Umfragenflaute und Wahlniederlagen bei der FDP – die Profillose Partei

Von Dominic Schikorr | Neben  den Linken, die einen “Marktradikalimus“ als Schuldigen für die Wahlniederlagen im Osten sehen,  hatte auch die FDP und speziell Christian Lindner eine verblüffende Ausrede für das Debakel am Sonntag parat: Die Wähler. Diese hätten „taktisch gewählt“ – um die AfD zu verhindern, versteht sich. Also ist das Ergebnis der FDP quasi nur ein Kollateralschaden im „Kampf gegen Rechts“? So einfach ist es nicht. Denn auch die mauen Umfragen im Bund legen nahe, dass die Gründe eher in der Partei selber zu suchen sind. Oder bei ihren Führungspersonen. Denn die FDP-Krise ist längst zur Lindner-Krise geworden.

 Seine Person ist verraucht, seine Aussagen ziehen nicht mehr, sein Kurs ist nicht ansprechend. Jedenfalls nicht für echte Liberale. Was man Lindner vorhalten muss, ist der fehlende Hang zur Selbstkritik. Auf die Frage eines Journalisten, ob er selbst Fehler gemacht habe, schaute er verdutzt wie ein Mormone beim Alkohol-Test und meinte, die Wähler hätten taktisch gewählt. Das war dann wohl der einzige Grund dafür, warum man nicht mal in der Lage war 5% zu holen. Denn danach kam nichts mehr.

Das Programm der Liberalen ist so mainstream-liberal wie nur irgend möglich. Steuersenkung, Bürokratieabbau, mehr Markt. Alles was sich der Mainstream über klassisch Liberale im 21. Jahrhundert vorstellt. Aber wo sind die Wähler hin?

Was der FDP fehlt ist eine klare Kante nach links und eine profilierte Ausrichtung. Hier ist man mal für weniger Klimahysterie, dann ist man aber doch plötzlich für einen “nationalen Klimakonsens”. Hier fordert man mehr Markt, bei der Bildung und dem Abitur aber eine Zentralisierung (warum eigentlich? Damit ganz Deutschland sich am Bremer Abi verdummen darf oder damit alle Bremer das bayrische Abi nicht mal mit 5,0 abschießen dürfen?). Hier ist man für finanzpolitische Eigenverantwortung, dann ist man aber mal für ganz viel EU und unterstützt sogar Frankreichs Präsident Macron, der ja gerne einen europäischen Mindestlohn und Finanzminister hätte.

Die FDP biedert sich an alle an und schließt sich der linken Empörungskultur an, um nicht als zweite AFD abgestempelt zu werden. Der Mut fehlt schlicht und ergreifend. Wo bleibt mal die Euro-Kritik, die EZB-Kritik, die EU-Kritik, Islam-Kritik?

Wolfgang Kubicki  brachte nun eine andere Herangehensweise mit der AfD ins Spiel. Denn die Strategie des Ausschließens sei laut ihm fehlgeschlagen.

Auch Lindner meldete sich wieder per Interview bei SpiegelOnline zu Wort: Seiner Meinung nach sei man manchmal zu ängstlich. Schön, dass er das angesichts 7% im Bundestrend bei Forschungsgruppe Wahlen nun auch erkennt. Aber mehr als man könnte, man sollte, man müsste, kam dann auch nicht mehr herum.

Die FDP muss ich von den Fesseln des linksgrünen Mainstream befreien und sich einfach wieder trauen liberal zu sein. Offensiv und auch mit klarer Kante eine wirklich freiheitliche Linie fahren – und sich nicht dem Mainstream aus Grünlinken  hergeben, deren Freiheitsbegriff nach der Cannabislegalisierung aufgebraucht ist. 

1 Antwort

  1. karlchen sagt:

    Diese Partei kann man einfach nicht mehr ernstnehmen. Wo die CDU von Mutti enteiert wurde, hat sich die FDP freiwillig selbst entmannt.. Wer soll diese Angsthasen noch wählen?