Morales’ unrühmlicher Abgang: Wie ein Sozialist Bolivien ins Chaos stürzte

Ex-Präsident Evo Morales. Foto: Marcello Casal Jr./ABr via Wikimedia Commons (Lizenz)

Von Sebastian Thormann | Der Sozialist Evo Morales war bis zu seinem Rücktritt am 10. November über ein Jahrzehnt lang Präsident Boliviens. In dieser Zeit setzte er seine Umverteilungs-Agenda durch: Er verstaatlichte die komplette Erdöl- und Erdgasbranche in Bolivien, baute die Wirtschaft um und nahm massive Schulden auf. Während Brasilien gerne für die Rodung des Amazons kritisiert wird, passierte genau das unter Morales in Bolivien. Passend dazu verlieh ihm natürlich die UN-Generalversammlung 2009 auch gleich den Titel „World Hero of Mother Earth“. 

Nachdem ihm die bolivianische Verfassung eine Wiederwahl untersagte, sorgte er dafür, dass diese geändert wurde, um zwei Amtszeiten zuzulassen. Danach interpretierte man seine zweite Amtszeit als seine erste nach der Verfassungsänderung um, so wurde ihm 2014 eine dritte Amtszeit ermöglicht. Im Februar 2016 scheiterte dann ein Referendum über eine Verfassungsänderung, die ihm eine weitere, vierte Amtszeit ermöglicht hätte. Daraufhin ließ er vom Verfassungsgericht die Amtszeitbegrenzung in der Verfassung als “Verletzung seiner Menschenrechte” aufheben, und trat 2019 erneut als Präsidentschaftskandidat an.

Als Morales sich nach den Wahlen 2019 mittels Wahlmanipulation zum Sieger erklären wollte, gingen Tausende auf die Straße und verlangten den Rücktritt des Sozialisten und die Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen. Schließlich weigerten sich Polizei und Militär die Demonstrationen blutig niederzuschlagen, Morales und sein engster Kreis traten zurück und setzen sich nach Mexiko ab. Nach den Rücktritten hochrangiger Politiker wurde Senatorin Jeanine Añez, als nächste in der präsidialen Nachfolge, zur neuen Interimspräsidentin vereidigt. Sie kündigte umgehend die baldige Durchführung von Neuwahlen an.

Nun erklärt Morales von Mexiko aus aber, er sei weiterhin Präsident Boliviens und fordert seine Rückkehr zur Macht. Seine verbliebenen Anhänger im Land versuchen dies mit Gewalt umzusetzen. Sie blockieren Straßen und verhindern so, dass Lebensmittel und Benzin in die Städte kommt. Bei einem Angriff von Morales’ Unterstützern auf die staatliche Treibstoff-Lagerstätte in El Alto kamen mehrere Menschen ums Leben. Wie das Wall Street Journal berichtet, sagte Verteidigungsminister Fernando López, die Soldaten versuchten, “Horden” von Demonstranten zu kontrollieren,die Dynamit verwendeten, um eine Mauer zu zerstören und Fahrzeuge im staatlichen Werk zu verbrennen. “Sie erhielten Befehle, Geld, Alkohol und Koka”, sagte López über die Angreifer. „Um Vandalismus zu verursachen, um Terror, Panik zu verbreiten, mit diesem Ziel.“ 

Währenddessen veröffentlichte die bolivianische Regierung Audio-Aufnahmen, in denen Morales anscheinend persönlich zu Gefolgsleuten spricht: “Bruder, lass kein Essen in die Städte, wir werden eine Blockade durchführen, eine echte Belagerung”, heißt es in dem Anruf aus Mexiko. “Von jetzt an wird es Kampf, Kampf, Kampf sein.” Evo Morales hat versucht eine Wahl zu manipulieren, jetzt beklagt er sich nach seinem Rücktritt über einen “Putsch” und stachelt zu Gewalt an, die dazu führt, dass die Lebensmittel für das bolivianische Volk knapp werden. Er will zurück an die Macht – ein viertes Mal – und das um jeden Preis.

8 Antworten

  1. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten viele lateinamerikanische Staaten zu den reichsten Staaten der Welt. Linksradikale wie Morales und Chavez, Lula und jetzt Lopez Obrador verschenken mit ihren Wahlgeschenken das Potential des großartigen Kontinenten.

  2. Propagandist sagt:

    Propaganda vom Feinsten.

  3. R. Kowalkski sagt:

    “Morales‘ unrühmlicher Abgang: Wie ein Sozialist Bolivien ins Chaos stürzte”

    Morales’ hat Bolivien ins Chaos gestützt? Mit Sicherheit nicht! Es sind die USA, die mit Sanktionen, Geheimdienoperationen und Kriegen Länder in den Abgrund stürzen!

    Aktuell zündelt die US-Weltpolizei in China (Hong Kong), falls ihnen das entgangen sein sollte!!!

    • moneypenny sagt:

      Na klar, die bösen Amis „zündeln“ wieder – vor allem in Hongkong… Sicher, dass da nicht auch noch das internationale Judentum seine Finger mit im Spiel hat?

      • L.W. sagt:

        Ich halte westliche Geheimdienstoperationen in Hongkong, die das Ziel haben, die Souveränität Chinas zu unterminieren, nicht für ausgeschlossen – die Bundesregierung bestätigt das quasi selbst durch Schweigen auf eine Anfrage der AfD.

        Wir können froh sein, dass mit der AfD eine Partei im Bundestag sitzt, die sich nicht auf die Seite von Kriegstreibern wie den USA stellt und die Diffamierung souveräner Staaten wie China verurteilt!

        »Keuter/Hampel: Nach Empfang des Hongkong-Aktivisten Wong versucht die Bundesregierung sich aus der Affäre zu ziehen

        AUF DIE FRAGEN OB DIE BUNDESREGIERUNG DIE AKTIVITÄTEN DEUTSCHER JOURNALISTEN IM AUSLAND FÜR GEHEIMDIENSTLICHE ZWECKE NUTZE, HÜLLT SICH DIE BUNDESREGIERUNG IN SCHWEIGEN. Es wird lediglich darauf verwiesen, dass die erbetenen Informationen derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen berühren, dass das Staatswohl gegenüber dem parlamentarischen Informationsrecht wesentlich überwiege.“

        Armin-Paulus Hampel, außenpolitischer Sprecher der Fraktion der AfD, bedauert die Vorgehensweise des deutschen Außenministers: „Deutschland hatte zu Zeiten eines Hans-Dietrich Genscher oder Klaus Kinkel international einen ausgezeichneten Ruf als ehrlicher Makler zwischen den Konfliktparteien. Hierzu gehört allerdings, dass man sich nicht bedingungslos auf eine Seite stellt, sondern die Interessen beider Parteien angemessen berücksichtigt. Natürlich kann sich der deutsche AUßENMINISTER MIT DISSIDENTEN AUS HONGKONG TREFFEN. ALLERDINGS NICHT IN EINEM FORTMAT, DURCH DAS DIE VOLKSREPUBLIK CHINA OFFENSICHTLICH BRÜSKIERT WIRD UND BRÜSKIERT WERDEN SOLL. Zur Ausgewogenheit gehört auch, die durch Teile der Demonstranten ausgeübte Gewalt zu verurteilen.“ «

        https://www.afdbundestag.de/keuter-hampel-nach-empfang-des-hongkong-aktivisten-wong-versucht-die-bundesregierung-sich-aus-der-affaere-zu-ziehen/

    • Max Roland sagt:

      Lieber Herr Kowalski,

      ich glaube, die offensichtliche Machtgier eines sozialistischen Diktators ist als Grund für die Krise eindeutig glaubhafter als wirres Gerede darüber, dass die USA Bolivien ins Chaos gestürzt hätten.

      Viele Grüße

  4. dasLinkeParadox sagt:

    Leider verläuft nicht jede sozialistische “Konterrevolution” so friedlich wie die 1989.
    Glücklicherweise aber spielten Polizei/Militär in Bolivien bei der Niederschlagung nicht mit.
    Dieser verzweifelte Versuch jetzt, mithilfe von Apparatschicks und Terroristen ist dramatisch, aber eben doch nur ein verzweifelter Versuch.
    “Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Och noch Esel auf” mag stimmen, sehr wohl aber können die Menschen die unter dem Sozialismus leiden, dieses Unrechtsregime zum Teufel jagen! Viva Bolivia!

  1. 27. November 2019

    […] über Morales‘ unrühmlicher Abgang: Wie ein Sozialist Bolivien ins Chaos stürzte — Apollo News […]