US-Demokraten: Grüße aus dem Irrenhaus

Von MAX ROLAND  |  Ich persönlich habe es in meiner Kindheit ganz gut weggesteckt, dass es den Weihnachtsmann wohl doch nicht gab. Ich habe akzeptieren können, dass es anstelle eines alten Mannes mit Bart wohl eher doch meine Eltern waren, die dafür sorgten, dass an Heiligabend die Geschenke unterm Tannenbaum lagen. Es soll aber auch Kinder geben, die das nicht so einfach verarbeitet haben. Ja, sich von einem Mythos zu trennen, auf den man sich doch so sehr gestützt hat, kann durchaus schwer sein. In sofern kann ich fast verstehen, was die demokratische Partei in den USA gerade durchmachen muss. 

Denen ist ja ihr Mythos, dass Trump mit Russland kooperiert und die US-Wahl manipuliert hätte, jetzt gewaltig unter den Füßen weggerissen worden – auf dem standen sie ja quasi die letzten zwei Jahre. Und wie ein Kind, dass die Wahrheit über den Weihnachtsmann nicht gut verkraftet und deswegen komplett ausrastet, drehen auch die Demokraten ordentlich am Rad. 

Beto O’Rourke, der texanische Demokrat, der seit seinem fast-Sieg über Ted Cruz bei der Senatswahl bei den vergangenen Midterms als Hoffnungsträger der Demokraten gilt und auch für das Weiße Haus kandidiert, verkündet auf Twitter: „Die ungekannte Konzentration von Wohlstand, Macht und Privilegien in den Vereinigten Staaten muss aufgebrochen werden“. Sozialistische Rhetorik – O’Rourke fordert quasi, die „bösen Reichen“ zu enteignen.  Ob er das mit seinem Milliardärs-Schwiegervater abgesprochen hat, dürfte allerdings zu bezweifeln sein. Bernie Sanders sollte die linke Überholspur gut im Rückspiegel beobachten. 

Währenddessen wird der ehemalige Vizepräsident Joe Biden zum Opfer seines eigenen politischen Lagers. Lucy Flores, eine demokratische Politikerin aus Nevada hat ihn der „sexuellen Belästigung“ beschuldigt. Er soll ihr einen Kuss auf den Hinterkopf gegeben haben. Biden hat tatsächlich eine komische Tendenz zum Körperkontakt. Obwohl er noch nicht bekanntgegeben hat, für das Präsidentenamt antreten zu wollen, versuchen die erklärten Kandidaten, ihn bereits aus dem Rennen zu nehmen – Sowohl Bernie Sanders als auch Elizabeth Warren haben erklärt, sie würden Flores glauben. Der Veranstalter des Events, auf dem Biden „übergriffig“ geworden sein soll, bestreitet derweil, dass sowas überhaupt stattgefunden haben soll. Aber Fakten zählen bei den amerikanischen Linken nicht mehr – die Aussage einer Frau ist Anklage und Verurteilung in einem. 

Elizabeth Warren macht derweil ihr Geschlecht zum Thema ihrer Kampagne. Ist zwar bei Clinton schon schiefgegangen, aber zu verlockend. Und Alexandria Ocasio-Cortez, Sozialistin und Star des linken Flügels ihrer Partei, hat für ihre Geldtheorie mehr Aufmerksamkeit gefordert. Diese Theorie besagt ernsthaft: Löhne können erhöht, Arbeitslosigkeit quasi beendet und Programme wie allgemeine Krankenversicherung umgesetzt werden, wenn der Staat sich einfach nur selber genug Geld druckt. 

Die Demokraten machen ihrem inoffiziellen Wappentier – dem Esel – alle Ehre. Und Trumps Wiederwahlchancen haben noch nie besser ausgesehen.

1 Antwort

  1. moneypenny sagt:

    Ich hoffe, Sie haben recht mit Ihrem Optimismus!
    Irre haben ja nur leider oft die Tendenz, gemeingefährlich zu werden, wenn man sie gewähren lässt…