Neustart“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Für Apotheken und Arztpraxen ist diese Digitalisierung jedoch nicht mit Erleichterungen, sondern mit einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand verbunden.

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Vor allem ältere Menschen haben mit den Umstellungen auf digitale Rezepte ihre Probleme. Nicht zuletzt mangelt es ihnen schon häufig an einem Internetzugang. Hinzu kamen nun noch erhebliche technische Probleme, die auch schon im vergangenen Jahr immer wieder auftraten. Die Gematik GmbH, als Betreiberin der Telematikinfrastruktur (TI), welche unter anderem das Gesundheitsnetz für Ärzte und Apotheker bereitstellt, informierte über fortlaufende Störungen.

Laut dem Fachportal der Gematik stammten die Probleme vom sektoralen Identity Provider (IDP). Der IDP ist der Dienst, der digitale Identitäten verwaltet und authentifiziert. Bereits am Dienstagmorgen wurde bekannt gegeben, dass zu diesem Zeitpunkt kein Zugriff auf das E-Rezept über die entsprechenden Apps der Krankenkassen BKK, IKK und DAK möglich war. Obwohl am Nachmittag des 2. Januar gemeldet wurde, dass die Probleme behoben seien, traten sie am Mittwochmorgen erneut auf. Hierzu erklärt eine Ärztin gegenüber heise.de: Die Folge sei „Zwangsurlaub für Arztpraxen, da das E-Rezept verpflichtend zu nutzen ist“.

Kommendes Jahr plant das Bundesgesundheitsministerium noch weitergehende Maßnahmen durchzusetzen. Ab dem 15. Januar 2025 ist geplant, für alle gesetzlich Versicherten elektronische Akten für Gesundheitsdaten einzuführen, die Befunde und Laborwerte umfassen. Patienten, die dies nicht wollen, müssen dem aktiv widersprechen.

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