Olafimir Scholzinow: Der schweigsame Zirkusdirektor

Von Anna Graalfs | *Trommel-wirbel* Hier ist er! Der große Olafimir Scholzinow, Zirkusdirektor seit über vier Monaten! Und in diesen Monaten hat man den Manegechef schon ganz gut kennengelernt. Doch was viele nicht wissen: der schweigsame, etwas kleingeratene Hobbykoch geht die Dinge gerne langsam an. “Es muss ja nicht gleich eine große Party sein”, lautet eine seiner wenigen Aussagen bezüglich der Zirkus-Shows. Generell meint man Scholzinow möchte nichts sagen, was er im Nachhinein eventuell bereuen könnte, weswegen er beschließt einfach gar nichts zu sagen. Das ist nachhaltige Problemlösung auf dem höchsten Niveau! Seine wenigen Worte zeugen dann aber von großer Menschenkenntnis und Solidarität gegenüber seinen Angestellten und den Zirkusbesuchern. Ich präsentiere deswegen, die drei Aktionen die Zirkusdirektor Scholzinows Solidarität unter Beweis stellen:

  1. Spritpreise

Höhere Spritpreise wären nicht nur für das Zirkusmobil, das momentan durch ganz Deutschland zieht, sondern auch für die Zirkusbesucher definitiv nicht zumutbar. Scholzinows Worte: “Wer jetzt immer weiter an der Spritpreisschraube dreht, dem müssen die Nöte der Bürgerinnen und Bürger egal sein.” Was eine ausdrucksstarke Message. Auf die Frage, ob er denn wisse, wie viel der Sprit momentan koste, konnte er leider keine Antwort geben. Natürlich könnte man einwerfen: Wie soll die Zirkusshow jemals gut gelingen, wenn der Zirkusdirektor die Sorgen und Wünsche des Publikums nicht kennt? Allerdings zeugt seine Aussage doch viel mehr von Verständnis und Mitgefühl – und wegen eines kleinen Blackouts sollte man doch nicht auf die allgemeinen Fähigkeiten des Direktors schließen. Ein Problem könnte der momentane Russland-Ukraine-Krieg darstellen, der die Spritpreise durch die Decke schießen lässt. Doch ich bin fest überzeugt, dass auch hier Scholzinow ganz viel Empathie für seine Zirkusbesucher parat hat.

  1. Impfpflicht

Das wohl größte Zeichen von grenzenloser Solidarität in Zeiten des Killervirus: Für die Impfpflicht zu stimmen. Und das tat Scholzinus natürlich auch, in der Hoffnung, die rasante Verbreitung des Virus im Zirkuszelt einzudämmen – ungeimpfte Besucher sind ja ohnehin total solidarisch ausgeschlossen worden. Unglücklicherweise ist die Impfpflicht nun gescheitert und die meisten Maßnahmen gegen das Virus sind auch gefallen, doch Scholzinow verspricht, das Virus weiterhin zu bekämpfen.

  1. Enge Zusammenarbeit mit Anne Spiegel

Mehrmals äußerte sich Scholzinus über die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Energieversorgungs- und Umweltmanagerin der Zirkusses. Er sprach ihr das Vertrauen aus, wenige Stunden vor ihrem Rücktritt. Er hat sie außerdem stolz als “menschlich sehr beeindruckend” beschrieben, was auch immer das genau heißen mag.  Man muss schon sagen, dass der überraschende Rücktritt Anne Spiegels schlechtes Licht auf Scholzinow geworfen hat. Doch er nimmt ihren Rücktritt ganz professionell “zur Kenntnis” und erklärt ihr dann umso professioneller “großen Respekt”.  Naja, vielleicht hat sich Spiegel ja auch nur im Spiegelkabinett verirrt und findet nach einer Zeit wieder ihren Weg zurück zur Show.
Eins steht jedenfalls fest: Wer die Rückendeckung von Scholzinow hat, dem kann nichts passieren. 

Hoffentlich konnte euch dieser Beitrag den im Frack schwimmenden, großherzigen Zirkusdirektor Olafimir Scholzinow etwas näherbringen. Natürlich muss man auch sagen, dass er das Glück hatte einige Dinge, wie die marode Zirkuswehr, von seiner Vorgängerin L’Angelina Merkelassimo geerbt zu haben, dennoch sind Scholzinows Kompetenzen für das Zirkusdirektoramt keinesfalls fragwürdig… Doch nun ist es Zeit, mit der richtigen Show zu beginnen!