Lungenarzt Köhler weist Vorwürfe zurück: die Kernaussage bleibt

Von LUCY | Im Januar hatten der Pneumologie-Professor Dieter Köhler und weitere Lungenärzte ein Papier verfasst, welches die aktuellen Feinstaub- und Stickoxidgrenzwerte infrage stellt. Jedoch wurden ihnen in der vergangenen Woche Rechenfehler von der „taz“ vorgeworfen.

Köhler selbst will den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und weist nun die Kritik energisch zurück. Er habe sich nicht verrechnet, sondern lediglich einen falschen Wert für den Kondensgehalt einer Zigarette angenommen. Damit nimmt er Bezug auf einen Vergleich aus seiner Stellungnahme vom Januar, wonach ein Raucher, der täglich eine Schachtel raucht in zwei Monaten die Feinstaubdosis erreicht, die ein 80-jähriger Nichtraucher im Leben einatmen würde.  In seiner neuen Rechnung mit dem richtigen Wert für die Feinstaubdosis einer Zigarette tut sich nun Folgendes auf: Ein Raucher würde in 65 Tagen (2,1 Monate) dieselbe Feinstaubdosis einatmen wie ein Nichtraucher, der 80 Jahre lang den zugelassenen Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikzentimeter einatmet.

Diese Unterschiede seien aber unwesentlich, denn es gehe laut Köhler um den Vergleich der Risiken. Würden die zahlreichen Krankheits- und Todesfälle, die in den Studien der Weltgesundheitsorganisation, die zur EU-weiten Festlegung von Grenzwerten geführt haben, wirklich durch Feinstaub verursacht worden sein, müssten alle Raucher schwer krank oder tot sein.

Somit bleibt trotz der massiven Vorwürfe der „taz“ die Kernaussage des ursprünglichen Papiers, dass „die bislang geltenden Grenzwerte auf keiner wissenschaftlichen Grundlage basieren“, unangetastet und auch weitere Lungenärzte verteidigten diese Position. Sie hätten das Papier nicht wegen der Rechnungen, sondern wegen der Hauptaussage unterschrieben.

Trotz der Rechenfehler sollte dieses Papier ein Weckruf sein, die Sinnhaftigkeit von Dieselfahrverboten und von den aktuellen Grenzwerten zu hinterfragen.

1 Antwort

  1. Krumhardt sagt:

    Das Problem ist doch dies: Diese Ideologen sind gar nicht an einer sachlichen Debatte interessiert. Da geht es um gut und böse, ein Glaubenssystem, nicht um wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn.