Team Amber oder Team Johnny? – Das große Apollo Battle

Lesen Sie hier: Das große Debattenduell. Team Amber vs. Team Johnny. Der Rosenkrieg zwischen Amber Heard und Johnny Depp ist vorerst vorbei – doch auf Apollo geht die Schlammschlacht weiter! 

Achtung: Dieser Beitrag könnte Spuren von Humor enthalten. Keine Deppianer oder Amberioten wurden bei der Produktion dieser Kolumne ernsthaft verletzt. Dieser Austausch spiegelt in keiner Weise das Arbeitsklima bei Apollo News wieder, sondern dient schlichtweg Unterhaltungs- und Ausbildungszwecken. Seelsorgerische Unterstützung stand den Autoren zu jeder Zeit zur Verfügung.


Warum Johnny Depp nicht mein Sugar-Daddy ist

Von Simon Ben Schumann | Man kann mir ja wirklich vieles vorwerfen – zum Beispiel, dass ich wie ein „Beta Male“ wirke. Wie eine dürre, undynamische Gestalt neben der sogar ein Strohhalm aussieht wie Carsten Stahl. Aber eines bin ich ganz sicher nicht: Ein „Simp“ – also ein Mann, der bei Frauen schleimt, um zu landen. Doch genau das ist der Vorwurf, den jedes Mitglied von „Team Amber“ trifft. „Du willst doch nur dieselbe Frau wie Elon Musk!“, ist nur einer der Sprüche aus dem Depp-Lager, die mir schon an den Kopf geknallt wurden. Aber das lässt mich kalt. Denn auch wenn Deppianer dafür völlig blind sind, es gibt gute Argumente für Heards Ansicht.

Sugar-Daddy Johnny Depp verteidigen – bei der Vorstellung wird mir übel. Supererfolgreiche Männer mit gebrochenem Herzen sind zwar populär. Als ein Nicht-Abonnent von „Bunte“ und sonstigen Boulevardmagazinen bin ich dagegen aber immun. You hear me, Elisa?

 

Fanatismus im „#TeamJohnny“: Wenn Jack-Sparrow-Fans verrücktspielen

Ich verstehe, dass man auf der Seite von Johnny Depp stehen kann. Er ist sympathisch, beliebt und darüber hinaus einer der erfolgreichsten Schauspieler weltweit. Mit „Fluch der Karibik“ hat er eine globale Fanbase hinter sich. Aber seine Supporter gehen hier oft zu weit.

Ich erinnere mich noch gut an unsere letzte Apollo Zoom-Konferenz. Irgendwie kamen wir auf das Thema des Prozesses zu sprechen und ich sagte gedankenverloren: „Ich finde, es gibt auch gute Argumente für Amber Heard.“ – Damit war mein Todesurteil gefällt und rechtskräftig. Ein ohrenbetäubender Sturm aus Entrüstung, Beschimpfungen und schallendem Gelächter brach los. Ich solle noch ein paar Cousins einpacken, „dann klären wir das am Alex“, war Elisas erster Vorschlag für den Disput. Für sie Alltag, für mich ein absoluter Schock. Zum Glück akzeptierte sie – zwar zähneknirschend – doch noch ein schriftliches Battle.

Ein Gerichtsprozess wird zum Zankapfel. Wer im Recht ist? Egal, was zählt ist, wessen Fan du bist. Gerade bei einem so ernsten Thema wie der häuslichen Gewalt sollten wir aber genauer hinschauen. Und nein, Elisa: Damit meine ich nicht „Johnnies“ neue Ohrringe.

 

Amber Heard – Ein unsympathisches Opfer häuslicher Gewalt?

Stets gestylt und attraktiv; eine oberflächlich betrachtet schöne Frau. Erfolgreiche Schauspielerin. Dafür ein Charakter, der auch Dantes Kreisen der Hölle entspringen könnte – das ist Amber Heard. Ihr Äußeres konnte keinen so weit trügen, sie für einen Engel zu halten. Doch sie zu dämonisieren, halte ich für falsch. Außerdem können die Fehler der einen die Fehler des anderen nicht annullieren.

Nüchtern – ob Elisa dieses Wort kennt? – betrachtet geht es im Prozess um Diffamierung. Die Aufgabe der Jury ist es nicht, festzustellen, wer von beiden der schlechtere Mensch ist. Von außen gesehen haben beide ihre Schattenseiten. Amber Heard machte Ton- und Videoaufnahmen ohne Erlaubnis, provozierte und betrog Johnny Depp womöglich in seinem eigenen Appartement. Depp betrank und bekokste sich über jedes Maß, zerschmetterte Möbel und Geschirr und ritzte sich in Gegenwart seiner Ehefrau – während sie ihn bat, damit aufzuhören. Beide nahmen gemeinsam eine Menge Drogen, z. B. Ecstasy. Dass Amber Heard gewalttägig wurde, beweisen ihre aufgezeichneten Aussagen.

Nichtsdestotrotz ist ihr der Vorwurf der Diffamierung nur schwer nachzuweisen. In dem betreffenden Artikel, welcher 2018 in der Washington Post veröffentlicht wurde, fällt der Name „Johnny Depp“ nämlich gar nicht. Direkt attackiert und damit diffamiert hat sie ihn also nicht. Besonders umstritten ist die Überschrift des Artikels: „I spoke up about sexual violence – and faced our culture’s wrath. That has to change.“ Sie bezieht sich indirekt auf Depp, Amber Heard’s Team bestreitet jedoch, dass der Titel überhaupt von ihr stammt.

Und auch wenn Elisa es nur ungerne zugibt, ergibt sich aus der Beweislast, dass auch der Depp gerne mal ausflippt. Er soll ein Handy nach Amber Heard geworfen haben, das wirkt auf mich nicht unwahrscheinlich. Es gilt zwar „Beyond a reasonable doubt“ – aber sollten Frauen jetzt wirklich unhinterfragbar beweisen müssen, gewaltsam angegangen worden zu sein, um nicht am Ende vor Gericht als Lügnerin dazustehen? Eine solche Evidenz ist in vielen Fällen häuslicher Gewalt schlicht nicht aufzubringen. Hier greift das klassische juristische Totschlagargument: „Das kann nicht sein.“ Außerdem liegt die Beweisschuld bei Depp; er muss belegen, diffamiert worden zu sein. Doch dieser Beweis liegt meiner Ansicht nach nicht vor – Urteil hin oder her.

 

Gehören private Streitereien in die Öffentlichkeit?

Ich finde, es ist Johnny Depp absolut zuzutrauen, dass auch er in der Beziehung handgreiflich wurde. Manche Zeugenaussagen und auch filmische Beweise deuten in diese Richtung. Ein Beispiel dafür ist ein illegal von Heard aufgenommenes Handyvideo, in dem Depp sich abschießt und beginnt, verschiedene Teile seinen Innenrichtung brutal zu zerlegen. Allerdings sind alle menschlichen Zeugen voreingenommen, eindeutige Beweise gibt es nicht. Das ganze Verfahren ist in gewisser Hinsicht nicht zufriedenstellend auflösbar. Amber Heard hat Johnny Depp vermutlich nicht „diffamiert“, da ihre Aussagen unmöglich bewiesen oder widerlegt werden können, einiges aber ihren Wahrheitsgehalt untermauert. Deswegen ist es aber genauso falsch, Johnny Depp als Täter hinzustellen. Beide lebten in einer weltentfremdeten, vergifteten Beziehung voller Streit, Hass, Drogenmissbrauch und Gewalt.

Ich kann – Elisa, Überraschung! – Depps Motivation für die Klage völlig nachvollziehen. Mitunter durch den Artikel in der Washington Post verlor er mehrere Filmprojekte, obwohl er nie als „Schläger“ verurteilt wurde. Er verlor aber auch schon vor dem Diffamierungsprozess wegen dem gleichen Themenkomplex vor Gericht. Trotzdem: „Guilty until proven innocent“ ist ein Maßstab, nach dem niemand bewertet werden sollte. Sowohl Amber Heard als auch Johnny Depps Leben wurden durch dieses Verfahren in Mitleidenschaft gezogen. In den USA dürfen Prozesse, anders als in Deutschland, gefilmt und verbreitet werden. Privateste Momente gelangten so an die Öffentlichkeit. Wir diskutieren als Zuschauer dann darüber – einerseits cool, dass das möglich ist. Aber ist es auch angemessen?

Mein Plädoyer: Amber Heard wäre in diesem Prozess im Recht gewesen, da ihr keine Diffamierung mit Falschbehauptung nachgewiesen werden kann. Johnny Depp hingegen ist in einer äußerst schwierigen Lage – weder Opfer noch Täter, vielleicht aber beides, wie seine Ex-Frau. Seinen Ruf zu verteidigen, bleibt eine Mammutaufgabe.

Die erwachsene Lösung wäre vielleicht: Differenzierter Umgang mit der Vergangenheit statt einem einzigen Schuldspruch. Denn leider ist unsere Realität selten schwarz oder weiß; sie ist beides zugleich.


Schluss mit Krokodilstränen und Affentheater – wir sind hier nicht im Zoo

Von Elisa David | Also erstmal: das mit dem Alex hab ich nur gesagt, weil ich dachte, der gute Simon fängt hier gleich an mit Flaschen zu werfen, wenn man sich auf die Seite des Monsters stellt, das seine geliebte Amber auf 10 Millionen verklagt. Da wollte ich halt gerne Zeugen haben. Außerdem lasse ich erstmal keine Amberanhänger in meine Wohnung, erst recht nicht, wenn da ein Bett steht.

 

#metoo für die Medien

Es ist nun sechs Jahre her, dass Amber Heard Johnny Depps Leben und Karriere fast vollkommen zerstört hat. Sie hat öffentlich gemacht, dass sie ein Opfer häuslicher Gewalt wäre, genau zum Höhepunkt des #metoo Movements. Aber sie hat ihn nicht etwa angezeigt oder so. Nein, sie hat entschieden, diesen Krieg über die Medien auszutragen. Hat auch ganz gut geklappt. Bis Johnny Depp beschlossen hat, sie vor Gericht zu ziehen. Da kann sie keine herzzerreißenden Phrasen schwingen oder Dinge behaupten, die sie nicht bewiesen kann. Da muss sie ruhig auf ihrem Platz sitzen und warten bis sie dran ist. Und es zählen keine Emotionen, sondern Fakten. 

Ich glaube dieser Frau kein Wort mehr. Ich habe gesehen, wie sie im Gerichtssaal gegrinst hat, während Audiodatein angespielt wurden, in denen sie furchtbare Dinge gesagt haben soll. Ich habe gehört, wie sie in den Audios Johnny Depp angebrüllt hat, sich über ihn lustig gemacht hat – reagiert so ein Opfer auf den Täter, vor dem sie ja sooo große Angst hatte? Wir reden hier übrigens nicht nur darüber, ob er ihr mal eine geklatscht hat, oder nicht. Sie hat behauptet, dass er sie gewürgt hätte, sie verprügelt hat, bis ihr fast die Nase gebrochen wäre – für nichts davon gibt es medizinische Akten. Sogar mit einer Wodkaflasche soll er sie vergewaltigt haben. Wenn das wahr wäre, würde dieser Mann hinter Gitter gehören. Doch sie kann nicht mal beweisen, dass er ihr auch nur eine Backpfeife gegeben hat. 

 

Ihr Zauber-Make-up hätte ich auch gerne 

Ihre Geschichte ergibt keinen Sinn. Wenn man nicht auf ihre Krokoilstränen und ihr Affentheater reinfällt – weil wir hier nun mal nicht im Zoo sind, dann sieht das auch jeder. Sie behauptet sie habe ihre blauen Flecken und Wunden im Gesicht mit Make Up wegkaschiert und das wäre der Grund weshalb nie jemand was geahnt hat, nicht mal ihre Ärzte. Die Jury bestand aus fünf Männern und zwei Frauen. Viele haben sich deshalb gewundert, ob das aus Sicht von Ambers Verteidigung nicht kontraproduktiv wäre. Ich denke nicht, dass es kontraproduktiv wäre, ganz im Gegenteil. 

Männer lassen sich von Frauen in der Opferrolle einlullen. Ne, Simon? Dabei merken sie gar nicht, ob die Tränen echt sind oder nicht, sie sind auf andere Dinge konzentriert – im besten Fall auf ihren Beschützerinstinkt. Es wundert mich auch nicht, dass in diesem Apollo-Battle ich als Frau, die auf der richtigen Seite bin, während mein Kollege Simon hier den Simp gibt. Ich bin ihm nicht böse, er kann nichts dafür – so eine schöne Frau. 

Männer haben noch nie verzweifelt versucht Augenringe oder Hautunebenheiten oder was weiß ich, mit Concealer abzudecken nur um dann immer noch genauso auszusehen wie vorher. Wenn man aber nicht so viel mit Frauen zu tun hat, kann man das ja nicht wissen. Wobei, nicht ganz genau wie vorher. Die komplette Hautfarbe stimmt nicht mehr überein, man bekommt Flecken und von dem Farbunterschied zwischen Gesicht und Hals will ich gar nicht erst anfangen. Man sieht aus wie aus Plastik, nur die Stelle, die man gerne abdecken wollte, hält sich wacker. Aber klar, wenn dann Amber Heard um die Ecke kommt, sagt „Der böse Johnny mit Ringen an jedem Finger hat mir so lange ins Gesicht geschlagen, dass ich es nicht zählen konnte. Aber ich hab ein bisschen Eis drauf getan und etwas Puder aufgelegt und dann ging es.“, will jeder Mann der erste sein, der sie tröstend in den Arm nimmt.

 

Schminke aus der Zukunft

Ich denke mir dabei nur: Amber, die Make Up Palette hätte ich gerne, kannst du mir nicht unter Frauen einen Tipp geben, wo man sowas her kriegt? Moment mal, im Eröffnungsplädoyer hat ihre Anwältin doch sogar eine Make Up Palette hochgehalten und gesagt, dass sie genau die während der Ehe benutzt hat.

Warum hat sie dann nicht gleich einen Werbevertrag mit der betreffenden Firma bekommen? Ach ja richtig, weil die Firma Milani Cosmetics ja bekannt gegeben hat, dass das Produkt zur Zeit der Ehe noch gar nicht auf dem Markt war, sondern viel später rausgekommen ist. 

Tut mir leid, meine Meinung steht fest. Und mit jedem Zeugen von Johnny Depps Seite, der souverän die Fakten dargelegt hat und jedem Zeugen von Ambers Seite, der sich nur stotternd in Widersprüchen verfängt, steht meine Meinung noch mehr fest. Und am Ende scheint es der Jury ähnlich gegangen sein.

2 Antworten

  1. Martin sagt:

    Jeder vernünftig denkende mensch kann nur für johnny depp sein, niemals aber für amber heard

  2. Schmiddi sagt:

    Wenn das Battle am Alex steigt, dann bitte mit Livestream 😉