Wenn jeder sagt, dass niemand darüber berichtet – zu den Waldbränden in Südamerika

Von Manuel Freund | Der Regenwald brennt, inzwischen schon seit mehreren Tagen. Das ist natürlich schrecklich, immerhin ist das ein riesiges Stück Natur, in dem zahlreiche Tiere und Pflanzen ihr Zuhause finden. Die grüne Lunge unserer Erde brennt. Das ist wie Macron gesagt hat ein globales Problem, das wir gemeinsam lösen müssen. Leider sind die Reaktionen auf die Waldbrände völlig falsch.

Es hängt mir langsam zum Hals raus. Vor einigen Tagen habe ich zum ersten Mal auf Instagram eines dieser Bilder gesehen: Als Grundlage ein oder mehrere Bilder von den Waldbränden und seinen Folgen, dann ein sentimentaler Text darüber, dass das ja so schrecklich ist – bis jetzt noch alles okay – und dann die Behauptung, dass nichts dagegen getan werde und keiner über die Brände berichten würde. Die kommenden Tage fand man immer mehr solcher Bilder und der #PrayforAmazonas wurde zum führenden Hashtag auf Twitter und trotzdem noch am laufenden Band von allen möglichen Instagram-Seiten von 50 bis mehrere hunderttausend Abonnenten die Behauptung, dass keiner darüber berichten würde. Ich warte ja nur darauf, dass die Tagesschau sich hinstellt und sagt: „Der Regenwald brennt seit Tagen und keiner berichtet darüber.“ Jeder, absolut jeder weiß das inzwischen, also hört auf mit dieser falschen Behauptung.

Die Globalisierung ist schuld!

Es passiert eine Katastrophe und schon kommen irgendwelche Linken an und instrumentalisieren diese mal wieder komplett. Diesmal wird behauptet, dass die Brände ja nur absichtliche Rodungen seien, damit McDonalds dort seine Rinderweiden und Sojafelder hinbauen kann. Deswegen kam Marianne Grimmenstein (die CETA-Gegnerin) auf die geniale Idee, den Freihandel mit den betroffenen Ländern einschränken. Es sollen keine brasilianischen Agrarprodukte mehr importiert werden und das Freihandelsabkommen Mercosur dürfe von der Bundesregierung nicht ratifiziert werden. Das aller schlimmste ist, dass es doch tatsächlich Leute gibt die das glauben. Da ist so ne Frau und die behauptet einfach mal, dass Freihandel an den Bränden im Regenwald schuld ist und plötzlich hat sie 75 000 Unterschriften für eine Petition gegen Mercosur.

Das Schlimmste ist, die richtigen Politiker machen es nicht besser. Wie bereits betont, die Waldbrände sind ein globales Problem – Macrons Worte. Eine normale Reaktion wäre jetzt: Fördergelder, Löschflugzeuge und weitere Hilfe schicken. Macrons Reaktion: Fördergelder für den Regenwald einfrieren. Er begründet das damit, dass Bolsonaro nicht genug gegen die Brände mache. Dass es vielleicht einfach an Mitteln fehlt ist natürlich keine Option. Auch gegen die Brandstifter gehe Bolsonaro laut Kritikern zu wenig vor. Also man kann dem brasilianischen Präsidenten ja viel vorwerfen, aber mit Straftätern harmlos umgehen ist genau das Gegenteil von Bolsonaros Politik. Der Mann setzt aktuell alles daran eventuelle Brandstifter zu erwischen, das ist nur leider nicht so leicht wie viele sich das vorstellen. Jetzt hat Macron dazu aufgerufen, am G7-Gipfel als erstes Thema über die Waldbrände und die Reaktionen der G7-Staaten zu reden… ohne auch nur einen betroffenen Regierungschef oder sonstigen Abgesandten aus Brasilien, Paraguay, Bolivien oder Kolumbien.

Der Klimawandel ist schuld!

Ein Waldbrand tritt auf, da dürfen natürlich auch die üblichen Klimaaktivisten nicht fehlen. Und die Klimaaktivisten sind – ganz was Neues – mal richtig inaktiv und schieben die Brände, ohne etwas dagegen zu unternehmen oder Lösungsansätze zu präsentieren, auf den Klimawandel. Ja, der Klimawandel ist in den letzten Jahren so stark gewesen, dass es jetzt in Südamerika die größten Waldbrände seit sechs Jahren gibt… Richtig, es gab schon immer Waldbrände und auch wenn die Erde wärmer wird, zu behaupten, dass dieser Prozess so schnell stattfinde, dass dadurch plötzlich die Waldbrandgefahr global rapide steigt, ist schon etwas weit hergeholt und eventuell auch einfach nur Populismus.

Liebe Mitmenschen, auch ich finde die Waldbrände sind eine schnellstmöglich zu lösende Katastrophe, da dürfte sich ein Großteil der Menschheit einig sein. Dass die Brände allerdings so schamlos ausgenutzt und instrumentalisiert werden, um die zusammenhangslosesten Dinge zu fordern, links-grünen Populismus zu betreiben und ungerechtfertigte Vorwürfe zu machen, ist unter aller Würde.

3 Antworten

  1. Eve sagt:

    Hier sieht man Aufnahmen der NASA über Waldbrände von 2000 bis 2019 für die ganze Welt.
    https://earthobservatory.nasa.gov/images/145421/building-a-long-term-record-of-fire

  2. David sagt:

    Nicht jeder Waldbrandt, egal, wie groß er ist, ist ein richtiger Waldbrand, den zu instrumentalisieren sich lohnt. Hier ein Link zu ScienceFiles:

    https://sciencefiles.org/2019/08/24/szenen-einer-unglaublichen-heuchelei-der-brennende-amazonas/

    Die Großbrände in Afrika etwa sind den linken Globalisten und Hetzern völlig egal.

    Auf der genannten Website gibt es noch weitere Betrachtungen zu Thematik.