Terroranschläge, Charlie Hebdo und Islamismuskritik – wie soll es jetzt weiter gehen?

Von Manuel Freund | Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch mit der Mitbewohnerin einer meiner Kommilitonen, die aus dem Elsass (Frankreich) kommt. Es ging um die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Diese erregte erstmal 2015 großes Aufsehen, als Al-Qaida-Terroristen die Redaktionsräume stürmten und mehrere Personen töteten. Die Zeitschrift war vermutlich deswegen zum Ziel geworden, weil sie mit ihrer, in vielen Augen grenzwertigen, Satire und ihren teilweise islamkritischen Karikaturen häufig provozieren oder zumindest den Anschein erwecken.

Aktuell steht die Satire-Zeitschrift wieder mal wegen islamkritischer Karikaturen im Zentrum der Öffentlichkeit. Der kürzlich von einem Schüler enthauptete Samuel Paty zeigte in der Klasse Mohammed-Karikaturen, die den Mörder überhaupt erst zu dieser Tat gebracht haben sollen. Anstatt sich daraufhin erstmal zurückzuhalten, veröffentlichte Charlie Hebdo kurz darauf eine Karikatur, auf der Erdogan als im Privaten sehr sexuell dargestellt bzw. bezeichnet wird. Auch dieses Bild verschärfte sicherlich die Spannungen zwischen radikalen Muslimen und Frankreich und somit auch ein Stück weit der EU.

In den vergangenen Tagen gab es mehrere schreckliche Anschläge in ganz Europa, davon nicht alle, aber ein Großteil radikal muslimisch motiviert. Aufgrund der Spannungen zwischen Frankreich – und insbesondere Macron und Charlie Hebdo – und dem Nahen Osten gehen radikale Islamisten auf die Straße und erschießen, erstechen oder köpfen unschuldige unbeteiligte Leute. Jetzt stellt sich doch mit Sicherheit für viele Leute die Frage: Inwiefern tragen Macron und Charlie Hebdo die Schuld dafür? Hätte man diese ganzen Toten nicht einfach verhindern können, wenn Frankreich nicht so dickköpfig gewesen wäre und kann man vielleicht noch viele unschuldige Tote verhindern, wenn man jetzt aufhört, sich entschuldigt und nachgibt?

Wir verhandeln nicht mit Terroristen


Die Frage ist: Wollen wir das? Lassen wir uns von radikalen
illiberalen Moslems unsere Werte vorschreiben? Akzeptieren wir es, dass ein aggressives Kleinkind an der Spitze der Türkei Moslems in Europa dazu ermutigt, Terroranschläge auszuüben und damit seinen Willen durchzusetzen? Es scheint wie ein Dilemma. Ist uns unsere Meinungs- und Kunstfreiheit wirklich so wichtig, dass wir dafür alle EU-Bürger zu einem gewissen Punkt gefährden?

Ich glaube, wir haben keine Wahl. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass radikale islamistische Anführer nicht an einer möglichst friedlichen Lösung interessiert sind. Es geht ihnen darum ihre Werte und Ansichten möglichst weit zu verbreiten und anderen Menschen und Ländern ihre Tabus aufzuzwingen. Dafür wenden sie wie Erdogan gegen Charlie Hebdo (und vor einigen Jahren auch gegen Böhmermann) rechtliche Schritte und, wie wir leider auch spüren mussten, gewalttätige. Wenn wir jetzt anfangen, nachzugeben, dann wäre das eine ganz klare Botschaft an die radikal islamistische Welt: Ihr habt uns unter Kontrolle, weil ihr nicht vor Gewalt zurückschreckt. Stellt euch vor, was passiert, wenn diese Anführer nicht nur in Extremfällen wie bei Charlie Hebdo Gewalt anwenden. Wie sieht es in Europa in ein paar Jahren aus, wenn radikale Islamisten hier alles durchsetzen können, wenn sie nur genug Gewalt aufwenden.

Daher finde ich es von Macron vollkommen richtig, dass er sich hinter Charlie Hebdo und somit hinter die europäischen Freiheitsrechte stellt. Wir lassen uns unsere Werte nicht von rassistischen Diktatoren diktieren, die in ihrem eigenen Land Presse-, Meinungs- und Kunstfreiheit einschränken. Gerade jetzt müssen wir als Europa stark zusammenstehen und uns gegenseitig so gut wie es geht unterstützen. 

1 Antwort

  1. Werner sagt:

    ” In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass radikale islamistische Anführer nicht an einer möglichst friedlichen Lösung interessiert sind. Es geht ihnen darum ihre Werte und Ansichten möglichst weit zu verbreiten und anderen Menschen und Ländern ihre Tabus aufzuzwingen….”
    JA – das wurde aber über Jahrzehnte nicht nur geduldet, sondern unterstützt, vertuscht, “umgebogen”, Schuldumkehr… kleingeredet…. Kritiker in die Nazi-Ecke gestellt und zum Teil mit körperlicher Gewalt durch faschistische Schlägertrupps der Regierung,, die sich irreführend “Antifa” nennen, befördert. Hinzu Migrationsgesetze und Maulkorbgesetze für Medien und Nutzer der “Sozialen Netzwerke” “von ganz Oben” aus UN und EU angewiesen… durch Knebel-Gesetze durchgedrückt… abgenickt. Wer nicht mitmacht, wird mit dem medialen Erschießungskommando “cancel culture” synchronisiert faktisch und praktisch blitzartig “liquidiert”. Sogar mit bedrohlichdumpfdunkler Hintergrundmusik in den Tagesthemen der ARD (Maaßen… Trump – Goebbels und Hitler würden vor Freude Luftsprünge machen….). Damit hat man sich im Landesinneren eine Menge Feinde gemacht: Diejenigen, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Kultur schützen… erhalten wollen. Welche Länder haben wir eigentlich noch als “Freunde”? Zu lange zugeschaut… geduldet… infiltriert und “ausgesessen”….. keine harten Grenzen gesetzt – insbesondere durch Druck und Anweisungen aus UN und EU. Nach den Anschlägen in Frankreich, mit Karrikaturen und verbalen Ausfällen auf “Volle-Pulle-Angriff” gegen den politischen Islam knallhart “umzuschalten”, hat z.B. Macron jetzt nicht nur die beschriebenen inneren Feinde, sondern die ganze islamische Welt gegen sich – gegen Frankreich, obwohl Macron nicht “Frankreich” ist – genauso wenig, wie Merkel “Deutschland” ist. In Österreich gerade wieder passiert – und das könnte rein aus der Logik heraus zeitnah auch hier geschehen – aus Hass und Wut gegen die aktuellen Beleidigungen durch die “Ungläubigen”, deren Kultur… Werte … Alles.” – das hat jetzt “freien Lauf”…. mit Absicht oder nicht? Es darf nur nicht wieder! passieren, dass sich die “inneren Feinde” durch Politik=Medien gegeneinander aufhetzen… ausspielen lassen: “Der Kriegsausbruch am 1. September 1939 und die globale Sprengkraft geöffneter Moskauer 2.09.2020 Von Willy Wimmer… Die Öffnung von Archiven zur internationalen Politik durch Moskau hat es in sich und im Falle Deutschlands die Wirkung einer „historischen Zarenbombe…. Seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges war es Frankreich und England mehr als ein Dorn im Auge, die im kaiserlichen Deutschland bestehende Unterstützung weiter Teile der Deutschen jüdischen Glaubens für das eigene Land feststellen zu müssen…. Nicht nur in Paris und London wurde seit Kriegsbeginn zwischen dieser Unterstützung und dem 1914 nicht erfolgten Kriegseintritt der Vereinigten Staaten eine direkte Verbindung hergestellt, die geradezu zwingend gekappt werden musste…” Sputnik-News – das gehört auch zur Wahrheitsfindung, was sich nicht wiederholen darf. “Willy Wimmer (* 18. Mai 1943 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CDU). Von 1976 bis 2009 war er Mitglied des Bundestages. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).” Wikipedia