Zunehmende Verfolgung Algerischer Christengemeinden

Von Arne Baran | Obwohl Algerien unter den islamischen Staaten lange als gutes Beispiel für einen liberalen Umgang mit anderen Glaubensrichtungen galt, nimmt die Verfolgung der dort lebenden Christen inzwischen massiv zu.

In der neuen Verfassung Algeriens aus dem Februar 2016 ist Religionsfreiheit zwar verankert, jedoch sorgt ein Religionsgesetz von 2006 in den letzten Jahren für die Schließung von vielen Kirchen und zahlreiche Verhaftungen von Christen.
Als Hauptgrund wird meistens die unerlaubte Missionierung angeführt. Im Februar diesen Jahres klagte eine 40-Jährige Frau ihren Mann an und beschuldigte ihn, sie zum Christentum bekehren zu wollen. Ebenfalls des gleichen „Verbrechens“ angeklagt sind drei Mitglieder einer anderen Familie, allesamt Christen, die versucht hatten, zwischen den Ehepartnern zu vermitteln. Wer öffentlich vom Islam zum Christentum konvertiert muss mit Repressionen und Verfolgung rechnen.

Geschlossen wurden in letzter Zeit hauptsächlich protestantische Kirchen. Etwa 90% der algerischen Christen sind Protestanten. Die offizielle Begründung der algerischen Behörden für die Schließungen: Die Kirchen seien ohne Genehmigung errichtet worden. Denn: alle nicht-islamischen Gotteshäuser müssen seit 2006 von den Behörden genehmigt und als Gemeinden registriert werden.

Schon im Mai 2005 forderte der Präsident der salafistischen Front Algeriens Abdel Fattah Zarawi, die Schließung aller christlichen Kirchen. Durch ideologische Führer wie Zarawi, wird zunehmend Druck ausgeübt und Diskriminierung legitimiert. Seit längerem wird sogar der Import von Bibeln verhindert, so sollen einige Gemeinschaften keine Erlaubnis bekommen haben, sich Bibeln liefern zu lassen. Laut der zuständigen Kommission sei es eine Sünde Bibeln zu importieren.

Weltweit ist Christenverfolgung zu einem relevanten Problem geworden inzwischen ist das Christentum die weltweit am stärksten unterdrückte Religionsgemeinschaft. Circa 200 Millionen Christen in 60 Ländern haben es mit Misshandlungen, Folter und Tod zutun.

2 Antworten

  1. dasLinkeParadox sagt:

    Solange wir genügend armen Mulslimen bei uns Schutz und Sicherheit bieten, ist unser Gewissen rein. Die Christen sollen sich mal nicht so haben und wieder in ihre typische Opferrolle fallen. Wir müssen uns um die wirklich verfolgten ISler, Hassprediger und Schwerstkriminelle kümmern.