Merz auf schwarz-grünen Abwegen

Von Max Roland | In einem dunkelgrünen Anzug und mit grüner Krawatte lässt sich Friedrich Merz für den „Spiegel“ fotografieren. Im Interview mit dem hamburger Magazin stellt er eine steile These auf: Er wäre der richtige Mann, um eine Koalition aus CDU und Grünen zu führen.

„Schwarz-Grün sitzt doch bei vielen Bürgerlichen Familien längst mit am Frühstückstisch“, sagt Merz. Wer sich nun fragt: „Welche politische Relevanz hat ein Frühstückstisch?“, dem sei gesagt: Viel. Denn so doof es klingt, bei Grünen ist selbst die wichtigste Mahlzeit des Tages politisiert. Darf man sich noch ein Rührei machen und eine Scheibe Salami aufs Toastbrot legen – oder wird die vegane Zwangsernährung durchgesetzt und ekliges Dinkelbrot mitgebracht? Eine schlechtere Metapher, um für eine Koalition mit den Grünen zu werben, wäre vielleicht nur noch „Schwarz-Grün ist doch schon längst auf der Automesse“.

Ok: Was Merz damit sagen wollte ist ja, dass die Grünen inzwischen auch bürgerlich wären, weil sie von „bürgerlichen Wählern“ gewählt werden. Und klar, genauso funktioniert Politik: Die NSDAP wurde, nachdem sie in den Dreißigerjahren bürgerliche Wähler für sich gewinnen konnte, ja auch durch und durch zu einer bürgerlichen Partei, oder? Wenn die Nazis jetzt nur noch mit den Konservativen frühstücken gegangen wären, hätte die Regierungsarbeit sicherlich hervorragend geklappt.

Warum sich Friedrich Merz jetzt zumuten möchte, mit Annalen Baerbock und Robert Habeck zu frühstücken – oder zu regieren – weiß ich nicht. Wäre ich an seiner Stelle, würde ich beides nicht tun. Der durchschnittliche CDU-Wähler und der durchschnittliche Grünen-Wähler könnten unterschiedlicher nicht sein, was Menschenbild und politische Grundvorstellungen angeht. Aber Merz, die „große Hoffnung“ für die Konservativen in der Union, scheint weder das zu begreifen, noch, wer ihn innerparteilich trägt. Anscheinend gilt: Wer am Wahlabend CDU wählt und schlafen geht, wacht mit den Grünen auf – und mit einer „konservativen Wende“ hätte es sich dann spätestens erledigt. Was soll man noch sagen? Der grüne Anzug steht Merz nicht. 

3 Antworten

  1. Werner sagt:

    War “der Gedanke der Vater” des vermuteten Schreibfehlers bei der “Annalen Baerbock”? Wenn, dann nur mit einem “n” nach dem besser kleinen “a”. Möglicherweise auch kein Schreibfehler. Über den Spiegel als so genanntes “Sturmgeschütz der Regierung”, muss man nicht mehr reden – erledigt. Habe die Kommentare bei WELT zur Sendung mit Lanz gelesen – selbst nicht angeschaut. Solche Klamauk-Sendungen mit Durchinszenierung wie am Filmset – und Statisten im normalerweise ausgesiebten Publikum, die brav auf Kommando wie die Wilden klatschen oder “Buh” machen – schau ich mir längst nicht mehr an. Die Leute für das “Buh” sind bei Sowas, also “Shows” bei M1 und M2 und -zich lokalen M3 (*), die eine ÖR-Simulation vorgauckeln, längst nicht mehr gesehen…. macht doch garkein´ Spass mehr…. nicht mal ein klitzekleiner Abtransport von “Störenfrieden”, die den Frieden beim Durchregieren und “Abgreifen” eben stören – wie im stuttgarter Landtag durch die Polizei. (*) “M” für “Merkel”. Die M´s verlieren immer mehr Deutungshoheit, und das wissen die. Habe mit der Verwandtschaft telefoniert. Bei den Krawallen in Stuttgart waren selbst betagte Damen und Herren Mitte 80 über Whatsapp mit Bekannten und Verwandten allerbestens vernetzt – das haben sie schon längst – und sich Fotos/Videos/Infos untereinander geschickt, was wo los ist. Besonders wo es für ihre Kinder und Enkel(töchter) gefährlich werden könnte. Sogar die mediale Aktion mit dem “Polizist und den Kanaken” wurde blitzschnell als reine Ablenkung mit Schuldumleitung erkannt: “nur noch Propaganda, Verblödung und Schund im Fernsehen”. Solche “Shows” schauen die sich nur an, wenn der Blutdruck zu niedrig ist, und sie dabei ganz ohne Tabletten auskommen wollen. Die Steigerung ist da zu 100% garantiert – aber nicht zu lange schauen….
    Wer als CDU (Kretschmer in Sachsen) eine grüne Politologin zur Justizministerin macht, die noch als 20-jährige “Musikerin” zu Weihnachten Bullen brennen sehen wollte, oder eine Verfassungsrichterin mit linksextremistischen Verbindungen in vom Verfassungschutz beobachteten Gruppen wählt, der ist als CDU “durch”…. “erledigt”.

  2. Jürgen Harzer sagt:

    Da schleimt sich Merz bei Lanz an das Junghuhn Neubauer von den Grünen ran. Am Firmament leuchtet die kommende Schwarzgrüne Koalition. Wer wird Wunsch Kanzler von Lanz und der restlichen medialen Merkel Arschkriechermischpoke?

  3. moneypenny sagt:

    Diese ewige Anbiederei an die Wähler ist peinlich und kommt einer Selbst-Demontage gleich. Was kommt als nächstes? Knien vor der Linken?
    Der Herr Merz muss sein Rückgrat wiederfinden, und zwar schnell, sonst wird das nix mit der konservativen Wende.