“Operation Freiheit” – Am 1. Mai wackelt das sozialistische Regime in Venezuela

Von Air Türkis | In Venezuela überschlagen sich die Ereignisse. In den Morgenstunden am Dienstag veröffentlichte Oppositionsführer Juan Guaido, der von den meisten westlichen Staaten als rechtmäßiger Interimspräsident anerkannt wurde, ein Video, in dem er das Ende der Unterdrückung durch den sozialistischen Diktator Maduro ankündigte, später sagte er, dass sich große Teile der Sicherheitskräfte und des Militärs auf seine Seite geschlagen hätten.

Einige Guaido-treue Soldaten haben den, sich seit 2014 in Hausarrest befindenden Ex-Oppositionsführer Leopoldo López befreit, dieser sagte, dass dies der Moment aller Venezolaner sei und rief zu friedlichen Protesten auf.

Laut eigenen Angaben befindet sich die wichtige Luftwaffenbasis La Carlota in der Hauptstadt Caracas unter Kontrolle Guaidos, die Regierung dementierte das. Die Opposition rief die Bevölkerung von Caracas zu Protesten um die Militärbasis auf, Kräfte der sozialistischen Regierung setzten Tränengas ein, immer wieder fielen Schüsse. Ein gepanzertes Militärfahrzeug rast mutwillig bei einer Demonstration in eine Menschenmenge.

Der US-Außenminister Pompeo twitterte, dass die US-Regierung das venezolanische Volk in seinem Streben nach Freiheit und Demokratie uneingeschränkt unterstütze und fügte hinzu “Die Demokratie kann nicht besiegt werden”. Vize-Präsident Mike Pence sicherte ebenfalls Unterstützung zu. “Wir sind bei euch! Amerika wird bei euch stehen, bis Freiheit und Demokratie wiederhergestellt sind.” schrieb er auf Twitter. Trump forderte später den sozialistischen Inselstaat Kuba auf, seine Truppen aus Venezuela abzuziehen, ansonsten drohen ein absolutes Embargo und starke Sanktionen. Kuba stationiert Spezialeinheiten seines Geheimdienstes in Venezuela, um das Militär des Madura-Regimes zu disziplinieren und auf Linie zu halten.

Die Lage bleibt unübersichtlich, noch ist völlig unklar inwiefern tatsächlich größere Teile des Militärs hinter Guaido stehen. Es kursieren Gerüchte, nach denen mindestens ein General aus dem Führungsstab der venezolanischen Armee hinter Guaido stehen würde. Bereits im Februar war der hochrangige Luftwaffengeneral Francisco Yánez zum Guaido-Lager übergelaufen.

Am Dienstag Abend meldete sich Maduro im Nationalen Fernsehen und erklärte den Putsch für gescheitert und beendet. Er kündigte ebenfalls an, gegen die Anführer der Opposition durch eigens dafür eingesetzte Staatsanwälte ermitteln zu lassen.

Am späten Abend (deutscher Zeit) sagte US-Außenminister Pompeo im Fernsehsender CNN, dass Maduro bereits am Dienstag morgen mit einem für ihn permanent bereitstehenden Flieger nach Kuba flüchten wollte. Russland hätte ihn aber dazu gedrängt zu bleiben. Präsident Guaido bestätigte dies, Maduro dementierte und bezeichnete die Behauptung als “verrückt”.

Juan Guaido gelang es vorerst noch nicht ausreichende Teile des Militärs hinter sich zu bringen und Maduro endgültig zu stürzen. Allerdings scheint auch Maduro nicht fest im Sattel zu sitzen. Hätte er das Militär verlässlich unter Kontrolle hätte er es wohl bereits losgeschickt und die aufständischen Soldaten niedergerungen. Guaido kündigte für Mittwoch die größten Proteste in der Geschichte des Landes an.

Aus Deutschland hörte man lange nichts zu der Thematik. Bundesaußenminister Heiko Maas ist aktuell sogar in Südamerika. Er twitterte gestern: “Wenn Demokratie, Freiheit & Vielfalt unter Druck geraten, brauchen wir mehr Verbündete, um Populisten und Autoritäre aufzuhalten. Mit Lateinamerika teilen wir wichtige Werte.” Außerdem schrieb er einen Artikel im Tagesspiegel unter dem bezeichnenden Titel “Transatlantisch – aber anders”. Am Dienstag Vormittag war er in Brasilien und eröffnet dort ein Netzwerk zur Stärkung von Frauenrechten. Erst gegen 18:00 veröffentlichte er auf Twitter eine halbgare Mitteilung in der er zwar seine Grundsätzliche Solidarität zu Guaido bekundete, gleichzeitig aber sagte: “Was wir nicht wollen, ist, dass die Waffen sprechen. Wir brauchen eine politische, keine militärische Lösung.”

Fakt ist aber: Juan Guaido versucht aktuell – nachdem das Regime auf die riesigen Demonstrationen der letzten Wochen nicht reagierte – mit dem letzten Mittel, das ihm noch bleibt, ein demokratisches System in Venezuela zu erkämpfen.

Eine ganze Nation kämpft zur Stunde um seine Freiheit, Oppositionelle riskieren im Kampf gegen Einheiten Maduros und sozialistische Stadtguerillas, den sogenannten Colectivos, ihr Leben. Ein klares Bekenntnis zum demokratisch-legitimierten Interimspräsidenten Guaido ist jetzt notwendig, eine “politische Lösung” ist Wunschdenken und Phrasendrescherei.

Ich sage: Vamos Venezuela! Für die Freiheit. Es lebe Operación Libertad!

4 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Und während dies alles in Venezuela geschieht, ziehen durch Berlins Straßen Irre, die sich erst ordentlich volldröhnen, um dann später alles mögliche kaputt zu machen, Enteignungen zu fordern und möglichst viele Polizisten zu verletzen… (Oder zumindest dabei zuzugucken.) Wie asozial kann man sein?!

  2. Frederick sagt:

    Wieso sprechen eig alle deutschen Medien von Putsch oder Umsturzversuch???? Das ist eine Revolution des Venezulanischen Volkes gegen eine Diktatur.

  3. dasLinkeParadox sagt:

    Kann ich mich nur anschliessen:
    Vamos Venezuela! Für die Freiheit. Es lebe Operación Libertad!