Wie Inflation und Zentralbanker der Jugend eine Zukunft in Wohlstand verwehren

Von Jonas Aston | Noch vor einem Jahr wurden Inflationssorgen mit einem Lächeln abgewunken. Ganz im Gegenteil: Die Deflation bestimmte die Debatten. Doch nun wird die Politik von der Realität eingeholt. Die Inflation hat beschlossen, sich nicht mehr an das Ziel der EZB „nahe zwei Prozent“ zu halten. Vergangenen September lag die Preissteigerung in Deutschland bei 5,3 Prozent. In den USA liegt sie sogar bei 6,8 Prozent.

Während der Lockdowns zwangsangespartes Kapital sucht sich seinen Konsum und permanente Erhöhungen von Verbrauchssteuern tun ihr übriges. Auch scheint sich Milton Friedmans Erkenntnis doch wieder zu bestätigen. „Inflation ist stets ein monetäres Phänomen“, hat also damit zu tun, wie viel Geld von den Banken in Umlauf gebraucht wird.

Doch die Währungshüter von der Zentralbank sind anscheinend unfähig, die Problematik zu begreifen oder verteilen Beruhigungspillen an die Bürger. Monatelang erklärte das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel, dass die höhere Inflation nur von vorübergehender Dauer sein werde. Doch wieder droht der Ausnahmezustand sich zum Normalzustand zu entwickeln. Der neue Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht „die Gefahr, dass die Inflationsrate länger erhöht bleiben könnte, als gegenwärtig erwartet“.

Nun räumt die EZB sogar ein, dass sie sich verrechnet habe.

Nagels Vorgänger Jens Weidmann ist vor kurzem zurückgetreten. Offiziell aus „persönlichen Gründen“. Es wird aber auch gemunkelt, dass damit zu tun habe, dass Weidmann seine Vorstellungen einer guten, nämlich restriktiven Geldpolitik, nicht durchsetzen konnte. Nun räumt die EZB sogar ein, dass sie sich verrechnet habe. Die Inflationsprognose für 2022 wurde von 1,7% auf 3,1% angepasst. Man habe die explodierenden Energiepreise nicht bedacht.

Die Gewinner und Verlierer der Inflation

Wie immer im Leben produziert die Inflation Gewinner und Verlierer. Gewinner sind Besitzer von Sachwerten und Schuldner, also Personen, Staaten oder Unternehmen, die einen Kredit aufgenommen haben und deren Tilgungsraten durch die Inflation verbilligt werden. Verlierer sind vor allem die Gläubiger, also all jene, die über angespartes Geld verfügen.

Die Jugend sei nicht Verlierer der Inflation. Wer nichts habe, könne schließlich auch nichts verlieren. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Gerade der knappe Geldbeutel der Jugend wird durch die Preissteigerungen enorm belastet. Den Teuerungen stehen keine vergleichbaren Einkommenserhöhungen gegenüber. Da sich die derzeitige Inflation insbesondere auf Grundbedürfnisse bezieht, an denen nicht gespart werden kann, trifft sie die Jugend um so mehr. Noch gravierender wirkt sich die Inflation langfristig aus.

Während sich im Alter unsere Eltern vom Ersparten schöne Urlaube leisten können, werden wir wohl mit einer mickrigen Rente abgespeist.

Auf klassischem Wege kann derzeit kein Vermögen aufgebaut werden. Vielmehr schmilzt das Ersparte bei mehr als 5% Inflation und einem Zins bei 0% auf dem Sparbuch weg.  Anders als unsere Eltern können wir folglich nicht von dem Zinses-Zins profitieren. Unser Geld wird sich also nie einfach so vermehren. Während sich im Alter unsere Eltern vom Ersparten schöne Urlaube leisten können, werden wir wohl mit einer mickrigen Rente abgespeist. Wollen wir nicht auf staatliche Brosamen angewiesen sein, müssen wir auf alternative Anlagemethoden umsteigen.


»Bankier: ein Mensch, der seinen Schirm verleiht, wenn die Sonne scheint, und ihn sofort zurück haben will, wenn es zu regnen beginnt.«
– Mark Twain