Wie die freiwillige Blutspende dem DRK die Taschen füllt 

Von Manuel Freund | Das DRK unterliegt beim Blutspenden einem so genannten ethischen Kodex. Nach diesem soll das Blutspenden in Deutschland rein auf freiwilliger Basis passieren. Es sei ethisch verwerflich, den Menschen das Blut aus ihrem Körper abzukaufen, immerhin handelt es sich hierbei in gewisser Weise um Leben. Das DRK ist mit einem Marktanteil von ca. 70 % der größte Empfänger von Blutspenden. Üblicherweise erhalten die Spender als „Aufwandsentschädigung“ kleine Snacks oder Getränke, meine Mutter erzählte mir, ihre Familie hätte damals immer einen Korb mit Wurst und anderen Lebensmitteln bekommen. 

Komischerweise ist es für das DRK trotz seines ethischen Kodex überhaupt kein Problem, das Blut dann an entsprechende Abnehmer teuer weiterzuverkaufen. Das Blut wird für gewöhnlich durch eine Zentrifuge in die drei Bestandteile rote Blutkörperchen, Blutplasma und weiße Blutplättchen aufgeteilt. Wenn man Blut spenden geht, spendet man für gewöhnlich einen halben Liter. In diesem sind laut Angaben des DRK rote Blutkörperchen im Wert von 82 €, Plasma im Wert von 29 € und Blutplättchen im Wert von 11,92 €. Je nach Blutgruppe kann der Preis für die Blutkörperchen auch abweichen. Das DRK verdient also an jeder Blutspende über 100 €. Blut ist aktuell auf dem Weltmarkt teurer als Erdöl. Auch bei anderen Institutionen sieht es ähnlich aus. Nach ein wenig Recherche habe ich Aufwandsentschädigungen von 10-40 € pro Spende gefunden, die meisten entlohnen eine Spende jedoch mit ca. 20 €. Verglichen mit den Einnahmen, die man mit einem halben Liter Blut machen kann, ist das nichts. Für viele Krankenhäuser ist der Verkauf von Blutspenden inzwischen zu einer großen Einnahmequelle geworden. Vor allem das DRK verdient durch sein Oligopol mehrere hundert Millionen Euro im Jahr. Geldgier kann man dem DRK im Gegensatz zu anderen Institutionen jedoch nicht vorwerfen, da die gemeinnützige Organisation das Geld in gemeinnützige medizinische Projekte reinvestiert.

Es gibt in Deutschland faktisch zu wenige Blutspender. Nur drei Prozent der Deutschen waren schon einmal in ihrem Leben beim Blutspenden, es dürften jedoch ca. 33 % nach aktuellen Kriterien. Viele haben einfach keine Lust oder lassen sich einfach ungerne stechen. Auch ich gehe nicht Blutspenden, nicht aus Faulheit, sondern weil ich es nicht einsehe, mir für ein paar Snacks etwas anzutun, was mich beim regelmäßigen Impfgang schon enorm stört. Ich persönlich würde auch schon für 40 € Blutspenden gehen. Den Aufwand ist es in meinen Augen Wert. Diverse Umfragen zeigen, dass die wenigsten Personen dazu bereit sind, ihr Blut gratis herzugeben und auch ein Korb mit Wurst und Keksen bewegt aktuell die wenigsten Menschen zum Blutspenden. Vor allem in Grippe-Hochphasen kommt es häufig zu Engpässen. Mit einer finanziellen Entlohnung könnte man diese Engpässe beheben und müsste nicht mehr zeitweise Blut aus anderen Ländern wie den USA kaufen – wo Blutspenden übrigens vergütet werden. 

Die große Frage ist nun jedoch: Kann man das ethisch vertreten? Irgendwie wird da doch die Notlage von anderen Personen ausgenutzt, um Geld zu verdienen. Ich sage ganz klar: Ja, das kann man vertreten. Auf diese Weise wird die Menge der Spender gesteigert. Es gibt Personen, die sterben, wenn sie keine Blutspende bekommen. Wenn das die Alternative dazu ist, dass man Blutspenden bezahlt, dann brauche ich nur wenig Bedenkzeit, um zu entscheiden, was ethisch vertretbarer ist. 

Außerdem ist um den Handel mit Blut doch bereits ein riesiges kommerzielles Geschäft entstanden. Es geht gar nicht um die Frage, ob an dem Blut Geld verdient wird, sondern wer es verdient. Blutspenden kann man als Verkauf eines geschaffenen Produktes oder als Dienstleistung sehen, so oder so ist es bei beidem üblich, dies zu vergüten. Es ist also eher ethisch verwerflich, die Spender nicht mit Entgelt zu entschädigen, als sie für ihre Mühe zu bezahlen.

3 Antworten

  1. Es geht NUR um Geld. Das DRK ist eine brutale und gierige Organisation, sei es im Bereich Blutspende, Altkleider oder Altenpflege. Die nächste Frage wäre: Warum werden Organspender oder deren Angehörige nicht für die Organe bezahlt, denn damit machen Ärzte und Kliniken ebenfalls Millionen… Die Einzelteile des Menschen sind ein ausserordentlich einträgliches Geschäft.

  2. nordseeschwalbe sagt:

    Dann müsste man aber sehr aufpassen, dass nicht irgendwelche Junkies oder andere verwahrloste Menschen Blut spenden, um an Geld zu kommen… Eine infizierte Blutspende ist doch der Horror.

  1. 26. Januar 2020

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