Milliardenschwerer Deal: Iran und China bauen eine Achse auf

Von Max Roland | In den vergangenen Wochen haben China und der Iran an einem monumentalen Kooperationsvertrag gearbeitet. Ein Entwurf, der der „Asia Times“ vorliegt, sieht massive chinesische Investitionen im Iran vor und habe sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitspolitische und militärische Dimensionen. Der Iran würde damit ein Teil der chinesischen „Belt and Road initiative“, der sogenannten „neuen Seidenstraße“ werden.

Die Verhandlungen laufen zur Zeit noch – aber sollte das iranische Parlament dem Deal zustimmen, wäre dies ein schwerer Schlag gegen westliche Interessen in der Region. Über 25 Jahre hinweg sollen mehrere zehn Milliarden Dollar in den Iran investiert werden, die insbesondere der schwächelnden Ölindustrie zugutekommen würden. Der Vertrag würde auch die US-Sanktionen gegen den Iran untergraben, unter denen Teheran seit Jahren massiv zu leiden hat: Chinesische Finanzspritzen würden die Effekte der trumpschen Sanktionspolitik mindestens abschwächen.

Doch viel bedeutender ist dieser Vertrag auf einer geostrategischen Ebene: Mit der Einbindung des Irans in die „Neue Seidenstraße“ würde China sich einen strategischen Trumpf in der Region sichern. Gemeinsam mit Pakistan, welches in den vergangenen Jahren immer stärker unter chinesischen Einfluss geraten ist, würden China und der Iran ihren Einfluss in nicht allzuferner Zukunft auch auf Afghanistan und in die Levante ausdehnen können – sowohl der Irak als auch Syrien sind schon jetzt als Irans verbündete zu betrachten. Ein Albtraum für die USA, aber auch für Israel und für Indien, welches sich im Zuge der neuen US-Sanktionen gegen den Iran stellte und nun drei starke Gegner vor seiner Haustür hat. Der Deal ist ein weiterer Baustein in Chinas Streben nach globaler Hegemonie – Reaktionen aus Europa dazu sind jedoch nicht zu erwarten. Auch, weil China bereits über massiven Einfluss auf EU-Staaten wie Griechenland und Portugal verfügt. Nicht, dass Europa sonst auch selbstbewusste Außenpolitik machen könnte – die hört nämlich da auf, wo man mehr tun muss, als den US-Präsidenten zu beschimpfen oder den großen Mahner Heiko Maas an ein Rednerpult zu stellen.

1 Antwort

  1. 14. Juli 2020

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