Prostitution als normaler Job?

1 Antwort

  1. Lieber nicht sagt:

    „Trotzdem muss gesehen werden: eine Prostituierte verkauft ihren Körper — das ist Fakt.“

    Ein Fußballer verkauft auch die Leistungskraft seines Körpers, der Maurer, der Fliesenleger, … Zusätzlich zu seinem Know-how. Welches allerdings wohl auch ein Sexworker in verschiedenen Abstufungen, Rollen und Thematiken vorzuweisen hat. Wirtschaftliche Abhängigkeiten und ggf. auch Ausbeutung gibt es auch in anderen „Worker“-Berufen (und nicht nur diesen). Wurden die Berichte über Drückerkolonnen schon vergessen?

    Der eigentliche Unterschied liegt doch darin, dass die Dienstleistung in die sexuelle Ecke gedrängt wird und damit den Übergriffen der Moralwächter von welcher Seite auch immer ausgesetzt ist. Und den Mattscheiben Anderer. Wäre die Kategorie „medizinisch“ oder „psychatrisch“, wie z.B. es dem Vernehmen nach in früheren Zeiten bei ärztlichen Behandlungen gewisser „Frauenbeschwerden“ eingeordnet wurde, wäre den Moralisten ein Empörungspotential entzogen.

    Aber welches journalistische oder politische Medium vermag ein solches Empörungspotential schon vergeben. Selbst „jugendliche“, „wilde“ und „neue“ Medien verfangen sich im Labyrinth des Herausarbeitens der besonderen „Spezialität“ einer Arbeitstätigkeit.

    Warum der Kriminalitätsapekt (und andere auch) immer besonders herausgearbeitet wird, erschließt sich logisch auch nicht. Kriminalität kann’s in jeder Partei, jeder NGO, auf jeder Baustelle, jedem Büro und bei jeder Drückerkolonne auch geben. Also auch eine eher moralisierende als auszeichnende Kategorie und Argumentation.

    Vielleicht fällt irgendwann auch jemandem auf, dass gewisse moralische Zuordnungen die Eigenständigkeit, Gleichberechtigung, etc. etc. der unabhängigen Sexworker zu Gunsten des Schutzes des angeblich schwachen Geschlechts konterkariert werden. Die Beliebigkeit der Verschiebung der Argumentationsketten könnte auch hinterfragt werden.