Werbung:

Werbung:

San Francisco

Internationale Klage: Greift Meta trotz Verschlüsselung auf WhatsApp-Chats zu?

Meta muss sich vor einem kalifornischen Gericht verantworten. Der Vorwurf der Kläger: Meta habe entgegen seinem Versprechen sehr wohl Zugriff auf die nach eigenen Angaben „Ende-zu-Ende-verschlüsselten“ Chats seiner Nutzer. Es droht eine Sammelklage.

Die von Meta behauptete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird in der Klage bezweifelt (IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

Werbung

Eine internationale Gruppe von Klägern hat gegen den Social-Media-Konzern Meta Klage eingereicht. Meta wird vorgeworfen, in den Datenschutzrichtlinien des zum Konzern gehörigen Kurznachrichtendienstes WhatsApp falsche Angaben über die Verschlüsselung der Chatnachrichten zu machen. Darüber berichtet die US-amerikanische Nachrichtenseite Bloomberg.

Laut Meta sind die Chats der Nutzer auf WhatsApp „Ende-zu-Ende-verschlüsselt“. Demnach sind die über den Dienst versendeten Nachrichten lediglich für Absender und Empfänger einsehbar, nicht aber für den Konzern selbst. Zu Beginn jedes Chats wirbt WhatsApp mit der angezeigten Information: „Nur Personen in diesem Chat können sie lesen, anhören oder teilen“.

In der eingereichten Klage wird der Vorwurf erhoben, dass der von Meta behauptete Datenschutz in Wirklichkeit nicht eingehalten wird. Wörtlich wird der Vorwurf erhoben, dass WhatsApp nahezu alle „angeblich privaten Kommunikationen der WhatsApp-Nutzer speichern, analysieren und darauf zugreifen können“. Die Kläger werfen dem Konzern damit praktisch vor, weltweit Milliarden WhatsApp-Nutzer täglich durch Falschangaben hinters Licht zu führen.

Meta weist die Vorwürfe vehement zurück. Laut dem Konzernsprecher Andy Stone seien die Darstellungen der Kläger „kategorisch falsch und absurd“. WhatsApp werde „seit einem Jahrzehnt mithilfe des Signal-Protokolls durchgehend verschlüsselt“, die Klage sei daher eine „haltlose Erfindung“. Aus diesem Grund sei man sogar bereit, Sanktionen gegen die Anwälte der Kläger anzustreben.

Die vor einem Gericht in San Francisco eingereichte Klage verweist in der Begründung auf konzerninterne Whistleblower. Die Anwälte der Klägerseite streben zudem die Zulassung einer Sammelklage („class action“) an. Damit könnten sich auch weitere WhatsApp-Nutzer der Klage anschließen, ohne selbst ein Verfahren initiieren zu müssen. Sollte es im Rahmen einer Sammelklage zu einem Urteil gegen Meta kommen, drohen dem Konzern aufgrund der Vielzahl potenzieller Anspruchsberechtigter immense Schadensersatzzahlungen. Der sich dadurch erhöhende Prozessdruck könnte den Konzern tendenziell eher zu einer möglichen Vergleichszahlung drängen. 

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

15 Kommentare

  • Könnte man endlich die SMS von VdL freigeben? Das wäre spannend.

    • Auch die von der Gorch Fock Reparatur. Und die von der Beauftragung von McKinnsey im deutschen Verteidigungsministerium.

    • Alle von ihr! Nicht bloß eine.

  • Glaube ich sofort. Der Betrieb eines Messengersystems wie WhatsApp verursacht enorme Kosten durch Infrastruktur und Fachkräfte (also wirkliche Fachkräfte keine imaginären).
    Diese Kosten werden vom Kunden nicht getragen, da WhatsApp umsonst ist. Also muss die Betreibergesellschaft auf irgendeine andere Art und Weise Geld verdienen, da bleiben nur die Daten der Kunden und ihre Gesprächsinhalte.

    • Nicht vergessen: die Fotos!

      Das einzig Kostenlose ist der Käse in der Mausefalle.
      Und erst die zweite Maus bekommt den Käse …

  • Ich kann nur sagen was mir persönlich auffällt. Wenn ich mich über gewisse Themen in whats up unterhalte, bekomme ich sehr oft danach die passende Werbung dazu angezeigt.

    • Der beste Weg, um die Informationen unbrauchbar zu machen, ist sich über etwas zu unterhalten, was gar nicht im Interesse ist.
      Habe mir auch eine Zeit lang einen Spaß daraus gemacht Dinge zu googeln, die mich nicht interessieren. Die Suche nach Ski Gebieten, Sportequipment— gepaart mit Stützstrümpfen und Hörgeräten führen zur absoluten Verwirrung und einer Unbrauchbarkeit der Daten.

  • Nur selten fällt es den Usern auf, dass nach der einen oder anderen Whatsapp plötzlich eine passende Werbung auftaucht. Noch weniger fällt es den Leuten auf, wenn sie gemütlich bei Kaffee und Kuchen beisammen sitzen, dass nach ihrem Plaudern plötzlich auch dazu passende Werbung aufpoppt (auch ganz ohne Alexa im Raum). Die Wenigsten verstehen wirklich, WAS mit unseren Smartphones bereits alles abgesaugt, mitgehört, getrackt, analysiert und das ganze dann verkauft wird.
    Und wer tatsächlich glaubt Meta und Co würden uns nicht gnadenlos ausnutzen, der hört auch den Urknall nicht mehr, selbst wenn dieser neben seinem Bett hochgeht.

    • „Nur selten fällt es den Usern auf, dass nach der einen oder anderen Whatsapp plötzlich eine passende Werbung auftaucht.“

      Dazu braucht es nicht mal Whatsapp. Ich weiß nicht wie das geht, wo die Werbung zu sehen ist weiß ich auch nicht. Aber probiert es aus. Unterhaltet euch in der Nähe eures Handys über ein Thema und checkt dann die Werbung.

      Wer will, kann das aber auch verhindern.

  • Klar greifen sie darauf zurück und klar löschen sie auch keine Account Daten nach der Kündigung. Mit den Daten trainieren sie ihre KI. Woher sonst sollen denn die Erkenntnisse kommen?
    Der Dienst wird kostenlos angeboten. Wer glaubt, dass sich das aus nichts finanziert, sollte langsam mal aufwachen. Wer es nicht will, der sollte diese Dienste meiden. Tun es immer mehr, dann werden sie irgendwann überflüssig. Die Menschheit ist bisher auch ganz gut ohne klar gekommen.

  • Ich werde heute zum Test in einem Whatsapp-Chat dem ersten Meta-Mitarbeiter, der sich meldet, 1 Mio. $ in Aussicht stellen.

  • Closed source software: ihr müsst dem Anbieter schon vertrauen, was er sagt. Überprüfen könnt ihr nichts.

  • NATÜRLICH machen sie das, alles andere zu glauben ist naiv.

  • ÜBERRASCHUNG 🤡🤡🤡

    Nutzt Signal, nicht WhatsApp!

  • Ich habe mein WA 2020 „gecancelt“ nachdem eine von mir gesendete und vom Empfänger empfangene Nachricht mit einem unbotmäßigem Meme (tagesschau-Hintergrund, Text: „Guten Abend, meine D.u.H., die Meldungen: Covid Covid Covid, Trump ist doof, Das Wetter“) nach 100 Minuten beidseitig für immer „verschwand“. In Zeiten wie diesen, in denen Falschdenker zentral von Brüssel „sanktioniert“ (ein Wort für: jemandem die Grundlagen seiner schieren Existenz entziehen) werden und durch deutsches Gesetz, jeder, der einem derart mit EU-Acht Belegtem auch nur eine Scheibe Brot schenkt, strafrechtlich verfolgt werden soll, besteht in der Tat Europas und Dooflands letzte Hoffnung darin, daß die USA Europa zum 3. Mal vom deutschen und zum 2. Mal vom sozialistischen Joch befreit ……denn sie können ja nicht 200.000.000 Geknechtete auf einmal aufnehmen.

Werbung