Meine Corona-Odyssee: Dieses Land hat gar nichts im Griff

10 Antworten

  1. fineart sagt:

    Ein sehr aufschlussreicher Artikel.

    Weniger wegen der Schlussfolgerung „dieses Land hat nichts im Griff“ – das stimmt nämlich v.a. da, wo die Regierung mitpfuscht, die MSM Hysterie verbreiten und/oder die Menschen inzwischen gewohnheitsmäßig auf´s Mitdenken verzichten

    – sondern vor allem wegen der eindrucksvollen Demonstration dessen, dass in jedem Menschen, so auch in Frau David, ein Schneeflöckchen wohnt, dass die Kontrolle immer dann übernimmt, wenn uns der Mut verlässt.

    Manche Menschen mögen leichter in den Schneeflocken-Modus übergehen als andere, aber wichtig ist, zu verstehen, dass davor niemand wirklich sicher ist.

    Frau David, die sonst doch ziemlich klar denkt, kommt hier an ihre Grenze, weil sie um ihre Eltern fürchtet.
    Das ist nicht nur die altruistische Reaktion einer guten Tochter, sondern- das sollte einem klar sein- auch Ausdruck der Tatsache, dass Menschen – zumal diese Generation junger Menschen – oft bis weit über ihre 20er und 30er emotional ganz erheblich von ihren Eltern abhängig bleiben.

    Der Psychoanalytiker würde sagen,dass die kindliche Symbiose mit den Eltern noch nicht überwunden ist, oder etwas in diese Richtung.

    Aufschlussreich, dass Frau David von ihrer „Mutti“ und ihrem „Papi“ schreibt.

    Der befürchtete Verlust der Eltern beinhaltet also hier auch die Angst um´s eigene Überleben.

    In Verbindung mit der allgemeinen medialen Hysterie wird so, aus der Tatsache, dass ihre Eltern eine Erkältung (!) haben, für die Autorin eine existenzielle Bedrohung.

    Die scheinbare Rettung liegt dann in einem Test, den man „Papi“ aber erstmal verweigert -und der nebenbei den Krankheitsverlauf nicht im geringsten beeinflusst hätte.

    Diese Scheinlösung generalisiert sie dann und wünscht sich Tests immer und für alle (ich übertreibe) um damit genau die Botschaft zu übernehmen, die von den MSM ad nauseam wiederholt wird („habt Angst!…kauft…Tests!…gehorcht!“)

    Zu guter Letzt scheinen irgendwie alle wieder gesund zu sein.

    Gerade nochmal davon gekommen – oder war da etwa gar nichts?

    Aber so darf man-in Zeiten von Corona (das es in verschiedensten Formen schon länger gibt als die Menschheit) nicht denken.

    Warum eigentlich nicht?

    Festzuhalten bleibt, dass es umso schwieriger ist, einen klaren Kopf zu bewahren,je mehr es einen tatsächlich selbst betrifft.

    Aber gerade dann wäre es am wichtigsten.

    Deswegen hilft nur, sich selber gut zu verstehen, sich der eigenen Ängste bewusst zu sein und sich denen dann auch zu stellen.

    Da wo die Angst ist kann und muss man -und frau auch – sich im Mutig-sein üben.

    Sonst gewinnen immer die, die es schaffen einem Angst zu machen.

    Wenn man bedenkt,dass die Leute, die heute 30 Jahre oder jünger sind, einerseits so überbehütet herangewachsen sind, wie noch nie eine Generation davor,

    dass aber genau diese Leute mit einschneidenden und harten Veränderungen konfrontiert sein werden, ist es höchste Zeit, sich abzuhärten.

    nur Mut…

    • K.David sagt:

      Elisa musste nicht wirklich um uns fürchten.. Sie war wütend, weil drei Tage kein Arzt ihren kranken Vater untersucht hat. Elisa hat sehr viel weiter gedacht als Sie: Wenn man die meisten Menschen vor Ausbruch der Krankheit infiziert, hätten die Kollegen meines Mannes getestet werden müssen. Er arbeitet in der Kardiologie, möchten Sie wenn Sie einen Herzinfarkt bekommen auf infiziertes Personal treffen?

  2. grembrand sagt:

    Worum geht es deinem Vater am meisten? Um medizinische Hilfe, um die Krankschreibung oder um den eigentlichen Corona-Test? Die ärztliche Versorung ist absolut gewährleistet: Jeder wird sowohl von der Notaufnahme als auch von der Praxis behandelt – auch mit Grippe or Coronavirus, wenn es wirklich notwendig ist. Dabei ist aus Solidarität mit den Ärzten und anderen Patienten bei Grippesymptomen die telefonische Voranmeldung Pflicht und es gibt natürlich Praxen, bei denen funktioniert das besser und welche, bei denen das noch nicht so gut klappt. Das mit der Krankschreibung ist natürlich ein bürokratisches Hindernis, das vielleicht mit der Chefin hätte abgeklärt werden können. Unter diesen Umständen ist es jedoch möglich, sich rückwirkend krankschreiben zu lassen. Jetzt aber zu dem Test: Niemand hat das Recht dazu, getestet zu werden. Die Testkapazität in Deutschland ist zwar viel höher als in anderen Ländern, aber trotzdem nicht grenzenlos und muss deshalb gezielt eingesetzt werden., auf der Basis von Wahrscheinlichkeit. Dabei ist es wichtig zu wissen, wann genau sich im Artikel geschilderte Geschichte abgespielt hat: Vor ein bis zwei Wochen war es absolut gerechtfertigt, nur diejenigen zu testen, die selbst in China oder in Italien waren, oder Kontakte zu Menschen mit ähnlicher Reisevergangenheit hatten. Mit der fortschreitenden Ausbreitung der Epidemie und der zunehmenden Durchseuchung der Gesellschaft, wird diese Richtlinie aber lockerer werden. Gleichzeitig erhöht sich die Testkapazität und bald werden alle Menschen mit Grippesymptomen werden getestet werden können. Man kann daher die Geschichte nicht nur als Feedback für Arztpraxen lesen, bei denen im Umgang mit dem Virus noch nicht alles rund läuft, sondern auch als Beleg dafür, wie verantwortlich die Regierung mit ihrer Testkapazität umgeht. Teste ich alle mit Symptomen und nicht nur dijenigen mit höherer Infektionswahrscheinlichkeit (bis vor kurzem Rückkehrer aus Italien und China), dann laufe ich erst recht Gefahr, bei limitierter Testkapazität weniger positv zu testen und die Anzahl der Infizierten zu unterschätzen. Damit hat die Verweigerung des Gesundheitssystems, deinen Vater zu testen, zur Genauigkeit der Zahlen und Statistiken beizutragen. 🙂

    • Freier Radikaler sagt:

      Den mitarbeiter einer intensivstation mit 40 fieber braucht man nicht testen und kann ihn 3 tage später wieder arbeiten lassen.
      Was hätten sie unter adolf nicht alles rechtfertigen können.

  3. Bravo. Sie sollten Kolumnen bei der ZEIT oder der Süddeutschen schreiben, die heute tatsächlich behaupteten, dass Amerika die meisten Corona Fälle weltweit hat. Wie wollen sie das aber wissen, wenn hier niemand getestet wird, weil er/sie nicht in China oder Italien war. Ich danke für Ihre Geschichte, hoffe, dass Ihre Eltern wohlauf sind und werde mir ihre Geschichte einprägen. Verlassen wir uns also auf uns. Machen Sie weiter. Sie haben einen lebendigen Schreibstil.

  4. Raubtierkapitalist sagt:

    Off-topic

    >wie unglaublich unfotogen ich sein kann.

    Alles in bester Ordnung 😉

  5. nordseeschwalbe sagt:

    Liebe Frau David, das ist erschütternd. Hoffe, Ihrem Vater geht es bald wieder besser!
    Und Sie haben recht: Dilettantismus allerorten. Heute kam in den Nachrichten, dass vermehrtes Testen ev. doch ne gute Idee sein könnte…
    Vielen Dank für Ihren Artikel, Sie schildern alles so lebendig (z.B. das Getestetwerden in der Praxis), dass man das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein…!

  6. dasLinkeParadox sagt:

    Bestätigt meine Meinung: Nicht das Virus sit soooo gefährlich, sondern die Hysterie und die „Massnahmen“ drumherum. Angst, Panik, Nocebo, Bewegungsmangel, fehlendes Sonnenlicht (Vitamin D), soziale Isololation…. sind extrem immunschwächend. Die Hyterie und die „Massnahmen“ werden uns weit härter treffen, als es diese Promi-Grippe getan hätte, wenn wir sie einfach nicht mediial zur neuen Pest stilisiert hätten, sondern sie wie andere Grippe einfach hätten gewähren lassen.

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