Unser kommunistischer “Freund“

Von Jerome Wnuk | Die Corona-Krise hat, vor allem bei jungen Leuten in Deutschland, für ein starkes Umdenken in den Beziehungen zu China und den Vereinigten Staaten gesorgt. Mittlerweile halten 36% Prozent der befragten Bürger die Beziehungen zu China für wichtiger als die zu den USA, umgekehrt halten nur noch 37% der Befragten die USA für den wichtigeren Beziehungspartner. Überraschend groß ist der Anteil der China-Fans bei den 18- bis 34-Jährigen. Fast die Hälfte von ihnen, 46 Prozent, erwartet mehr von Peking als von Washington (umgekehrt 35 Prozent, die übrigen sind unentschieden). Im September letzten Jahres sah dies noch völlig anders aus, damals hielten noch 50% die USA für den besseren Partner, gerademal 24% bevorzugten damals schon China. Ein Zeichen deutscher Ignoranz und der weiterfortschreitenden Antiamerikanisierung der Deutschen.


Ein Studienergebnis das zumindest mich – aber ich gehe davon aus auch viele andere – geschockt hat. Die USA, mit ihrer fest verwurzelten Demokratie, die maßgeblich noch unsere Sicherheit garantiert sowie unser NATO Partner und der mächtigste westliche Bündnispartner ist, wird von vielen also als schlechterer Beziehungspartner im Gegensatz zu dem autoritären, kommunistischen China gesehen. Ein besorgniserregender Trend, gerade da man bei dieser Entwicklung schon von einem Zeichen des Niederganges der transatlantischen Zusammenarbeit sprechen kann.

Die Präsidentschaft Trumps und seine Linie während der Corona-Krise scheinen bei den Deutschen äußerst schlecht anzukommen, was sie ins chinesische Lager bringt. Bekanntermaßen gilt auch die Regierung von Merkel als nicht unbedingt Trump freundlich. Bei der Kritik an Trumps Virusbekämpfung darf man nicht vergessen, dass Chinas Vertuschungstaktik zu Beginn des Corona-Ausbruches die Epidemie erst zu einer weltweiten Krise gemacht hat. Die Diktatur zeigt also auch in der Krise nochmals ihr hässliches Gesicht. 122 Staaten fordern daher auch die WHO dazu auf, die Entstehung des Virus zu untersuchen um Möglichkeiten der Virusbekämpfung, die China ausließ, zu erkennen und China zu bestrafen.

Peking führt derzeit eine Beeinflussungskampagne durch, auch mit Befeuern antiwestlicher Verschwörungstheorien, die jeglichen Anteil Chinas am Corona-Ausbruch vergessen lassen soll. Zu diesen Vergehen während der Corona-Krise kommen noch zahlreiche Gründe, diese Diktatur nicht als bestgeeignetsten Bündnispartner zu sehen: Missachtung von universellen Menschenrechten, Tötung von Demonstranten und Andersdenkenden, massenhafter Überwachung und Bespitzelung sowie Kriegsdrohung gegenüber Taiwan und Tibet, um nur einiges zu nennen.

Folglich gäbe es genug Gründe als Demokrat ein schlechtes Bild von der chinesischen Regierung zu haben. Umso unverständlicher ist die wachsende Bedeutung Chinas in den letzten Umfragen. Die deutsche Kritik blickt lieber in Richtung USA. Selbst wenn die USA und Trump nicht unbedingt die beste Figur in der Corona-Krise gemacht haben, ist es dennoch ein durch- und durch demokratisches Land und verdient ein besseres Ansehen als ein totalitäres, kommunistisches sowie antiwestliches Regime wie China. Denn egal wie wenig man von Trump und seiner Politik hält, eine Demokratie sollte ein vernünftiger Mensch immer noch einer Diktatur vorziehen.

2 Antworten

  1. Karl Wenkel sagt:

    Das ist Eier mit Melonen verglichen. China ist mit Sicherheit keine Option (außer vllt. für linksdrehende Bazillen).
    Aber die USA? Schon mal was von Edward Snowden gehört? So ein Land soll unser Bündnispartner sein? Uns und deutsche Unternehmen nach Strich und Faden ausspionieren? Das hat lange Tradition (Diebstahl von Raketen- und Stealthtechnik vor rund 70 Jahren). Das sind “Freunde”?
    Oder unsere Sicherheit? Die Militärbasen und Drohnenmordzentralen in Deutschland sind exterritoriales Gebiet, nicht mehr unser Land. Und bezahlen dürfen wir das auch noch. Souveränität ist was anderes.
    Diese Liste ließe sich noch ausweiten…
    Nein, Freund oder Bündnispartner waren wir nie für die USA, bestenfalls nützliche Idioten. Die USA haben keine Freunde, sie haben nur Interessen.

  2. karlchen sagt:

    Wichtiges Thema, guter Artikel! Wenn die Anti-Amerikaner den chinesischen Kommunisten in die Fänge gehen, dann Gute Nacht…