Liebe Leser,

das Land leuchtet in blau und gelb. Und so gut die Solidaritätsbekunden auch klingen – es bleiben Worte, die zu spät kommen. Jahrelang wurde man von den gleichen Politikern, die sich jetzt zu den großen Freunden der Ukrainer aufspielen wollen, belächelt, wenn man forderte, was jetzt Konsens ist: Aufrüstung, Einhaltung des NATO-2-Prozentziels, Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie, um die Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren. Man wurde belächelt, wenn man sagte, dass die Schwäche des Westens eine Einladung für die Autokraten dieser Welt sein würde.
Doch statt frühzeitig zu reagieren, brüstet sich dieses Land jetzt, wo es zu spät ist, mit harten Worten, die nichts mehr bewirken können. Manche beginnen gar russische Bürger zu verprügeln oder ihre Geschäfte anzugreifen – was noch weniger bringt und eine weitere Schande für dieses Land darstellt.

Apollo hat seine Farben eben nicht – wie es jetzt üblich ist – schnell über Nacht in blau und gelb geändert. Wir waren schon immer blau und gelb. Und wir standen schon an der Seite der Ukraine bevor es ein Trend war.

Wir haben uns 2018 in Anlehnung an den russischen Propagandasender „Sputnik News“, „Apollo News“ benannt und unsere Mission klar formuliert: Die antifreiheitlichen und antiwestlichen Mythen dieser Zeit als solche zu entlarven. Für uns waren der Kampf für die Freiheit im Inland und im Ausland immer zwei Seiten einer Medaille.
Dafür wurden wir immer wieder angegriffen, bepöbelt und sogar juristisch (am Ende ohne Erfolg) angegangen. Aber wir halten Kurs.

Ernst Reuther, Berlins legendärer Bürgermeister und einer der noch aufrechten Sozialdemokraten, erklärte Berlin im Angesicht der sowjetischen Blockade 1948 zum Vorposten der Freiheit. Angelehnt daran formulierten wir schon zu unserer Gründung 2018 einen einfachen Grundsatz: „Auch heute wird die Freiheit an ihren Vorposten verteidigt. Jetzt ist es nicht mehr Berlin, sondern Jerusalem, Taipeh und Kiew“.

Währenddessen beschäftigten sich die Bundesregierungen der letzten Jahre lieber mit der Ausrottung eines nicht ausrottbaren Virus, sie zogen es vor, das Scheitern ihrer Energiewende mit russischem Gas zu kaschieren und schimpften lieber über den bösen, bösen Trump, anstatt mit ihm gemeinsam den Despoten dieser Welt Einhalt zu gebieten.
Bildlich eingefangen wurde diese deutsche Arroganz in der berühmte Szene vor der UNO, als Deutschlands Außenminister Heiko Maas Trump öffentlich auslachte, als dieser auf Deutschlands Energieabhängigkeit von Russland hinwies.

Ich schreibe das, weil der Blick zurück hier notwendig ist. Die deutschen Solidaritätsbekundungen sind erst dann ernstzunehmen, wenn Deutschland seine eigene Verantwortung an dieser Katastrophe für das Ukrainische Volk nicht länger leugnet.
Deutschlands Schwäche und Kompromissbereitschaft bis zur Selbstaufgabe hat Putin die Bahn erst frei gemacht.

Gerade aktuell in diesen Stunden wird in Wien an einem neuen Atomabkommen mit dem Iran gezimmert. Wieder kuscht der Westen vor einem (hier ja noch weitaus brutaleren) Regime und gibt ihm die Möglichkeit der Ausweitung seines Terrors und des Ausbaus seiner Waffenarsenale. Die Warnungen Israels werden einfach ignoriert. Das zeigt: Die Ukraine war noch nicht Schock genug. Dieses Land will weiter träumen und die bedrohten Demokratien dieser Erde im Stich lassen.

Die harte, schwierige Realität in die Debatte zu bringen ist unsere Aufgabe. Es gibt viel zu tun.

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Max Mannhart

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