Zentralisierung scheitert: Bayern und Baden-Württemberg steigen aus nationalem Bildungsrat aus

Von Jan Schneider | Kaum ein bildungspolitisches Thema ist in Deutschland umstrittener als der Bildungsföderalismus. Jedes Land ist aus gutem Grund verantwortlich für seine Bildungspolitik: schließlich wollte man aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus lernen und eine Gleichschaltung der Bildung verhindern. Das Problem: ein Abitur aus Bayern ist mehr mehr Wert als ein Abitur aus Bremen. Außerdem haben es Schüler, die in ein anderes Bundesland ziehen, oft schwer. Daher fordern einige Politiker ein einheitlicheres Bildungssystem. Doch dabei gibt es einige Haken: 1. Die Kultur und Landschaften in Deutschland sind extrem divers. Gerade in der Schule sollten lokale und regionale Themen eine Rolle spielen. Des Weiteren brauchen Gegenden mit hohem Migrationsanteil beispielsweise andere Unterrichtsinhalte als Gegenden mit fast nur deutschen Kindern. Das dritte Problem ist, dass sich wohl die umerfolgreicheren Bildungspolitiken durchsetzen würden. . In Ländern wie Berlin, NRW oder Bremen, lange rot-grün regiert und mit hohem Migrationsanteil, hat sich eine Philosophie entwickelt, die ,,kein Kind zurück lassen” will. Jeder Schüler soll das Abitur schaffen können, Gymnasien dürfen nicht mehr nach Noten entscheiden, es gibt viele Angebote für ,,benachteiligte” Schüler. Was erst einmal gut klingt, funktioniert in der Praxis nicht. Im bundesweiten Bildungsvergleich liegen diese Länder stets auf den letzten Plätzen, dadurch, dass mittlerweile jeder zweite Abitur macht, fehlen unter anderem im Handwerk wichtige Leute, während die Universitäten überfüllt sind.

Um eine faire, einheitliche Bildungspolitik zu verwirklichen, wurde ein nationaler Bildungsrat installiert. Aus diesem sind jedoch nun Bayern und Baden-Würrtemberg, zwei Länder, die im Ländervergleich immer top abschneiden, ausgetreten. Die Kritik: ,,Wir helfen anderen gerne, aber es bringt nichts, wenn am Ende alle auf einem niedrigeren Stand sind”. Und das natürlich vollkommen zurecht. Eine Zentralisierung des Bildungssystems würde heute kein gutes bayerisches Abitur für Bremen, sondern ein schlechtes Bremer Abitur für Bayern bedeuten. Daher gilt: Ein Sieg für den Föderalismus ist ein Sieg für die Freiheit.

1 Antwort

  1. moneypenny sagt:

    Super Artikel! Aber „unerfolgreich“ gibts nich 😉