“Manche Leute wollen die Welt nur brennen sehen” – US-Linksradikale nehmen Überhand

Von Sebastian Thormann | Vor ein paar Wochen konnte man in Chicago Szenen wie aus Batman beobachten: Die Behörden zogen Chicagos Zugbrücken hoch, um Randalierern den Zugang zur Innenstadt zu verwehren. Ein bisschen wie eine mittelalterliche Festung, die sich verzweifelt versucht, vor dem Ansturm brandstiftender Angreifer zu schützen. Dem ganzen vorausgegangen war ein gewaltsamer Mob, der durch Downtown Chicago zog und ein Geschäft nach dem anderen plünderte. 

Aber das ganze war nur eine kleine Episode aus einem Sommer der Gewalt und Zerstörung in vielen amerikanischen Großstädten. Unzählige Geschäfte wurden zerstört, Autos angezündet und Unbeteiligte zur Bewusstlosigkeit niedergeschlagen. Mehrere dutzend Menschen sind im Verlauf der Unruhen gestorben. Mancherorts sind ganze Häuser niedergebrannt. Und all das im Namen der Gerechtigkeit. Aber was genau ist gerecht daran, als Reaktion auf einen Fall von Polizeigewalt die eigene Nachbarschaft anzuzünden, einen Apple Store auszuräumen, vorbeifahrende Autos anzuhalten, den Fahrer herauszuziehen und auf offener Straße zusammenzuschlagen?

So etwas nennt man nicht Gerechtigkeit sondern Anarchie. Trotzdem gibt es genügend Leute, die solch ein kriminelles Verhalten entschuldigen, schließlich ginge es um einen Kampf ums Überleben, ums Überleben vor der Polizei. Aber das Narrativ, wonach unschuldige Afroamerikaner im großen Stil von der Polizei getötet werden und deswegen ständig um ihr Leben fürchten müssen, wird schlichtweg nicht von den Fakten gestützt: Laut der Washington Post wurden im letzten Jahr lediglich 14 unbewaffnete Schwarze von der Polizei erschossen, in den gesamten USA mit einer Bevölkerung von mehr als 42 Millionen Afro-Amerikanern. Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, ob der Gewalteinsatz tatsächlich ungerechtfertigt oder nicht ist.


Man kann sich allerdings schon die Frage stellen, wie sehr einem ein Ladenbesitzer zuhören will, nachdem man sein Geschäft leergeplündert hat, oder ein Polizist, dessen Dienstwagen man gerade abgebrannt hat.



An manch einem einzigen Wochenende sterben alleine in Chicago mehr als viermal so viele Schwarze durch Gang-Schießereien. Das heißt nicht, dass es nicht auch Probleme und vereinzelt Fälle von Rassismus gibt, aber wenn sich Gehör verschaffen will, dann tut man das friedlich – und zehntausende Amerikaner haben bewiesen, dass sie das können. Aber dennoch heißt es immer wieder, Randale seien notwendig, damit man sich “Gehör verschaffe”. Man kann sich allerdings schon die Frage stellen, wie sehr einem ein Ladenbesitzer zuhören will, nachdem man sein Geschäft leergeplündert hat, oder ein Polizist, dessen Dienstwagen man gerade abgebrannt hat.

Man könnte meinen, Lokalpolitiker reagieren auf diese Gewaltwelle, indem sie ihren Bürgern zeigen, dass sie die Straßen ihrer Städte sicher halten können. Aber die Reaktion sah ganz anders aus: Man erfüllte vielerorts den Wunschzettel linksradikaler “Aktivisten”. Das Seattle Police Department etwa muss nach Budgetkürzungen 100 Beamte entlassen. Zuvor hatte der Stadtrat Seattles der Polizei schon den Einsatz von Pfefferspray und anderen Mitteln zur nicht-tödlichen Krawall-Bekämpfung verboten, woraufhin die Polizeichefin den Einwohnern schrieb, dass ihre Beamten keine Möglichkeit mehr haben “sicher einzugreifen, um Eigentum inmitten einer großen, gewalttätigen Menge zu schützen”. Die erste afroamerikanische Polizeichefin in der Geschichte Seattles hat aus Protest gegen die jüngsten drastischen Budgetkürzungen schließlich ihren Rücktritt angekündigt. Währenddessen wurde in New York das Polizeibudget um eine Milliarde US-Dollar gekürzt – ja eine ganze Milliarde. 

Kürzung des Polizeibudget inmitten einer Gewaltwelle – und die Folgen, die vorherzusehen waren 

Inmitten einer Gewaltwelle kürzt man also das Polizeibudget und behindert die Polizeiarbeit so weit es geht? Das ist wahnsinnig – wie würde man es sonst beschreiben? Das Resultat ließ nicht lange auf sich warten: In den 50 größten US-Städten stieg die Zahl der Morddelikte um 24% im Vergleich zum Vorjahr, in Chicago sogar um mehr als 50%. Die Idee, dass man auf einen Zusammenbruch von Recht und Ordnung mit dem Abbau der Polizei antwortet, wäre normalerweise undenkbar. Aber es ist nur der natürliche Höhepunkt einer linken Innenpolitik, die den Rechtsstaat selbst als das Übel sieht.

In Kalifornien hat Proposition 47 verschiedene Verbrechen zu Ordnungswidrigkeiten heruntergestuft, so z.B. Ladendiebstahl unter 950 US-Dollar. Das Resultat? Teilweise kommen Diebe mit Taschenrechnern in Läden, machen ihre Rucksäcke voll bis zum Limit, gehen raus und kommen mit leeren Rucksäcken wieder um weiterzumachen, wo sie aufgehört haben. Seit Inkrafttreten von Prop. 47 sind Diebstahldelikte im ganzen Staat gestiegen. 

In Suffolk County, Massachusetts, wo Boston liegt, hat die Distrikt-Staatsanwältin Rachael Rollin eine Liste von Verbrechen – die sie nicht mehr verfolgt – veröffentlicht, dazu gehören u.a. Ladendiebstahl, Hausfriedensbruch, Widerstand gegen eine Festnahme. Das führt dann dazu, dass z.B.  Ladendiebe, die aus Versehen die County-Grenze überschreiten, mit Erschrecken feststellen, dass sie tatsächlich für ihre Taten geradestehen müssen. 

Was aber bedeutet das alles für Deutschland?

Ganz einfach, die deutschen Linken sind den amerikanischen Linken oft nur ein paar Schritte hinterher. Tatsächlich sind diese abstrusen Vorstellungen der Innenpolitik hier schon beim linken Nachwuchs angekommen: Erst vor kurzem berichtete die Taz über ein neues Polizei-Positionspapier der Grünen Jugend und frohlockt unter der Überschrift “Sozialarbeiter statt Polizisten”, dass die Jugendorganisation der Grünen die Polizei einschrumpfen will.

Man wolle eine „befreite Gesellschaft, die Gewalt und Repression als Mittel der gesellschaftlichen Problemlösung Stück für Stück überwindet“. Das Vermummungsverbot für Demonstranten soll auch gleich mit aufgehoben werden. Zur Deeskalation sollen die meisten Polizeistreifen keine Waffen mehr tragen und auf Pfefferspray verzichten. Kurzum: Das klingt nach einem Rezept für Chaos, ganz nach Vorbild der US-Linken.

Dabei ist es auch in den USA nicht so als gäbe es einen Wunsch nach weniger Polizei. Mehr als 80% aller Afro-Amerikaner sind dagegen, dass die Polizeipräsenz reduziert wird. Warum sollten sie auch nicht? Rechtschaffene Bürger – egal welcher Ethnie – wollen schließlich keine Gesetzlosigkeit, genauso wenig wie staatliche Willkür. Sie wollen bloß in Frieden leben.  Anders als eine kleine, aber gewalttätige Gruppe von Randalieren, die mit Vergnügen die Straßen amerikanischer Städte terrorisieren. Bei den Randalen beteiligten sich teilweise sogar millionenschwere YouTuber. Die Zerstörung wurde zu einer Art Happening. Um zurück zu Batman zu kommen, dessen Butler Alfred bemerkte in einem der Filme sehr treffend: “Manche Leute suchen nichts Logisches wie Geld. Sie können nicht gekauft, gemobbt, mit ihnen diskutiert oder verhandelt werden. Manche Leute wollen die Welt nur brennen sehen.

3 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Guter Artikel – aber was sollen diese Großbuchstaben in der Überschrift??? Das ist im Deutschen einfach falsch – und sieht auch noch beknackt aus… Sorry, musste ich mal loswerden.
    Sonst aber wie immer erste Sahne der Bericht.

  2. karlchen sagt:

    Aber wer ist Batman?