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Heißester Juli jemals? Klima-Alarmismus mit fraglicher Datenbasis

Die Medien erklären den Juli 2023 zum heißesten Monat jemals. Doch die Aufzeichnungen, auf die sie sich beziehen, beginnen teilweise erst vor gut 40 Jahren. Die alarmistischen Aussagen vieler Medien sind also mehr als gewagt. Eine Spurensuche. 

Wer in der letzten Woche eine Zeitung gelesen oder das Fernsehen eingeschaltet hat, kam an dieser Meldung nicht vorbei. „Juli 2023 laut WMO wohl heißester Monat seit Jahrtausenden“ titelt etwa das ZDF, „Juli 2023: der heißeste Monat aller Zeiten“ schreibt die Deutsche Welle. Die Botschaft ist klar: Die Welt brennt, nur linke Politik kann sie retten. Doch ganz so einfach ist die Realität nicht. Und auf welche Daten berufen sich solche Aussagen eigentlich?

Die Aufzeichnungen begannen erst vor wenigen Jahrzehnten

Die Daten, auf die sich die Artikel beziehen, kommen vom Copernicus Climate Change Service (C3S), einem Programm der Europäischen Union. Festgestellt wurde folgendes: Sowohl die Oberflächentemperatur der Ozeane, als auch die Lufttemperatur war im Juli 2023 die höchste seit Anbeginn der Aufzeichnungen. Das Problem hierbei ist, dass diese Aufzeichnungen erst vor wenigen Jahrzehnten begannen. Im Fall der Ozean-Oberflächentemperatur sogar erst 1979, während die Datenbasis der Lufttemperatur zumindest bis ins Jahr 1940 zurückgeht. Damit ist die Aussage, der Juli 2023 wäre der heißeste Monat jemals, mehr als gewagt. Sicher lässt sich laut den Daten von Copernicus nur sagen, dass er der heißeste Monat der letzten 44 Jahre war. Und selbst das hat nur eine begrenzte Aussagekraft.

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Denn klimahistorisch waren die siebziger Jahre ein eher kühles Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Da aber die Datenbasis von Copernicus erst 1979 beginnt (zumindest für die Ozean-Oberflächentemperatur), bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die im Vergleich dazu hohen Temperaturen in den letzten Jahren keine große Überraschung sind. Das macht die aktuelle Erzählung vom heißesten Sommer aller Zeiten umso zweifelhafter.

Aufgeheizt ist nur die Berichterstattung

Geht man noch weiter zurück, kann man erkennen, dass sich die Welt momentan in einer andauernden Warmphase befindet und die globalen Temperaturen schon seit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren steigen. Insbesondere seit dem Jahr 1800 steigt die Temperatur rapide, also noch bevor die CO2-Konzentration in der Atmosphäre signifikant anstieg. Ob der Juli tatsächlich der heißeste Monat jemals war, lässt sich mit den Daten von Copernicus also nicht sagen.

Umso absurder ist es, wie die Medien die Meldung aufgreifen und regelrechte Weltuntergangsszenarien daraus konstruieren. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die „heißeste Woche“, der „heißeste Monat“ oder der „heißeste Sommer“ ausgerufen werden. Letztendlich wird hier die sprichwörtliche Mücke zum Elefanten gemacht. Diese Panikmache ist symptomatisch für die deutsche Berichterstattung zu Klimathemen. Überhitzt ist also weniger das Klima, als vielmehr die Berichterstattung darüber.

Auf Deutschland bezogen, war der Juli im Übrigen bei weitem nicht der heißeste Monat jemals, wie Apollo bereits letzte Woche berichtete.

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