Tod von David Koch – Trauer nicht erwünscht

Von Sebastian Thormann | David Koch, ein libertärer Unternehmer und Philanthrop der unter anderem in den letzten Jahrzehnten als republikanischer Großspender bekannt war, starb am Freitag im Alter von 79 Jahren. Bis 2018 war er Executive Vice President des Familienunternehmens „Koch Industries“. 1980 war er Vizepräsidentschaftskandidat der Libertären Partei. Er engagierte sich gemeinsam mit seinem Bruder Charles Koch politisch und gründete die Interessensgruppe „Americans for Prosperity“ um wirtschaftsliberale Politik zu unterstützen. Deswegen war er insbesondere ein Feindbild vieler Linker in Amerika, was sich an den Reaktionen nach seinem Tod zeigt:

Der linke Fernsehmoderator Bill Maher sagte in seiner Show allen Ernstes: „Gestern starb David Koch, einer der steinreichen Koch Brüder, an Prostatakrebs. Ich denke, ich werde meine schlechte Meinung von Prostatakrebs neu bewerten müssen. […] Ich bin froh, dass er tot ist und ich hoffe er hatte ein schmerzhaftes Ende.“

Star-Trek-Schauspieler George Taki etwa schrieb zu seinem Tod auf Twitter: „Sie haben all das Geld, aber es kann das Ende nicht ändern. Tun Sie Gutes solange sie auf der Welt sind. Das ist alles was ich sagen werde.“

Focus Online berichtete über seinen Tod gar mit der Überschrift: „US-Milliardär David Koch stirbt mit 79 und hinterlässt ein schreckliches Vermächtnis“, während es im selben Artikel heißt: „Insgesamt habe Koch Millionen für wohltätige Zwecke gespendet – darunter für die Bekämpfung von Krebs oder für Bildungs- und Kultureinrichtungen.“ 

Denn tatsächlich hat Koch enorme Beträge an gemeinnützige und kulturelle Einrichtungen gespendet, er gab 1,3 Milliarden Dollar für die Krebsforschung, das Metropolitan Museum of Art und die Smithsonian Institution. Die Krebsforschungseinrichtung des Massachusetts Institute of Technology wurde nach ihm benannt als “Koch Institute for Integrative Cancer Research”. 

Ein „schreckliches Vermächtnis“ also? Er hat mit seinem philanthropischen Einsatz wahrscheinlich mehr Menschen geholfen als Bill Maher oder George Taki zusammen. Nur weil er für die angeblich „falschen“ Kandidaten, für die „falsche“ Sache spendete, bedeutet das anscheinend für viele Leute schon, dass er deswegen ein schlechter Mensch ist. 

Im Kontrast dazu schrieb das konservative Magazin National Review über den Einsatz der Koch Brüder: „Sie haben viel Geld und Mühe hinter diese gemeinnützigen Organisationen gesteckt (was einige der politischen Korrespondenten, die über Politik schreiben wollen, oft irritiert).“

Auf Twitter sprach unter anderem der republikanische Senator Rand Paul der Familie sein Beileid aus: „(Ruhe in Frieden) an einen Mann, der ein Leben in Freiheit, Frieden und Philanthropie führte. Großer Segen ist große Verantwortung, und David Koch hat so gelebt. Seine vielen Beiträge werden unser Land nachhaltig beeinflussen. Meine Gedanken sind heute bei seiner Familie.“

2 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Und solche Leute (Bill Maher etc.) nennen sich „Humanisten“…

  1. 27. August 2019

    […] über Tod von David Koch – Trauer nicht erwünscht — […]