Und zum Schluss: Ricarda Lang – sie ist halt einfach da

Von Jonas Kürsch | Sie gilt als aufsteigender Stern am Horizont der deutschen Politik. Sie ist sympathisch, charismatisch und unbeschreiblich weiblich: die Rede ist natürlich von der Grünen- Parteivorsitzenden Ricarda Lang. Mit ihren gerade einmal 26 Jahren ist die gebürtige Baden- Württembergerin schon jetzt an der Spitze der fortschrittlichsten und zukunftsgerichtetsten Partei unseres schönes Landes! Ich wünschen Ihnen, unseren verehrten Lesern, daher zum Abschluss unseres Apollo-Politikzirkus viel Vergnügen mit den einzigartigen Talenten der liebreizenden, leichtfüßigen und leichtsinnigen Ricarda Lang!


Ein kurzer Lebenslauf

Frau Lang ist aus vielen guten Gründen zur Parteivorsitzenden der Grünen gewählt worden: schließlich bringt sie einiges an Erfahrungen mit sich! Vor allem im akademischen Bereich kann sich die Gute mit einer beachtlichen Anzahl von Hochleistungen schmücken. Immerhin studierte Lang sowohl an der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg, als auch an der Humboldt-Universität zu Berlin. An beiden prestigeträchtigen Institutionen wurde sie seit 2012 im Bereich der Rechtswissenschaften unterrichtet, und das für etwa sieben Jahre lang.

Doch Ricarda Lang wusste schon in jungen Jahren, dass das politische Engagement in einer halb- linksextremen Jugendorganisation wie der Grünen Jugend wichtiger als echte Lebenserfahrungen oder Fachkenntnisse ist. Daher trat sie auch noch im Jahr ihres Studienbeginns der grünen Partei bei, wo sie schon im Oktober 2015 als Beisitzerin in den Bundesvorstand der Grünen Jugend berufen wurde. In diesem Zeitrahmen war sie ebenfalls die Bundessprecherin des „grün- alternativen“ (was auch immer das bedeuten soll) Hochschulverbandes Campusgrün, der aus der Tradition kommunistischer und radikallinker Studentenverbindungen in den 1970er Jahren hervorgegangen ist. Nochmal zwei Jahre später war sie dann auch schon Sprecherin ihrer Jugendpartei.
Doch die Arbeit an der ideologischen Verstümmelung unseres Landes fordert auch persönliche Opfer: so musste Lang im Jahr 2019 ihre vielversprechende Karriere als Nachwuchstalent der Juristerei leider ohne Abschluss vorzeitig beenden, oder vulgärer formuliert, Frau Lang musste ihr Studium hinschmeißen. Dafür fokussierte sie sich nun vollends auf ihren Werdegang als Berufspolitikerin.

Der mutige Kampf der Ricarda Lang

Im Jahr 2019 wurde sie trotz des Spitzenergebnisses der Grünen nicht ins Europaparlament gewählt, ihre Kandidatur scheiterte. Nichtsdestotrotz belohnte man sie mit dem parteiinternen Amt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Grünen sowie der Aufgabe als frauenpolitische Bundessprecherin. Auch bei der Bundestagswahl 2021 konnte Ricarda Lang als Direktkandidatin im Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd gerade einmal den fünften Platz belegen (11,5%), und das wohlgemerkt in der vom Parteigenossen Winfried Kretschmann besetzten baden-württembergischen Hochburg der Grünen. Über einen sicheren Listenplatz gelang ihr dann aber doch der Einzug in den Bundestag, wo sie sowohl zum Mitglied des Familienausschusses als auch zum Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales gewählt wurde.
Nun darf sie ihren mutigen Kampf für soziale Gerechtigkeit und kollektivistische Lösungsansätze in der Klimapolitik auch auf parlamentarischer Ebene weiterverfolgen. Neben einer allgemeinen Impfpflicht gegen Covid-19 spricht Lang sich auch für eine feministischere LGBTQI+-Politik sowie für eine sozialistische Neuverteilung des Wohlstands in Deutschland aus. Dafür erfährt sie zuweilen einiges an Gegenwind, unter anderem, weil viele „Rechtspopulisten“ in der Bevölkerung ihre fachlichen Kompetenzen aufgrund des weniger üppigen Lebenslaufs stark anzweifeln. Ich persönlich denke aber, dass sie diese kleinen Mankos mit der Tatsache, die erste bisexuelle Abgeordnete des Bundestags zu sein, im Großen und Ganzen ausgeglichen hat.

Eine strahlende Zukunft

Im Januar 2022 erreichte Lang den Höhepunkt ihrer Karriere: zusammen mit Omid Nouripour wurde sie auf dem Bundesparteitag der Grünen zur Bundesvorsitzenden gewählt. Gegenkandidaten gab es, wie damals in der DDR, allerdings keine. Sie tritt damit in die vermächtnisvollen Fußstapfen von Annalena Baerbock, doch wird Lang mit ihrer Expertise bestimmt in den kommenden Jahren voll und ganz in ihrer Funktion überzeugen.
Für mich ist sie ein großes Vorbild, denn Ricarda Lang ist der lebende Beweis dafür, dass das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft noch lange nicht gestorben ist: denn auch ohne Berufserfahrung, Studium oder sonstiger Ausbildung kann man wenigstens bei den Grünen Karriere machen und Deutschlands Wirtschaft mit progressivem Reaktionismus gegen die Wand fahren. Vor Frau Lang liegt eine wahrlich strahlende Zukunft – vor den Bürgern Deutschlands allerdings nicht.