Trump will zum Mars: Übersteigerter Ehrgeiz oder ein ambitioniertes Ziel?

Von Jan Schneider | Auch wenn US-Präsident Trump bislang beim Volk beliebter ist als erwartet, liegen seine Zustimmungswerte immer noch bei unter 50%, dabei sind im nächsten Jahr Wahlen und alle Demokraten stürzen sich auf ihn. Was käme da besser als eine spektakuläre Raumfahrtmission, beispielsweise zum Mars?

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Trump diesbezüglich äußert. Bereits 2017 kündigte er an, Amerikaner zum Mars schicken zu wollen. Hochrangige NASA-Funktionäre nahmen dem dennoch etwas Luft aus den Segeln: Wolle man Menschen zum Mars schicken, müsse man zunächst erneut auf den Mond, um dort Tests und Proben durchführen zu können. NASA-Chef Jim Bridensteine war zusammen mit den Apollo-11-Veteranen Edwin ,,Buzz” Aldrin und Michael Collins zum 50. Geburtstag der Mondlandung im Oval Office. Grund genug für den Präsidenten, Bridensteine direkt nach einer Mars-Mission zu fragen. Doch der blieb dabei: ,,Wir nutzen den Mond als Testgelände. Wenn wir zum Mars gehen, werden wir dort für eine lange Zeit bleiben. Deswegen müssen wir lernen, auf einer anderen Welt zu leben.” Der Präsident ließ nicht locker. Diesmal wandte er sich an Apollo-11 Pilot Collins und fragte ihn. Nach Meinung Collins solle man direkt zum Mars. Logisch, für ihn als Pionier ist der Mond nichts besonderes mehr. Trump nutzte das als Bestätigung für sein Vorhaben. ,,Wer weiß es schon besser als diese Beiden? Sie haben diese Dinge eine lange Zeit gemacht. Was ist mit der Idee, direkt zum Mars zu gehen”. Man mag das lustig finden. Trump, wie ein ungedudliges kleines Kind, dass unbedingt zum Mars will.

Schauen wir uns die Fakten an. Bis heute waren die USA das einzige Land, welches Menschen auf den Mond geschickt hat. Doch die Konkurrenz erwacht wieder. 47 Jahre nachdem Eugene Cernan als letzter den Mond verließ, möchte nun auch Russland zum Mond. Putin kündigte an, dies bis 2030 schaffen zu wollen. Gelingt das, wäre das ein Rückschlag für die Amerikaner auf dem Weg zum Mars. Die Russen könnten wichtige Experimente durchführen und Erkenntnisse sammeln. Aber auch Trump ist ambitioniert. Im Rahmen des im März gestarteten Artemis-Programms wollte man die erste Frau auf den Mond bringen, und das bis 2028. Trump hat das Ziel eigenmächig auf 2024 heruntergeschraubt, bei einer erfolgreichen Wiederwahl wäre das noch in seiner Amtszeit. Damit würde man die Konkurrenz düpieren, wenn es gelänge, die zweite Mondmission zu vervollständigen, bevor Russland die erste schafft. Der Wettlauf ums All ist wichtiger denn je. China schaffte es erstmals, ein Objekt auf der dunklen Seite des Mondes zu landen. Der moderne Krieg findet auch im All statt. Fallen Satelliten aus, ist mituner die ganze Kommunikation einer Armee und eines Staates lahmgelegt. Das wäre der totale Kollaps. Auch hier reagierte Trump und sprach davon, eine ,,US-Army Space Force” gründen zu wollen.

Donald Trump hat die Zeichen der Zeit erkannt. Er nimmt das All ernst, nicht nur wegen seiner Wiederwahl, auch weil er sieht, dass die Konkurrenz nicht schläft. Ob es mit dem Mars klappt, bleibt offen. Aber auch Präsident John F Kennedy wurde 1961 zumindest von seinen Feinden belächelt, als er ankündigte, noch in dieser Dekade Menschen zum Mond bringen zu wollen. Zusätzlich 1,6 Millarden hat Trump in die Raumfahrt gesteckt. Der Mann ist ambitioniert. Es bleibt abzuwarten, was aus dem nächsten großen US-Coup im All wird.

5 Antworten

  1. Jochen sagt:

    Wir werden im Wettlauf zum Mond oder Mars nur Zaungäste sein.Wir wollen nur die Welt retten das heißt das Klima.Dafür sollen die Bürger zahlen!
    Für große Projekte fehlt uns die Intelligenz und das Geld.
    Also immer schön den Ball flach halten.

  2. Valentin sagt:

    Die dunkle Seite des Mondes ist kein Ort, sondern etwas von Pink Floyd. Der Ort heißt Rückseite oder far side.
    Im übrigen ist die Wettlaufdynamik diese Mal viel geringer. Und Europa spielt sowieso keine Rolle. Hier muss irgendwas gerettet werden. Wenn man den Mars retten könnte und noch ein paar andere dazu dann vielleicht.

  3. karlchen sagt:

    Also ich fänds gut! Is ja ein bisschen wie früher – Amerika im Wettlauf gegen den Osten… Nur haben wir irgendwie blöderweise irgendwie die Seite gewechselt. Wir bräuchten dringend einen neuen Adenauer!