Markus, wir müssen reden!

Von Jonas Aston | „Long live the King“ postete Markus Söder vor wenigen Tagen auf seinem Twitter-Profil. Damit nahm er Bezug auf den Tod von Queen-Elizabeth. Untermalt wurde der Tweet von einem gemeinsamen Foto von Söder und King Charles. Die beiden Frauen der Männer, die auf dem ursprünglichen Foto zu sehen waren, schnitt Söder aus. Charles blickte selbst für seine Verhältnisse bedröppelt, nur Söder blickte stolz und mit geschwollener Brust in die Kamera. Den Zuschauern möchte er damit wohl sagen: „Seht her, ich bin der wahre König“. Und wenn es schon für Großbritannien nicht reicht, dann immerhin für Bayern. 

Aber Markus, du bist kein König, du bist auch kein Prinz und nicht einmal für den Knappen reicht es nicht. Meiner Meinung nach bist du ein Hofnarr und ein Gaukler. Jahrzehntelang hingst du am Rockzipfel von Merkel und den Grünen. Ewigkeiten hast du dich an das woke Milieu herangewanzt und gleichzeitig dem Wähler vorgegaukelt, du seiest konservativ. Nun versuchst du verzweifelt dich von deiner Vergangenheit loszulösen. 2011, als die CDU und die FDP sich nicht auf ein Ausstiegsdatum für die Atomenergie einigen konnten, bestandst du auf dem Ausstiegsjahr 2022. Nun erklärst du aus heiterem Himmel: „Mit ihrer zögerlichen Tiki-Taka-Politik zur Kernenergie hat die Bundesregierung wegen der Grünen bereits sehr viel Zeit verloren.“ Plötzlich erklärst du den Turnaround, aber das natürlich ohne dich von deinen Äußerungen vor über 10 Jahren zu distanzieren.

Aber es fehlt dir nicht nur an politischer Weitsicht, sondern selbst an deiner politischen Kurzsicht mangelt es. Ich werde nie vergessen, wie du vergangenen Dezember bei Anne Will gefordert hast, Karl Lauterbach als Gesundheitsminister zu berufen. „Er kann das aufjedenfall“, hast du gesagt. Du hast erklärt, du würdest „es begrüßen“, vor allem da man in dieser Lage jemanden brauche, der „keine 100 Tage Einarbeitung“ braucht. Damit hast du auf Olaf Scholz weiteren Druck aufgebaut, der sich ganz offensichtlich davor gesträubt und lange gezögert hat Lauterbach zum Gesundheitsminister zu nennen. Ob du es nun also wahrhaben willst oder nicht, lieber Markus, Karl Lauterbach ist dein Gesundheitsminister.

Markus, der Wähler kauft dir dein Herumlamentieren nicht mehr ab. 50 Prozent plus X? Das wird wohl nichts! Die Zeiten, in denen die CSU die absolute Mehrheit erringen konnte, sind ein für alle Mal vorbei. Die Zielmarke von 5 Prozent plus X dürfte künftig die realistischere sein. Die Koalition von Freien Wählern und CSU könnte 2023 auch Geschichte sein, doch was tut Markus dann? Steigt er mit Habecks Grünen ins Bett oder holt er sich doch lieber die Lauterbach-SPD ins Kabinett?

Lieber Markus, du hast dich verzockt. Beende also endlich das Trauerspiel und mach Platz für Leute, die es vielleicht besser können, sofern davon noch welche übrig geblieben sind. Ganz nach dem Motto: „Der Hofnarr ist Tod! Es lebe der Hofnarr!“.



1 Antwort

  1. Helmut sagt:

    Grossartiger Artikel! Markus der Hofnarr, ein Gaukler, auf den Punkt gebracht.