Wehrpflicht auch für Frauen: Feminismus gegen die Frau 

Von Selma Green | Von meinen Mitschülerinnen und Lehrerinnen muss ich mir jeden Tag dieselbe alte Leier anhören, wie sexistisch das Leben sei. Fragt man die selbst ernannten Feministinnen versteckt sich dieser Sexismus überall, hinter jeder Ecke, ist Schuld an jedem Problem. “Was haltet ihr davon, dass es so wenig Verhütungsmittel für Männer gibt?“, fragte unsere Englischlehrerin letztens am Ende der Stunde – „Eigentlich ist das ja Sexismus“.

Ich war genervt. Was hat das bitte mit meinem Englischunterricht zu tun? Wen interessiert das? Und was ist eigentlich so schlimm daran? Männer und Frauen sind nunmal nicht gleich. Wir haben eine unterschiedliche Anatomie. Die Geschlechter einfach gleichsetzen zu wollen, ist völlig absurd. Aber das scheint ja kein Kriterium mehr zu sein – wie sich gerade wieder bei der irrsinnigen Debatte um eine allgemeine Wehrpflicht für Männer und Frauen zeigt. 

Überall liest man: Wir leben in einer Demokratie und hätten damit die Aufgabe, Gleichberechtigung und Quoten zu fördern. Eine Wehrpflicht auch für Frauen sei nur gerecht. Für eine rein männliche Wehrpflicht könne man gar nicht mehr argumentieren, das würde lediglich alte Geschlechterrollen fördern. Ich frage mich, ob sich die weiblichen Feministen damit nicht selbst einen Strick drehen. Immerhin sorgt eine allgemeine Wehrpflicht nicht für Gleichberechtigung, sondern nur für Gleichmacherei. 

Aber das funktioniert nicht, da muss ich nur mal an die letzte Schneeballschlacht in der Schule denken: Jeder meiner Schneebälle hat selbst bei zwei Metern Entfernung gekonnt sein Ziel verfehlt, während ich einen Schneeball nach dem anderen kassierte. Die Jungs konnten besser zielen und kräftiger werfen – da bekam ich schon mal einen Schneeball mit 180 Kilometern pro Stunde ins Gesicht geschmettert. Ich hingegen, beherrschte die Kunst, den Ball – anders als geplant – rückwärts zu werfen. 

Ein anderes Beispiel ist der Sportunterricht. Hier wird von den Mädchen eine deutlich geringere Leistung erwartet als von den Jungen. Und darüber bin ich heilfroh. Müsste ich beim Sprinten genauso schnell sein wie die Jungs aus meiner Klasse, würde in Sport eine fette Vier mein Zeugnis schmücken. Die Jungs sind körperlich halt fitter, und das hat nichts mit Diskriminierung von Frauen zu tun.

Nun gut, man kann eine Schneeballschlacht und den Sportunterricht nicht direkt mit Krieg vergleichen. Aber eins steht fest: Wenn es hart auf hart kommt, wären die Jungs aus meiner Klasse besser fürs Militär geeignet als wir Mädchen. Dass die Wehrpflicht nur für Männer gilt, soll körperlich schwächere Frauen und Kinder letztendlich doch schützen. 

Und genau das ist der Witz an dieser Diskussion: Einerseits wäre eine Wehrpflicht nur für Männer nach Logik linker Feministen eine Diskriminierung der Frau. Doch auf der anderen Seite hätten die Frauen an der Front körperlich einen Nachteil. Außer genau das ist die Taktik: Ein Haufen von Frauen, die gleichzeitig ihre Menstruation haben…die schlechte Laune würde bestimmt jeden Soldaten verjagen.

Das beliebte Argument, die Frauen würde überall unterschwellig unterdrückt werden, erweist sich als verrückt. Gleichberechtigung und Gleichsetzung sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die zu gern miteinander verwechselt werden. Ich habe das Gefühl, dass Feminismus, wie ich ihn in der Schule lerne und mitbekomme, nur Zwang und nicht wirklich im Sinne der Frauen ist. Frauen müssen jetzt in die Politik gehen. Frauen müssen in naturwissenschaftliche Berufe. Frauen müssen an die Front. Frauen müssen… wie Männer sein.

3 Antworten

  1. Michael Klein sagt:

    Ich habe einen Traum…

    Wir befinden uns im Jahr 2025. Die frisch gewählte US-Präsidentin Condoleeza Rice spricht vor dem Kongress. Ein Auszug aus ihrer fulminanten Rede:

    „In den beiden Weltkriegen, in Korea, Vietnam, Afghanistan, im Irak und an diversen anderen Kriegsschauplätzen sind insgesamt 2 Millionen GI’s gefallen. Von einer Handvoll Ausnahmen abgesehen ausschließlich Männer. Im Zuge der kosequenten Gleichstellungspolitik meiner Regierung werden die amerikanischen Streikräfte ab sofort ausschließlich Frauen in Kampfeinsätze schicken und zwar so lange, bis zwei Millionen Soldatinnen gefallen sind.“

    DAS wäre doch mal ein Beispiel lobenswerter Geschlchtergerechtigkeit!

  2. Ursula Singh sagt:

    Frau Green, vielen Dank für den guten Artikel. Ich bin zwar eine alte, weiße Frau und habe noch gegen Ungerechtigkeiten mitgekämpft wie Stimmberechtigung, eigenes Konto auf der Bank, gleichen Lohn wie mein männlicher Kollege. Aber das was heute abgeht ist krank. Warum fordern diese Feministinnen nicht Quoten bei der Müllabfuhr oder auf dem Straßenbau?

    • Dr. med. Goetze sagt:

      Die Forderung nach Quoten bei der Müllabfuhr oder im Straßenbau? Habe ich auch schon dran gedacht. Aber dann würde das öffentliche Leben ganz zusammenbrechen, weil man diese Stellen nicht besetzen könnte, weil es keine Bewerberinnen gäbe, und dann riesen Lücken entstehen würden. Die 50% Männer, die nur noch arbeiten würden, müssten doppelt schuften. Ich habe schon 60 Jahre Müllabfuhr erlebt, angesehen, als Joten begeistert von den großen Maschinen, und heute fasziniert mit welcher stoischen Ruhe die Müllwerker ihre unwürdige Pflicht verrichten. Und einmal (!) in allen Jahren habe ich eine Frau dazwischen gesehen! Was das für eine „Quote“ ist, könnte man ausrechnen…