Union vs. Hertha – das große Apollo-Fussball-Battle

Lesen Sie hier: Das große Debattenduell. Union-Anbeter Marc gegen Hertha-Huldiger Jerome. Zündet schonmal die Bengalos an, denn wir tragen den Stadium-Konflikt auf der virtuellen Bühne aus! Wer ist der wahre Big-Player in der Hauptstadt: Team Hertha oder Team Union? 

ACHTUNG: Dieser Beitrag könnte Spuren von Humor enthalten. Weder Hertha-Hooligans noch Union-Ultras wurden bei der Produktion dieser Kolumne ernsthaft verletzt. Dieser Austausch spiegelt in keiner Weise das Arbeitsklima bei Apollo News wieder, sondern dient schlichtweg Unterhaltungs- und Ausbildungszwecken. Seelsorgerische Unterstützung stand den Autoren zu jeder Zeit zur Verfügung.


„Wir aus dem Osten geh’n immer nach vorn. Schulter an Schulter für Eisern Union“

Von Marc Sierzputowski | Es tut mir leid Jerome, aber ich muss vorab gleich klarstellenn: Es gibt absolut keinen Grund der Welt Hertha BSC Fan zu sein. Keinen einzigen. Ich meine: Deine Mannschaft hatte Tedi als Sponsor auf der Brust. Einem 1€ Shop. Und genauso billig habt ihr auch gespielt.

Im Jahr 2021/2022 belegte Hertha in der Fussball-Bundesliga gerade mal Platz 16 von 18 – viel schlechter geht also gar nicht. In der Saison 2020/2021wart ihr etwas erfolgreicher, da hattet ihr immerhin Platz 14. Und im Jahr 2019/2020 Platz 10. Ich weiß ja nicht ob ihr über die Jahre zielstrebig versucht habt der erste von Hinten zu werden – wenn ja, seid ihr wirklich die Könige des Fussballs. Die Hertha aus Berlin ist ein Kummerkasten, voll von falsch gelabelten Talenten, und ernüchternden Management-Fehlern.

 

Herthas Leistung ist ein Schrei nach Hilfe

Ich habe absolut keine Ahnung wie Jerome das erträgt. Als Zuschauer, bekommt man beim Anblick des Hertha Managements nicht mehr, als das Gefühl von absoluter Ahnungslosigkeit. Miserabelste Leistungen auf dem Platz verschlimmerten die Lage, sodass Hertha in nur 5 Jahren insgesamt neunmal den Trainer wechselte. Ein Schrei nach Hilfe. Auch das Lars Windhorst Hertha finanziell wieder auf Vordermann bringen sollte, ist witzlos. Vielleicht solltet ihr euch mal an Leuten ein Beispiel nehmen, die von Fussball wirklich Ahnung haben – bei uns Unioner heißt es: „Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen – Eisern Union!“.

Ich sag´s deshalb nochmal: Es gibt keinen rationalen Grund Hertha Fan zu sein. Und da muss man sich doch fragen: Warum zum Teufel gibt es trotzdem so viele blau-weiße Fanatiker? Aber eigentlich, liegt die Antwort auf der Hand. Hertha BSC Fans sind Ideologen. Weder guten Fußball noch ein ausverkauftes Stadion. Und apropos Stadion – euer ach so geliebtes Herthaner Stadion ist genau fünfmal im Jahr voll. Zweimal, weil sie gegen Bayern und Dortmund spielen. Einmal weil sie gegen Union ein Derby haben – was wir die letzten fünfmal gewannen. Und einmal, weil dort der DFB-Pokalsieger ausgemacht wird. Wenn jemand zu euch ins Stadion kommt Jerome, dann nicht um euch spielen, sondern um euch gegen eine echte Fussballmannschaft verlieren zu sehen. 

Aufmerksamen Lesern ist jetzt vielleicht aufgefallen, dass das nur viermal volle Hütte waren. Das liegt daran, dass das eine mal, wo die Hütte ausverkauft war, Hitler die Olympischen Spiele eröffnet hat. Also um festzuhalten: Das Olympiastadion ist kein Publikumsmagnet. Aus dem Grund baut ihr euch in fünf Minuten Laufweg ein neues, kleineres Stadion oder besser Stadionchen.

 

Kein Anspruch, „nur nach Hause gehen wir nicht“

Sitzt ihr dann da in eurem Stadionchen sitzt und wartete darauf, dass es endlich losgeht, dann merkt ihr, dass selbst eure Hymne komplette Sülze ist. Nina Hagen reißt die Alte Försterei ab mit „Wer lässt sich vom Westen nicht kaufen? Eisern Union!“ und eure Hymne „Nur nach Hause gehen wir nicht“, die hat nicht mal einen pädagogischen Wert. Und das obwohl  im Pädagogischen ist eigentlich alles wertvoll ist. 

Nur eins muss man Hertha lassen, sie geben sich Mühe. Erst letzte Woche besiegte Hertha BSC den Augsburger Fußball Club. In jeder Berliner Mitläufer Kneipe hört man, wie groß die Freude ist. Das letzte Mal wo sich Hertha so sehr gefreut hat, war übrigens am letzten Spieltag, wo bekannt wurde, dass Hertha nicht absteigt. Union ist da sportlich einfach besser. Wer guten Fußball mag, guckt kein Hertha Spiel.


„Unioner komm aus Köpernick, Herthaner aus Berlin“

Von Jerome Wnuk | So, lieber Marc, jetzt reden wir mal Klartext. Ich weiß, ich weiß, sportlich läufts für Union aktuell sehr schick und ich versteh’, dass man da sehr leicht übermütig werden kann. Werde ich ja auch jedes Wochenende, wenn meene Hertha mal gewinnt. Aber jetzt kommen wir mal auf den Boden der Tatsachen, Union der größte Klub Berlins?- das ist nicht nur Quatsch, sondern astreiner Bullshit.

First Things First, wenn ein Klub Berlin repräsentiert dann ja wohl Hertha. Wir sind weltoffen und setzt auf klare Worte, Berliner Schnauze eben. Keine Imagetrickserei, kein Blatt vorm Mund und – wie unsere Stadt halt so ist – nicht unbedingt glamourös.

 

Wir brauchen kein DDR-Image um kultig zu sein, wir sind Kult

Während Union sich ein Image vom Ost/DDR-Klub aufbauen wollte, um damit besonders kultig zu wirken, ist Hertha ehrlich. Wir brauchen keinen künstlichen Kult-Kitsch. Wir sind nämlich das, was wir sind – bis auf seltene Ausnahmen kein besonders erfolgreicher Verein, ja. Aber einer mit Herz und loyalen Fans. Viele Union-Fans sind erst seit dem Erfolg Union-Fans. Da spielt ihr einmal international und zack fällt allen auf, dass sie ja schon immer Union-Fan waren. Möchte dir das nicht unterstellen, aber die meisten Union-Fans, die ich kenne, hatten vor eurem Erfolg noch kein einziges Spiel gesehen. Bin mal gespannt, wie viele beim ersten Misserfolg immer noch Unioner sind.

Bei Hertha ist das ganz anders: Als Herthaner harrt man meist schon seit der Kindheit mit dem Verein aus. Und trotz größtenteils unschönem Fußball und mittelmäßigen Ergebnissen bleiben die Herthaner Hertha-Fans. Mindestens 30.000 kommen bei uns in der Bundesliga immer – das sind mehr, als in euer ganzes Waldstadion reinpasst.

Hertha ist einfach authentischer als Union. Ihr wollt euch durch ein Ost-Image auszeichnen. Geschichtsrevisionistisch möchtet ihr die DDR als kultig darstellen und euch als den Klub der DDR darstellen. „Wer lässt sich vom Westen nicht kaufen“ singt ihr, sprecht noch immer von den „Wessis“, die ihr nicht leiden könnt. Sorry, aber das ist peinlich. Und: Wenn es ein Verein heute noch hinkriegt dieses Image wirklich zu verkörpern, dann ist es Hansa Rostock oder Dynamo Dresden, aber nicht der Klub der letztes Jahr eine Immobilienfirma aus dem Westen als Trikotsponsor hatte.

Wenn ihr also Sozialisten spielt, euch „vom Westen nicht kaufen“ lassen wollt, dann fühlt euch gerne gut dabei, aber kultig ist das nicht. Damit überzeugt ihr außer den Ossis aus Köpenick, wenn überhaupt nur ein paar Hippies aus Friedrichshain, die ihren Kapitalismus-Hass bei euch loswerden wollen. Da bleib’ ich lieber beim legendären Frank Zander mit „Nur nach Hause gehen wir nicht“- eine Hymne, die statt Hass auf den Westen eine Ode an die Loyalität und Treue der Herthaner ist. Ach ja, ich krieg’ schon wieder Gänsehaut, nur wenn ich daran denke.

 

In Berlin trägt man Blau-Weiß

Berlin ist eine Weltstadt und Hertha steht für Weltoffenheit. Verschiedenste Typen aus verschiedensten Ländern haben hier schon gespielt und das Blau-Weiße Trikot getragen. Brasilianische Zauberer wie Marcelinho oder Cunha, Arbeitstiere wie Dardai und Zecke Neuendorf, Weltenbummler wie Kalou – all das ist Berlin und das ist Hertha. Und während wir Fans in England und den USA haben, fallt ihr international nur durch Eklats auf – wie beim Spiel gegen den israelischen Klub Macabi Haifa.

Und auch was die Bedeutung in Berlin selbst angeht, geht Hertha als klarer Sieger im Berlin-Duell vom Platz. Du musst nur einmal in die Fußballkäfige in Wedding, Neukölln, Pankow oder Charlottenburg gucken – da trägt doch niemand ein Union-Trikot. Die Kinder, die von der großen Fußballkarriere träumen, tragen blau-weiß und himmeln Kevin-Prince-Boateng oder jetzt Nader El-Jindaoui an.

Die Unioner können also so erfolgreich sein wie sie wollen, Hertha wird immer der Verein Berlins sein. Klar, sportlich ist Union gerade das erste Mal seit 100 Jahren die Nummer 1, aber was Fußballkultur, Bedeutung für die Stadt und alles, was über das reine Fußballspiel hinaus geht, angeht, ist Hertha der Verein Berlins.

Also Marc, ich nehm dich gerne mal mit, zu meener Hertha. Und glaub mir, auch wenn man weit vom Spielfeld weg ist und auch wenn der Fußball meist einem Trauerspiel ähnelt – wenn du nur ein ein Tor in diesem Stadion erlebst, wirst auch du ein bisschen Blau-Weiß in deinem Herz tragen.

3 Antworten

  1. joachim wünsche sagt:

    beide sehr gut gemacht!

  2. Maxim Piorkowsky sagt:

    Marc, sehr gute argumentiert, aber mein Herz schlägt für Hertha. 💆🏽‍♂️