Männer sind nur halbe Menschen, oder: Wie Feminismus gegen den Klimawandel hilft

Von Max Roland | Männer sind an fast allem schuld. Das sehen nicht nur Ehefrauen und Freundinnen so, sondern auch der feministische Autor Jens van Tricht. Dieser konnte im „Deutschlandfunk“ seine bahnbrechende These präsentieren: Für ihn ist Feminismus ein Mittel gegen den Klimawandel. 

Was nach einer total überzogenen Satire klingt, wird dort in vollem Ernst präsentiert. „Klimakrise, Ressourcenerschöpfung, Armut und Ungleichheit, Ausgrenzung und Ausbeutung, drohender Krieg und andere gewalttätige Konflikte, zählt van Tricht auf: ‚Viele soziale und politische Probleme werden von Männern verursacht. Und das hat direkt damit zu tun, was wir Männer über Männlichkeit lernen.‘“ Männer seien in Wirklichkeit nur halbe Menschen  und der Feminismus  ihre einzige Chance, erklärt der Holländer auf einer öffentlich-rechtlichen Plattform. Wo kritischer Journalismus geboten wäre, werden diese Aussagen vollkommen unwidersprochen präsentiert und nicht hinterfragt. Stattdessen finden wir am Ende des Beitrages auf „DLF Kultur“ noch den Buchtitel inklusive Verlagsnamen und Preis. 

van Tricht versteht sich als feministischer Aktivist, der gegen „traditionelle Männlichkeit“ kämpft. Die ist für ihn die Wurzel allen Übels, von Krieg bis zum Klimawandel. Also sind an allem schlechten in der Welt eigentlich die Männer schuld. Den Grundkurs „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ hat er mit voller Punktzahl bestanden, möchte man meinen. 

Mehr als die Nachfrage, ob van Tricht mit diesen Thesen nicht „etwas dick auftrage“, kommt von Seiten der sogenannten Journalisten, die diesen Beitrag zu verantworten haben, nicht. Man stelle sich vor, ein rechter Politiker würde die These aufstellen, Flüchtlinge müssten lernen, vollwertige Menschen zu sein – soviel journalistische Haltung würde man noch nie gesehen haben. 

Das ganze erschreckende Stück findet sich hier beziehungsweise hier: Lesen Sie einfach selbst und schauen Sie sich an, wofür 17,50 Euro Rundfunkbeitrag so verwendet werden. 

2 Antworten

  1. Niklas sagt:

    Vielen Dank für diesen Genialen Artikel. Ich habe herzlich gelacht und habe immer noch Tränen in den Augen.
    Es ist ja wirklich spannend, wie es “Journalisten/Autoren” schaffen, zwei so verschiedene Themen zusammenzuwürfeln und gleichzeitig so realitätsferne Fakten zu Präsentieren. Allerdings ist es mir fern, warum der Deutschlandfunk solch kruden Thesen eine Plattform bietet. Ein Interview beziehungsweise eine Diskussion mit dem Autor und dementsprechend auch ein differenzierter Konsens wäre in diesem Zusammenhang sinnvoller gewesen.
    Schade.
    „Wir müssen uns Männern erlauben, mehr Mensch zu sein“* Ich glaube dieses Zitat kann man so stehen lassen.
    *https://www.deutschlandfunkkultur.de/jens-van-tricht-ueber-warum-feminismus-gut-fuer-maenner-ist.1270.de.html?dram:article_id=467068

  2. nordseeschwalbe sagt:

    Wäre ich Psychologin, würde ich mal nach Herr van Trichts Beziehung zu seiner Mutter fragen…