So grün wie meine Brotbüchse

7 Antworten

  1. Jan sagt:

    Wo der Ausgangsbeitrag schon exzellent war, bringt die Ergänzung von “dasLinkeParadox” noch eine – wenngleich sehr ausführliche – erweiternde Erfahrung aus der Praxis mit einer sehr vernünftigen Schlussfolgerung.

    Es ist erschreckend, wie strukturiert unsere Nachfolgegenartionen vorsätzlich verdummt werden solen.

  2. Wolfgang sagt:

    Paulina, ich gratuliere Ihnen zu der Bewußtwerdung. Aber einen Punkt gebe ich zu bedenken: mit der Studienwahl “Psychologie” haben Sie eine berufliche Schiene gewählt, die genau in die Ideenwelt ihrer Lehrer in Kreuzberg passt. Sie scheinen eine gute Menschenkennerin zu sein und brauchen das Studium nicht.

    Vielleicht könnten Sie ja ein Studium in einem MINT-Fach schaffen oder eine sonstige, produktive Berufsqualifikation erwerben. Psychologie wird manchmal abwertend als “Geschwätzwissrnschaft” bezeichnet. Da ist schon was dran. Viel Erfolg!

  3. Max Media sagt:

    Danke für diesen tollen, aufgeklärten Artikel. Das Geschriebene lässt tief blicken.

    “Als beurkundeter Gemüseaktivist[…]”…haben sie mich gerade zum lachen gebracht:-)))

  4. Martin Hahn sagt:

    Das ist ja der blanke Horror und kaum, wenn überhaupt, besser als die früheren berüchtigten kirchlichen Internate. Als Gegentherapie werde ich mir wohl gleich zum Frühstück erstmal ein fettes Wurstbrot reinziehen.

  5. dasLinkeParadox sagt:

    Dankeschön Pauline! Primärbestätigt dieser Efahrungsbericht 2 meiner Grundthesen:
    1. Kinder sind Kinder! Verhaltensauffällige Kinder sind zu 80% das Produkt verhaltensgestörter Erwachsener in ihrem Umfeld.
    2. Man kann auch verkosrkste KInder erziehen! Und zwar am effektivsten, indem sie die Folgen ihrer Wünsche SPÜREN lässt. Wenn bspw. ein Kind einmal versucht die heisse Platte anzufassen, dann warne ich es EINMAL! Versucht es das Kind trotzdem, dann lass es gewähren! In deisem Beispiel wir es INSTANTAN lernen, das manche Handlungen sehr unschöne Konsequenzen haben kann!
    Ich halte in der Erziehung nicht viel von unnötigen Verboten, ich gebe lieber Empfehlungen oder warne einfach, konfrontiere mit seinen eigen Widersprüchen…. Selbst wenn sich das Kind durch Zuwiderhandlung einen Arm brechen könnte, denke ich, ok, es will es so… na dann lernste es eben auch so! Irgendwann lernt das Kind auf der Meta-Ebene, das meine Warnungen, Empfehlungen…. Sinn machen, ich es um seiner selbst willen beschützen möchte, nicht um es zu massregelen! Von diesem Punkt an, kann man auch mit “verhaltensauffälligen Kindern” halbwegs konstruktiv arbeiten. Abstrakte Verbote, und noch viel schlimmer zahnlose Verbote, bei deren Übertritt keine Konsequenz erfolgt, unterminieren das Vertrauensverhältnis unnötig! Kids ab einen bestimmten Alter wollen sich behaupten, ihren Willen rücksichtslos durchsetzen. Das Andere darunter leiden realisieren sie meist noch nicht ,echte Empathie entwickelt sich erst später. Auf der Moralschiene kann man Kindern schlecht kommen, wenn sie sich moralisch verhalten, dann meist aus Angst vor Sanktionen, nicht aus ihrer Moral heraus, denn dazu braucht es Empathie und die haben KInder nunmal noch nicht wirklich! Kinder sind ausgemachte Egositen, wenn sie Trauer oder ähnliches Mitfühlen für andere empfinden, dann primär aus Selbstmitleid. Wenn der beste Kumpel stirbt,trauert ein gesundes Kind zwar, aber vorwiegend aus der Frage heraus: mit wem soll ich jetzt spielen…. ?
    Das muss man alles akzeptieren lernen, die Welt ist, wie si ist. Man kann einer Katze nicht vorwerfen, das sie stundenlang mit der schwerverletzen Maus “spielt”, statt ihr den Ganenstosss zu geben, sie ist so PROGRAMMIERT! Wir sind anders PROGRAMMIERT: Frauen fahren idR auf selbstsichere, durchsetzungsstarke Typen ab und Typen auf 90-60-90 … das ist unser archaisches Erbe an dem wir nicht rütteln können! Und Kinder sind eben nur bedingt empathiefähig!
    Also muss man Kindern ganz anders kommen als mit der Moralkeule, Logik, abstrakten Irgendwann-Belohnungen… KInder brauchen JETZT und HIER eine vertrauensvolle AUTORITÄT, keinen autoritären Vertrauensimulator! Das erreicht man ehesetn in dem man Kindern soviel Freiraum wie möglich lässt, sie auch ihre negativen Erfahrungen machen lässt (Grenze: es könnte echt lebensbedrohlich sein, ein Armbruch aber bspw. noch nicht)….
    sie nicht gängelt, aber sie sukzessive erfahren, hm, was der Typ da sagt, hat Hand und Fuss, ich höre ab jetzt besser auf ihn! Das ist das Gegenteil von “keine Grenzen” von antiautoritärer Verzeihung, es aber auch das Gegenteil von blödsinnigen Verboten und überfordertem, ungerechtem “Schluss jetzt, alle Beide”*…. das heisst ganz KLARE ELEMENTARE REGELN, bis hierhin und nicht weiter! Aber diese ELEMENTAREN Regeln müssen KONSEQEUNT befolgt werden. NIchts ist schlimmer als Konsequenzen anzudrohen und diese nicht umzusetzen, oder seine eigenen Regeln zu brechen.
    * Was bewirkt “Schluss jetzt: ALLE BEIDE?”, also undifferenzierte Gruppenstrafe? Das “Angreifer-Kind” lernt “Die Welt ist ungerecht! Funzt aber zu meinem Gunsten, wenn ich nur laut genug bin”. Das Opfer-oder Verteidiger-KInd lernt “Die Welt ist ungerecht. Ich hab doch aber Recht wenn ich mich wehre? Wem kann ich noch vertrauen?”

    Ewig langer Exkurs, liegt daran das ich zurzeit in nem Jugendclub jobbe, mehr als die Hälfte Syrer dort, aber eben keine vollindokrtinierten, nicht mehr erreichbaren Islam-Kids, sondern, falls überhaupt, NORMALE “VERhaltensuffälige” Kids darunter, die meisten aber aber handzahm. Auf unserem “Dorf ” hatten wir wirklich Glück mit der Zuteilung, bis auf eine “Famillie” mit 3 Onkeln und keiner Mutter und nur JUngs als Nachwuchs! Die Kids sind nicht so schwierig, aber hin un wieder muss ich den ein oder anderen mal “Richtig” sanktionieren. Sofort ist das ganze Rudel da und setzt sich für den Bruder ein! Auch wenn uns das fremd ist, eigentlich ne normale Famillien-Zusammenhalt-Reaktion: Der Stuhl ist mir ERSTMAL näher als der Tisch, wann, warum und wozu haben wir das verlernt? Die Anderen beiden zeigen sich auch einsichtig, selbst der “Täter” irgendwann… aber muss erstmal Ruhe ins Rudel bringen! In den letzten Wochen musste ich jedenfalls niemand mehr sanktionieren…. Nur meiner blöden Chefin gefällt meine lockere Art so garnicht! Es gibt gewisse autoritäre, gängelnde Regeln an die sich zu halten IST! Punkt! Das diese nicht unbedingt förderlich sind, scheint zweitrangig. Hauptsache ich hab Recht! Was hinterlässt das, wenn allenorten durchexerziert bei den Kids? Kann man so ECHTE Moral oder gar Empathie erzeihen? Ich denke das ur-deutsche sture Kleinigkeiten-Regelbefolgen prädestiniert uns zum Duckmäsusertum, zum Faschismus, egal welchem Anstriches, in welcher modischen Zeitgesiterscheinung!
    Heute ist halt “Regel” dem Staat auf der Tasche zu liegen, für “Vielfalt und Toleranz” anderen den Mund zu verbieten, “weltoffen und tolerant” zulassen das Tausende Mädels genitalverstümmelt werden, in Zwangsheirat gedrängt, in erbärmlichen Schläger-Ehen ausharren müssen, ihre Jugendlichkeit, gar ihre Kindheit unter Hijab-Normen, kontrolliert vom “ehrenvollen” Bruder, der selber natürlich mit seinen Kumpels dank KO Tropfen sich mal bei einem ordentlichen Tarrarush die “Hörner abstossen darf”…. Was für eine ejkelhafte Bogotterie!

    Viel Theorie, hier etwas Praxis: Eltern von FFF_Kids würde ich empfehlen, nicht mit den Kids zu diskutieren, zumindest solange sie komplett auf Blockade sind. Stattdessen: Ok, du willst zu FFF, na sehr schön. Der Urlaubsflug für dich ist jednefalls gestrichen, soviel CO 2 Belastung können wir nicht vertreten. Dein Handy, Computer, etc. wird dir ab morgen nur noch eine Stunde zur Verfügung stehen… Du wolltest n Mofa oder nen Auto zum xten Geburstag? Wir schenken dir ein klimaneutrales neues Fahrad!… Uswusf. Verbietet nix! Lasst einfach folgerichtige Konsequenzen aus direkter Handlung folgen! Das Kind muss lernen das es allein durch seine Handlungen für mögliche Konsequenzen verantwortlich ist!

  6. David sagt:

    Zum einen tun Sie mir leid, einem derartigen Martyrium ausgesetzt gewesen zu sein. Zum anderen gratuliere ich Ihnen, diesem Milieu entkommen zu sein. Es war gewiß ein sehr harter Weg.

    Ihre Beschreibungen sind sehr drastisch. Beim Lesen der Ausführungen zur “Schocktherapie” mußte ich an die Gutmenschen-Versuche denken, Bücher wie den Struwwelpeter zu verbieten. Welcher unendlichen, unvorstellbaren Heuchelei waren Sie ausgesetzt! Und wie sehr nehmen die kindlichen Gemüter dadurch auf Dauer Schaden!

    Für Ihr Studium wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Sie werden mit Gewißheit Ihren Weg machen!

  1. 20. Oktober 2019

    […] Bei dieser Moral darf Großherzigkeit und Mitgefühl natürlich auch nicht fehlen – wir waren ja schließlich alle Gutmenschen in Ausbildung. Neben der üblichen Propaganda, von armen hungernden Kindern in Afrika und unserer eigenen Konsumgeilheit und Verschwendungssucht, wurden uns diese Tugenden dann aber mit wirklich brutalen Methoden aufgezwungen. Als 2004 der große Tsunami hunderttausenden Menschen in Südostasien das Leben kostete, mussten wir uns im Unterricht eine kurz danach erschienene Reportage über das Unglück ansehen. Sie zeigte nicht nur die tragischen Geschichten einzelner Menschen, die fast gestorben wären und ihre Angehörigen verloren hatten, sondern auch die zerstörte Umgebung. Ich werde den Moment nie vergessen, als der Sprecher sagte „Es hängen tote Tiere und tote Kinder in den Bäumen“. Diese Bilder haben sich bei mir tief eingebrannt, genau wie die Totenstille in meiner sonst so lauten Klasse. Sie wurde erst durchbrochen, als ein Mädchen anfing zu weinen. Ich war damals 8 Jahre alt und genau wie die meisten anderen vorher noch nie mit dem Tod konfrontiert worden. Ich war erstarrt und schockiert – so sehr, dass ich viele Nächte lang immer wieder von den schrecklichen Bildern träumte. weiter […]