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Statistischer Trick

„Kleiner Dämpfer für die Ampel“: Wie die ARD die Ergebnisse der Berlin-Wahl verdreht

Die Berlin-Wahl zeigt einen dramatischen Verlust für die Ampel von über 10 Prozentpunkten - das kommt bei der ARD allerdings kaum vor. Weil die Werte meist in einer wenig aussagekräftigen Weise dargestellt werden.

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„Wahl mit begrenzter Signalwirkung“ titelt die Tagesschau am Montag auf ihrer Webseite. Gleich zweimal wird in den ersten zwei Absätzen des Artikels von der „begrenzten Aussagekraft“ der Wahlwiederholung in Berlin gesprochen. Man spricht insgesamt von einem „kleinen Dämpfer für die Ampel-Parteien“.

Konsequent rechnet vor allem der rbb die Werte in den neugewählten Wahlbezirken gleich mit den gar nicht wiederholten restlichen Berliner Wahlbezirken zusammen. Diese Zahlen sind tatsächlich nicht besonders aufregend. -1,2 Prozentpunkte bei der SPD, -0,3 Prozentpunkte bei den Grünen und -0,9 Prozentpunkte bei der FDP. Dem gegenüber + 1,3 Prozentpunkte bei der CDU und + 1,0 Prozentpunkte bei der AfD. Zwar lässt sich auch hier schon ein Denkzettel für die Ampel und eine Favorisierung der Oppositionsparteien erkennen, doch nur in einem sehr zarten Ausmaß – weil die Veränderung schlichtweg verwässert wird, durch jene Wahlbezirke, in denen ja gar nicht neu gewählt wurde. Die tatsächliche Veränderung im Wählerwillen wird so kleingerechnet.

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Ganz anders sieht es nämlich aus, wenn man die Zahlen von Sonntag lediglich in den neugewählten Wahllokalen mit den gleichen Gebieten 2021 vergleicht – also die effektive Veränderung beim Wahlverhalten betrachtet. Hier kommt es zu ganz erheblichen Verschiebungen. Während die Grünen ihr Ergebnis sogar leicht verbessern konnten, stürzen die Sozialdemokraten ab: von 22,3 Prozent auf nur 14,7 Prozent. Die FDP verliert relativ am meisten, drittelt ihr Wahlergebnis: Statt über neun Prozent wählten nun nur noch 3,3 Prozent die kleinste Ampel-Partei. Insgesamt hat die Ampel also über 10 Prozentpunkte eingebüßt – alles andere als ein „kleiner Dämpfer“.

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