Zählen jüdische Leben nicht?

Von Manuel Freund | Der Hashtag #BlackLivesMatter trendet aktuell weltweit in allen sozialen Medien. Zusammen mit Corona beherrscht das Thema die Medienwelt Deutschlands. Seit Anfang des Monats finden in vielen Großstädten weltweit regelmäßig Demos “gegen Polizeigewalt und Rassismus” statt. Auch in Paris versammelten sich zehntausende Demonstranten auf den Straßen. Das mit dem Mindestabstand hat natürlich nicht so ganz geklappt, aber darum soll es hier ausnahmsweise mal nicht gehen. Bei der Demo in Paris gab es nämlich weitere Zwischenfälle.

Eigentlich sollte es bei den Demos darum gehen, Rassismus zu überwinden und Gleichberechtigung zwischen allen Ethnien zu schaffen. Die Begründung, warum die Bewegung sich trotzdem „BlackLivesMatter“ und nicht „AllLivesMatter“ nennt ist, dass eben aktuell am ehesten die Leben von Dunkelhäutigen bedroht seien. Die Feuerwehr kümmere sich, wenn ein Haus brennt, ja auch um das brennende Haus, obwohl theoretisch alle Häuser brennen könnten.
Einige der Demonstranten bekamen dies jedoch in den falschen Hals und dachten wohl, dass sie jetzt bestimmen könnten, welche Bevölkerungsgruppen schützenswert sind und welche man loswerden kann. Mit palästinensischen Flaggen und Transparenten mit Aufschriften wie „Israel, Laboratorium für Polizeigewalt“ kampierten die Antisemiten auf der Place de la République. Und bevor jemand sagt „Aber Antizionismus ist nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen“: die Demonstranten warfen mit Beleidigungen wie „dreckige Juden“ um sich. Immerhin: Die Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Schwarzen Adama Traoré distanzierte sich von den antisemitischen Exzessen auf der Demo.

Diese antisemitischen BlackLivesMatter-Bestandteile nutzen ihre aktuelle Stellung aus. Wegen der jüngsten Ereignisse trauen sich viele Menschen nicht mehr, überhaupt noch Kritik an einzelnen Schwarzen oder der BlackLivesMatter-Bewegung zu äußern. Es ist aber nicht rassistisch einzelne Dunkelhäutige für ihre Aussagen zu kritisieren. Rassistisch ist es erst, wenn ich behaupte, dass alle Schwarzen Antisemiten seien. Tatsächlich ist das Gegenteil von dem, was viele denken, der Fall: Es ist rassistisch, Diskriminierung von Juden zu tolerieren, nur weil die Täter schwarz sind. Wer sagt, dass man sich aktuell um das schwarze Haus kümmern müsse, weil das schwarze Haus brenne, der muss sich auch um das jüdische Haus kümmern, denn das brennt in Frankreich und Deutschland wirklich.
Da so viele Menschen darauf bestanden, dass man den Hashtag #BlackLivesMatter und nicht #AllLivesMatter nennt, sollte man viel eher dazu aufrufen, den Hashtag #JewishLivesMatter zu verbreiten. Auch, wenn wir nicht die ARD sind und der neue Hashtag daher vermutlich nicht so große Wellen schlagen wird: Man muss den Leuten die Augen öffnen und den grassierenden Antisemitismus in Europa in allen politischen Spektren und allen sozialen Gruppen sichtbar machen. 

5 Antworten

  1. Antisemitismus ist weit verbreitet unter Afro-Amerikanern, siehe z.B. die Nation of Islam, eine von schwarzen Rassisten gegründete Religion.

  2. AndrewWS sagt:

    Eigentlich “BlackLivesMatter” und daher auch “AllLivesMatter” und “JewishLivesMatter” (Buchstabierungsfehler; wird sicherlich gleich korrigiert werden. 😉

  3. Marc Greiner sagt:

    BLM hat nichts mit irgendwelchen hehren Werten zu tun sondern ist wie die Antifa eine marxistische Terrororganisation. Das bei der BLM momentan noch viele nützliche Idioten mitlaufen und es gut meinen, ändert nichts an der Sache.
    PS: Ich kritisiere die BLM dezidiert und sage meine Meinung, aber es ist klar, dass ich mich nicht bewusst in Gefahr bringe. Dass ich das noch explizit schreiben muss, zeigt schon den Charakter der BLM. Auf jeden Fall müsste ich mich Null vorsichtig verhalten wenn ich Apollo-News oder Achgut kritisieren müsste.

  4. moneypenny sagt:

    Ja! Dieser ganze Anti-Rassismus ist eine komplett verlogene Veranstaltung – es geht einfach um Machtübernahme, die durch Opfer-Status legitimiert wird. Wir werden unterdrückt, nun unterwerfen wir unsere Unterdrücker – so redet der Islamist, so sprach der Nationalsozialist, so spricht der Kommunist, das sagen die gewaltbereiten Randalierer und Plünderer, die sich frecherweise Antifaschisten nennen. Und immer immer erkennt man sie – spätestens – am Antisemitismus.

  5. Max Media sagt:

    “Auch, wenn wir nicht die ARD sind[…]”

    Und darauf sollten sie stolz sein.