Mitarbeiter von Kahane-Stiftung sammelt Geld für politische Angriffe – das wird man ja wohl noch werfen dürfen

Von MAX ROLAND | Robert Wagner ist der Name eines Autors des Blogs „Belltower News“. Ob das der echte Name oder nur ein Synonym ist, weiß ich nicht. Der Mann (?) legt in jedem Fall viel Wert auf Anonymität – seine Identität im Netz ist in keiner Weise mit einer realen Person verknüpft.

„Belltower News“ ist laut eigener Beschreibung ein „Netz für digitale Zivilgesellschaft“. Der aufmerksame Beobachter wird bei diesem Wort hellhörig. Zivilgesellschaft, eines dieser Wiesel-Worte, die alles und nichts bedeuten (können), aber besonders gerne als Selbstbezeichnung von linken Aktivisten verwendet werden: Wenn die „Zivilgesellschaft“ gegen etwas „aufstehen“ soll, handelt es sich in der Regel um den Kampf gegen „Rechts“ oder ähnliche, ideologisch hochheilige Missionen. Hinter all diesen schönen Worten verbirgt sich knallharter, linker Aktivismus, der auch gerne mal den Boden von demokratischer Auseinandersetzung und ehrlichem Meinungskampf verlässt. Irgendwie wie bei „Belltower-News“, dem Blog, für den der Robert Wagner schreibt. Belltower News gehört übrigens zur Amadeo-Antonio-Stiftung, ist also Marke „IM Kahane“. Noch Fragen?

Der gute Herr Wagner hat sich schon einen Namen gemacht, als er via Twitter eine virtuelle Hetzjagd auf einen Zuschauer von „Hart aber Fair“ eröffnete. Dieser formte mit seinen Fingern ein „Ok“-Zeichen, als er durch die Kamera gefilmt wurde. Wagner erfasste die Szene wohl mit seinem stählernen, antifaschistischen Scanblick – und erkannte sofort, dass es sich um einen Neonazi handeln musste. Denn das „Ok“-Zeichen steht laut den linken für „White Power“. Er twitterte die Szene und zeigte das Gesicht des Mannes, betitelte ihn als Neonazi und trat so eine Schmierenkampagne gegen den jungen Mann los – sein Foto landete sogar in der BILD, unter der Überschrift: „Ist dieser Mann ein Neonazi?“ Der Haken an der Sache: Dieser Mann war kein Neonazi, sondern spielte lediglich das „Circle Game“. Man formt mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis – und wenn jemand reinguckt, hat man das Spiel gewonnen. Ja, nicht besonders einfallsreich. Aber keine Nazi-Symbolik: Trotzdem nahm Wagner in Kauf, das Leben des Mannes zu ruinieren. Seine später getwitterte Entschuldigung ändert daran auch nicht wirklich etwas. Wir sehen: Wagner ist ein guter, strammer Antifaschist, der überall Nazis sieht. Ob er auch mein Bild twittert, wenn ich ihm verrate, dass mein Rasierer von „Braun“ ist? Ich meine, Braun. Offensichtlicher kann ich gar nicht zeigen, was für ein Nazi ich bin, was?

Und jetzt hat sich Robert Wagner schon wieder einen Namen gemacht. In Halle gab es eine Demo der „Identitären Bewegung“ – Zeit für den Einsatz der friedlich-bunten Zivilgesellschaft. Die begang dann zwar auf friedlich-bunter Basis Brandstiftung – aber war ja nur ein VW Golf. Der soll ja ohnehin einem Identitären gehört haben, also alles ok. Und vielleicht war es ja noch ein Diesel, dann hat man auch noch etwas gegen Feinstaub getan. Robert Wagner begleitete die Demonstration auf jeden Fall emsig via Twitter. Und er begann, Geld zu sammeln: Wer IB-Star Martin Sellner mit einem Milchshake bewerfen würde, sollte das Geld bekommen. Finanzierung eines politischen Angriffes – für die Demokratie, versteht sich. Ich frage mich, inwiefern man das im Hinblick auf den Straftatbestand „Aufruf zu Straftaten“ rechtlich bewerten könnte.

Die unter dem Begriff „Milkshaking“ bekanntgewordene Taktik wurde in den vergangenen Monaten immer wieder von Linksradikalen angewendet: Politisch Unliebsame sollen mit Milchshakes beworfen werden. Man stelle sich nur mal vor, Maas oder Merkel würden bei einem Sachsen-Besuch mit einem Milchshake beworfen werden – was würden wir wieder über das dunkle, rückständige Sachsen schimpfen. Aber das kommt ja von links, ist also eine bunte, kreative, humoristische Form des Protests. Klar, dieses Framing ist man ja gewohnt. Doch an die Praxis des Milchshake-Werfens dürfen wir uns auf keinen Fall gewöhnen.

Denn was hier durch die linke Seite angestrebt wird, ist die Normalisierung politischer Gewalt gegen ihre Opposition. Eine etwas überzogene Beschreibung wegen ein paar Milchshakes? Nein. Denn abgesehen von einer rechtlichen Bewertung ist auch das Werfen eines Milchshakes eine Aussage: Ich stelle mich dir mit unfriedlichen Mitteln in den Weg. Erst fliegen Milchshakes – mir drängt sich die Frage auf, was danach fliegt. Und wie soll die Gegenreaktion aussehen? Sollen die Beworfenen und ihr politisches Lager, wie immer das aussehen mag, jetzt die Zentrale der Amadeo-Antonio-Stiftung mit Milchshakes bewerfen, so als Antwort? Soll Martin Sellner jetzt Robert Wagner oder Anetta Kahane eine feucht-flüssige Überraschung mit Erdbeergeschmack aus dem Hause McDonalds gegen den Kopf werfen? Nein, was wäre denn dann los. Dann würden wir ja wieder Wochenlang über die Rechten diskutieren, die unsere Debattenkultur mit Füßen treten. Aber hier richtet es sich ja gegen „die Bösen“. So ist es dann ein friedlich-bunter, antifaschistischer Milchshake – und den wird man ja wohl noch werfen dürfen.

4 Antworten

  1. Thomas Jacobs sagt:

    Wenn ich ständig all denjenigen, selbst denen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis, einen Milchshake an den Kopf werfen würde, die als Grüne oder “Rote” mit der Roten SA (Antifa, Autonome, Intervent. Linke) nicht nur gedanklich ein wenig kungeln, sondern deren beständige, selbstermächtigenden Gesetzes- und Verfassungsbrüche im Namen vermeintlicher Humanität gutheißen, würde meinem Umfeld schnell die Milch ausgehen! Im Gegensatz zur “rechten” Gewalt, die öffentlich allenthalben zu recht verurteilt wird, können linker Radikalismus und Extremismus sich auf breite Sympathie bis hin in Parteien- und Regierungskreise verlassen, wie sogar das Verhalten unseres Bundespräsidenten im Zusammenhang mit den Ereignissen in Chemnitz zeigt! Und dieses Verhalten unterscheidet uns heute von den sechziger/siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts: Gab es damals eine sehr breite Front gegen linken Terror und Radikalismus, die auch und gerade die Regierenden aller Parteien mittrugen, durchbrochen nur durch linksradikale Sympathisanten, die es schon damals in der “intellektuellen” Mitte der Gesellschaft gab, spalten heute gerade die Regierenden die ehemals relativ geschlossene antiradikale und -extremistische Front durch ihr Verhalten in “gute” linke und “schlechte” rechte Gewalt bzw. Verhaltensweisen. Damit beseitigen sie einen Grundkonsens unserer Demokratie, der selbstermächtigende, politische Gewalt per se ablehnt. So wird von Demokraten die Axt an die Grundfesten unserer Demokratie gelegt! Wurde in den zwanziger und den beginnenden dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts rechte Gewalt und deren Gedankengut deutlich milder bewertet als linke, was dem Zeitgeist geschuldet war, hat sich der Zeitgeist seit dem Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts stetig nach links verschoben, offensichtlich bis hin in Regierungskreise. Der geforderte “Marsch durch die Institutionen” war überaus erfolgreich! Linke, alternative Radikale und Extremisten werden heute “Aktivisten” genannt, sogar friedlich demonstrierende “Rechte” jedoch pauschal als extremistischer Mob, als “Pack” oder als “Dunkeldeutschland” desavouiert. Armes Deutschland!!

  1. 22. Juli 2019

    […] über Mitarbeiter von Kahane-Stiftung sammelt Geld für politische Angriffe – das wird man ja wohl noch … […]

  2. 22. Juli 2019

    […] • Weiterlesen • […]