Real oder schon Satire? – Katholischer Seelsorger schmuggelt Marihuana-Kebabs in den Knast

Von Simon Ben Schumann | Der Döner ist ein deutsches Nationalgericht – wir alle lieben ihn, ob mit Kräuter-Knoblauch oder scharfer Sauce, ob in der Mittagspause oder nachts um drei. Als die Preise unseres Lieblings-Fastfoods im April dank der Inflation von rund 3,50 auf 6,00 Euro anstiegen, wurde in Berlin deshalb beinah die Revolution ausgerufen. Hohe Mieten, horrende Gas- und Stromkosten? Alles egal, aber wehe es geht uns an den Döner! „Kebab für alle“ – dass dachte sich in meiner Heimat NRW wohl zuletzt auch ein katholischer Seelsorger in der JVA Heinsberg. Nur vertat er sich etwas bei seiner Bestellung.  

Der Sozialarbeiter von St. Haschisch

Als der katholischer Seelsorger am 19. Juli zu Besuch in die JVA kam, hatte er sage und schreibe 13 Döner Kebabs dabei. Er wollte sie als „Snack“ zu einer Gruppenveranstaltung mitbringen – frei nach dem Motto „Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht“, zum Recht auf einen leckeren Döner-Kebab. Dummerweise hatte er sich der fromme Mann mit der Bestellung am Dönerstand vertan. Auf die Frage: „Einmal mit Alles?“ erwiderte er gedankenverloren: „Ne, nur mit Hanf.“ So musste die Eingangskontrolle der Jugendstrafanstalt schon in der ersten Dönertasche eine Vielzahl kleiner, gut gefüllter Tütchen entdecken. Ihr grünlicher Inhalt weckte Misstrauen. Die Polizei wurde eingeschaltet.

Es stellte sich heraus, dass gleich mehrere der 13 Döner falsch belegt waren. Und zwar nicht nur mit ganzen 153 Gramm Marihuana, sondern auch mit Handys und Ladegeräten. Ein schreckliches Bestell-Unglück – oder doch ein frommer Bekehrungsversuch? Immerhin ist die JVA Heinsberg, die in der Nähe von Köln liegt, bekannt für ihre moderne Ausstattung und den therapeutischen Ansatz. Jetzt denkt man vielleicht an Gesprächskreise, Ausbildungsprogramme und Persönlichkeitsentwicklung. Doch vielleicht ist der Ansatz des Seelsorgers noch viel innovativer: Eine entspannte Aromatherapie, mit dutzenden gut gebauten Joints.

Das wäre aufjedenfall eine teuere Interventionsmaßnahme: 153 Gramm Gras kosten beim lokalen Dealer ungefähr 1.800 €. Selbst in einer größeren Gruppe ist diese Menge nicht konsumierbar. Deshalb mein Verdacht: Der heilige Sozialarbeiter kam, um zu tun, wie die Schrift ihm geheißen hatte. Prediger 7, 16: „Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, dass du dich nicht verderbest!“

 

Das angeschlagene Kirchen-Image

Vielleicht war der – mittlerweile freigestellte – Pastoralreferent aus Aachen auch auf Geldbeschaffung für die Kirche aus. Immerhin gehts der momentan nicht besonders gut – neben Missbrauchsskandalen und Vulven-Malworkshops macht sie vor allem durch ihre sinkenden Mitgliederzahlen auf sich aufmerksam. Sollte neben dem Thema Kindesmissbrauch jetzt auch noch Drogenhandel und -schmuggel zum Repertoire mancher „Geistlicher“ dazukommen, ist das Zerrbild perfekt – dem Image der Kirche, wird das aber wahrscheinlich nicht so gut tun. 

1 Antwort

  1. Frieda Schumann sagt:

    Da sage noch einer, Christen und Muslime könnten nicht friedlich zusammenarbeiten 😂

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