Lasst mich doch einfach in Ruhe – mein Weg zur Freiheit

Von Michael Friese | Mein Weg in den Liberalismus begann im Jahr 2015, als ich durch die damals prominenten Ereignisse erstmals politisiert wurde. Ich wurde mit der Flüchtlingskrise und dem Zusammenstoß verschiedener Ansichten konfrontiert, was aufgrund meiner von Anfang an negativen Einstellung gegenüber Merkels Migrationspolitik dazu führte, dass mir die Freiheit, meine Meinung kundzutun, bereits unterschwellig wichtig wurde. In den Jahren danach kam ich immer wieder mit Erkenntnissen aus der Geschichte in Kontakt, welche dieses Bild nochmals verstärkt haben und seit dem leidigen Thema Corona ist mir die Freiheit und die damit verbundenen Werte wichtiger denn je.

Fangen wir aber am besten ganz von vorne an: Im zarten Alter von zwölf Jahren kam ich das erste Mal mit der Politik so richtig in Verbindung. Davor war ich nie wirklich politisch gewesen, jedoch habe ich mich als kleines Kind immer geärgert, wenn Angela Merkel im Fernsehen zu sehen war. Ich mochte sie irgendwie nicht und habe dann immer sowas gesagt wie „Mann, wieso ist immer diese doofe Frau da?“. Faszinierend, wenn man bedenkt, dass sich meine Meinung bis heute nicht geändert hat. 2015 hat dem Image Merkels bei mir nämlich für alle Ewigkeit einen schlechten Anstrich verpasst. Die Flüchtlingskrise war bei mir wirklich nicht beliebt, was aber vermutlich daran lag, dass meine Eltern sich immer darüber aufgeregt haben. Mit zwölf saugt man eben noch viel auf und hinterfragt eher weniger.

In dieser Zeit ist mir jedoch auch aufgefallen, dass die linken Kräfte in Deutschland immer wieder auf „die Rechten“ eindreschten, egal, ob es nun Rechte, Rechtsextremisten oder Nicht-Linke waren. Da regte sich bei mir schon der Freiheitsgedanke, dass jeder doch sagen dürfen sollte, was er meint. Diese Ansicht erhärtete sich dann immer mehr über die nächsten Jahre. Bald wurde der Rassismus ein großes Thema in Deutschland, der Rechtsextremismus war quasi überall präsent und seit 2017 sitzen „Nazis“ im Bundestag. Dabei besteht die AfD nicht zu 100% aus Rechtsextremisten, geschweige denn Nazis und wenn ich einem Schwarzen einen Negerkuss anbiete, heißt das nicht, dass ich ihn aufgrund seiner Hautfarbe zutiefst verabscheue. Auch hier deutete sich wieder ein Druck an, der auf andere Meinungen aufgebaut werden sollte. Du sagst dies, du hast die Meinung, du hast für die Partei gestimmt? Du bist jetzt offiziell Rassist, Sexist, Nazi etc.! Dass man eventuell seine Gründe dafür hat, die AfD zu wählen, welche nicht mit der Reinhaltung der arischen Herrenrasse zusammenhängen, fällt den Leuten dabei aber überhaupt nicht ein. Du wählst die Doofi-Doofmann-Partei? Dann bist du jetzt auch ein Doofi-Doofmann!

Und dann kam schließlich der Punkt, an welchem mein freiheitliches Denken endgültig in mir verankert wurde: Ich beschäftigte mich mit der Geschichte. Und wenn es da um Freiheit geht, fällt einem da als Negativ-Beispiel zuerst Adolf Hitler und das Dritte Reich ein. Für alle, die aus der Geschichte lernen und wissen wollen, wie man es nicht tun sollte, ist dieses Kapitel auch sehr ans Herz zu legen. Allerdings gibt es in der Geschichte noch viel mehr als das Dritte Reich. Haben Sie schon einmal von der Deutschen Demokratischen Republik gehört? Ich wusste zum Beispiel, dass es sie gab und dass sie irgendwas mit der Berliner Mauer zu tun hatte. Das war es dann auch wieder. Erst als ich durch mein politisches Interesse immer mal wieder mit der Geschichte in Kontakt kam, wurde mir bewusst, was die DDR für ein Regime war. Ein eingesperrtes Volk, Tote an der Mauer, ein Staatssicherheitsdienst, dessen Aufgabe die „Zersetzung“ Andersdenkender ist, in den Selbstmord getriebene Bürgerrechtler, ein blutig niedergeschlagener Aufstand im Jahre 1953… die Liste ist lang. Und die Tatsache, dass Menschen aus dieser Zeit, die an diesem System mitgewirkt haben, heutzutage zum Teil relevante Persönlichkeiten sind, erschreckt mich zutiefst und sagt mir ganz deutlich: Wenn man nichts dagegen unternimmt, werden solche unfreiheitlichen, undemokratischen und menschenfeindlichen Bestrebungen wieder Fuß fassen.

 

Geschichte an den Schulen: unbefriedigend bis ungenügend 

Das Schlimmste an alldem aber ist, dass ich nichts von den aufgezählten Sachen in der Schule gelernt habe. Ich musste mir alles durch Hörensagen im Internet erst zurechtlesen, damit ich von diesen Ereignissen im Detail erfuhr. Wir wissen über jede mögliche Verbindung der AfD zum Rechtsextremismus, aber ich wusste für eine lange Zeit nicht, dass DIE LINKE die Nachfolgepartei der SED ist. Als ich das erste Mal davon erfuhr, war ich verwirrt. Wie kann so eine Partei in den Bundestag gewählt werden? Wäre eine NPD, die im Bundestag säße, nicht in etwa das Gleiche?

Mit diesen Worten kommen wir nun in die Gegenwart bzw. zur Corona-Pandemie. Denn dieses Thema ist aus meiner Sicht mit einer Achterbahn vergleichbar. Nicht, weil es wild einhergeht, sondern weil ich am Anfang nur wenig für dieses Thema übrig hatte. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich meinen letzten normalen Schultag verbrachte und angekündigt wurde, dass danach aufgrund eines Lockdowns für die nächste Zeit keine Schule sein wird, und ich mich darüber gefreut habe, dass ich endlich frei habe. Natürlich wurden Videokonferenzen abgehalten und Hausaufgaben aufgegeben, aber diese wurden im ersten Halbjahr 2020 nicht benotet. Das hat mir in einigen Fächern notentechnisch wirklich den Allerwertesten gerettet.

Als nun aber das neue Schuljahr begann, haben die Maßnahmen meine Noten ziemlich nach unten gezogen. Es war glücklicherweise nicht katastrophal, aber ich wurde in jedem Fach schlechter und das hat mit dem Homeschooling zu tun. Es liegt mir einfach überhaupt nicht. Die Themen in der Schule sind teilweise so uninteressant, dass ich einfach diesen Druck brauche, der mich in die Schule bringt, damit ich mich zumindest etwas mit diesen Sachen auseinandersetze. Zuhause ist einfach eine zu große Vielfalt potenzieller Ablenkung vorhanden. Wer will sich bitteschön mit der Analytischen Geometrie beschäftigen, wenn er eine PlayStation vor der Nase hat?

 

Genug ist genug.

Ab diesem Moment habe ich angefangen, die Corona-Maßnahmen kritisch zu sehen. Sind diese harschen Maßnahmen eigentlich wirklich gerechtfertigt? Wie gefährlich ist dieser Virus? Brauche ich mir überhaupt darum Sorgen zu machen? Je mehr ich mich mit der Thematik beschäftigte, desto mehr bemerkte ich, dass da etwas im Argen lag. Essentielle Grundrechte wie die der Freizügigkeit oder Unverletzlichkeit der Wohnung wurden einfach außer Kraft gesetzt. Es wurde genau bestimmt, wer sich mit wie vielen Leuten aus wie vielen Haushalten treffen darf. Es wird konstant versucht, die Querdenken-Bewegung pauschal zu einer Ansammlung von Schwurblern und Rechtsextremisten zu machen. „Experten“ treten im Fernsehen auf und berichten von den Horrorszenarien, die uns bevorstehen sollen, aber dann doch nicht eintreffen. Das sind alles Muster, auf die ich bereits gestoßen bin – sowohl in der jüngeren als auch älteren Geschichte.

Aber eine Sache sollte mir vor Augen führen, dass der Gedanke von Freiheit zu einem exotischen Gedanken geworden ist: Die heilige, die ganz bestimmt vollkommen wirksame, die unhinterfragbare Impfung! Sie hat innerhalb von nicht einmal einen Jahr die Medienlandschaft von einem „Es wird keine Impfpflicht geben – auch nicht durch die Hintertür“ zu einem „Wenn Sie die Impfung nicht nehmen, sind sie unsolidarisch, egoistisch, ein Sozialschädling und Tyrann!“ gebracht. Ungeimpfte gehen seit geraumer Zeit für einige Leute nicht mehr so ganz als Menschen durch; das lässt jedenfalls die unverfrorene Sprache dieser Leute vermuten. Was macht man denn zum Beispiel mit einem Schädling? Man schafft ihn aus dem Weg, man wird ihn los. Eine solche Sprache in Bezug auf Menschen erinnert mich an sehr gruselige Zeiten.

Ich bin nun zu allem Überfluss auch noch ein Teil dieser „Schädlinge“, „Tyrannen“ oder sonst was. Ich habe mich nämlich nicht impfen lassen und habe es auch nicht vor. Zuerst waren die Gründe rein wissenschaftlicher Natur: Ich wollte die Langzeitstudien abwarten, bevor ich mir die Spritze gebe. Mein Alter und die Abwesenheit von Vorerkrankungen drücken bei mir zudem die Wahrscheinlichkeit, an dem Virus zu sterben, in den Promille-Bereich. Ich habe mich also dazu entschlossen, die Impfung nicht zu nehmen, weil sie für mich nicht besonders sinnvoll erscheint. Das ist bei anderen Leuten natürlich anders. Ich sage immer: Ich bin 18, nicht 80. Wäre ich 80, würde ich die Impfung vermutlich auch nehmen. Dann liegt meine Sterbewahrscheinlichkeit schließlich bei knapp 20% und das Risiko würde ich dann wirklich nicht in Kauf nehmen wollen.

Ich möchte nämlich eigentlich nur in Ruhe mein Leben führen. Mein Leben in Freiheit.

Durch diese Schmierenkampagne in den Medien, hat sich bei mir ein immer größerer Trotz-Effekt eingerichtet. Ich habe für mich eine Entscheidung über meinen Körper getroffen und was passiert? Ich bin nun ein Egoist, ein Schädling. Vielleicht habe ich da etwas verpasst, aber überzeugt man Menschen für gewöhnlich nicht mit Argumenten? Ich werde jedenfalls nicht meine Meinung ändern, weil mich jemand immer wieder beleidigt und moralisch erpresst. So etwas zieht bei niemandem.

Wie kann man also nun die Impfunwilligen davon überzeugen, sich nun doch impfen zu lassen? Man hat es mit instabilen Argumenten und der Dämonisierung versucht. Da bleibt als letzte Option wohl nur der Zwang. Und der kommt vielleicht früher als später, denn eine generelle Impfpflicht wird mittlerweile offen kommuniziert. Allerspätestens da sage ich: Nein! Ihr werdet mich und andere Leute nicht dazu zwingen, sich impfen zu lassen. Genug ist genug! Ihr unterteilt das Volk in ungeimpft und geimpft, in gut und böse. Von Freiheit ist hier überhaupt keine Spur mehr, was auch offen kommuniziert wird. Sich nicht impfen zu lassen ist ja angeblich keine Freiheit sondern Egoismus. Nein! Freiheit ist, dass jedes Individuum eigene Entscheidungen treffen kann und zu denen gehören auch immer egoistische. Natürlich sollten Aktionen, die direkt andere Menschen gefährden, unterbunden werden und Leute, die nur an sich selbst denken, waren nie wirkliche Sympathen. Wenn du dich aber nicht gegen Corona impfen lässt, ist der Einzige, der gefährdet ist, man selbst. Deshalb ist es eine Entscheidung, die jeder frei treffen sollte, und ich möchte meine auch frei treffen.

Ich werde mich nicht impfen lassen. Sollte es nun zu einer Impfpflicht kommen, gibt es zwei Optionen: Ihr schickt die Polizei ins Haus und schleift mich gegen meinen Willen zum Arzt oder ich wandere in ein Land aus, welches eine Impfpflicht strikt ablehnt. Man verstehe mich da bitte richtig: Ich hoffe inständig, dass keine dieser Szenarien eintreten muss. Ich möchte nämlich eigentlich nur in Ruhe mein Leben führen. Mein Leben in Freiheit.

2 Antworten

  1. Antonio Espinosa sagt:

    Tjaja. Immer mehr Impfektionen durch hauptwirkungsfreie Sera mit eilzugelassenen Nebenwirkungen.
    Impfquote Afrika: 5-6%, dazu Epsilon und Lambda-Varianten.
    Aber: Kehraus-Stimmung in Nairobis Kliniken.
    Alles klapperleer.
    Ach so: Viel niedrigerer Altersdurchschnitt. da Kann doch nix passieren.
    Die Jüngeren liegen ja nur bei uns zunehmend auf Intensiv …..

  2. Gudrun Meyer sagt:

    Ich bin 60, durch eine Anregung bei “Tichys Einblick” auf die Idee gekommen, den Blog “Apollo” zu lesen, und mit 60 hat man zwangsläufig eine gewisse Lebenserfahrung. Meiner Meinung nach wird Covid genutzt, um ein totalitäres System zu errichten. Dieser Verdacht ist bei mir im Mai 2020 aufgekommen, und inzwischen zweifle ich kaum noch daran. Es gibt in jeder Partei anti-totalitäre Politiker, z.B. Wolfgang Kubicki von der FDP oder Sahra Wagenknecht von den Linken, aber nur die AfD ist als Partei anti-totalitär. 2020 gab es eine AfD-interne Aktion, nämlich ein Ohne-wenn-und-aber-Bekenntnis zum Grundgesetz. Alle AfD-Politiker mussten diese Erklärung unterschreiben, schließlich war ihr Zweck der, die Problembären innerhalb der Partei zur Räson zu bringen. Das ist wohl auch gelungen, jedenfalls fiel es dieser Schreckenspartei im Frühling 2021 offenbar leicht, de JA-Vorsitzenden Marvin Neumann aus der Partei ´rauszuekeln, nachdem er eine verfassungswidrige Position vertreten hatte.

    Auch vor Covid gab es einen beträchtlichen Druck darauf, das Merkel-Regime und seine “Politik” gut zu finden und als selbstverständlich hinzunehmen, dass das Regime jede missglückte “Politik” sofort zur besten Idee seit der Erfindung von Schnaps erklärte. “Weiter so, und jetzt erst recht!” war nicht nur die Reaktion auf eine völlig verrutschte “Willkommenskultur”, sondern auf jeden Fehler, den Merkel und Co. gemacht haben. Aber die Politisierung vorher unpolitischer Angelegenheiten, die steigende Lautstärke, die zunehmende Unkritisierbarkeit der Regierung, die enorme, nicht demokratisch legitimierte Macht der “N”GO-Schranzen und der “Qualitäts”journalisten – das alles griff nicht sehr in den Alltag der Menschen ein. Wenn man z.B. im Sommer für eine Woche nach Italien oder auch nur innerhalb von Deutschland verreiste, war das eine reine Privatsache, und es gab keine Bestimmungen darüber, wie viele Leute aus einem Haushalt sich mit wie vielen anderen Leuten aus einem anderen Haushalt treffen dürfen. (Inzwischen geht es in Italien genauso verrückt zu wie in Deutschland, in Österreich ist es noch schlimmer, und da lohnen sich Reisen in diese Länder nicht mehr). Die Kinder wurden pflichtmäßig gegen Masern geimpft, also mit einem sehr gut erforschten, lange bewährten, gut verträglichen Impfstoff gegen eine Krankheit, die wegen der Möglichkeit späterer Folge-Erkrankungen durch dasselbe Virus gefährlicher als Covid sein dürfte. Jede andere Impfung war freiwillig. Man riet älteren Menschen zur Grippe-Impfung, aber sie war nicht vorgeschrieben. Der Alltag war freiheitlich, also frei von unnötigen Regeln und Vorschriften, unabhängig von der Gleichschaltung der veröffentlichten Meinung zu bestimmten Themen.
    Und eben das hat sich geändert. Zuerst reagierten die Politiker gar nicht auf Covid, dann wiegelten sie ab, aber seit dem März 2020 kapierten sie, das eine Pandemie die ideale Situation ist, um eine lange Reihe von Kontroll- und Überwachungsvorschriften zu installieren, die in einem freiheitlichen Land nicht mal denkbar wären. Wenn ich zur Friseurin, ins Schwimmbad oder in ein Café gehe, muss ich mein Smartphone mit dem digitalen Impfausweis vorzeigen! Noch dazu hat dieser Ausweis bald sein Ablaufdatum erreicht. Als ich mir im Juli die 2. Impfung, bzw. Gen-Therapie verpassen ließ, hieß es noch, sie sei ein Jahr lang gültig. Inzwischen wird die “Booster”-Impfung mit sehr viel Druck betrieben, und dass die Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck Bedenken gegenüber der Boosterei äußern, wird kaum noch beachtet. Noch im Juli behauptete der Covid-Politiker Lauterbach, eine Testpflicht, bei der die Getesteten die Tests selbst bezahlen müssten, wäre die Einführung einer Impfpflicht durch die Hintertür, und das dürfe es nicht geben. Im Oktober wurden die Tests für Ungeimpfte kostenpflichtig, und inzwischen ist die Impfpflicht im Gespräch. So wie ich das Regime kenne, werden seine politischen und medialen Machthaber bald nicht mehr über das Ob, sondern nur noch über das Wie sprechen. Wer sich an gemäßigtere Regeln und Politikersprüche erinnert, die zum Teil erst einige Monate alt sind, muss wohl ein verschwörungsschwurberischer (das Wort stammt von der Amadeu-Antonio-Stiftung) Rechtsextremer sein. Also, in dieser Atmosphäre wundert mich nicht, dass die Geimpften, denen man erzählt hat, sie seien ein Jahr lang geschützt, im gegenwärtigen Stand der Totalitarismus-Entwicklung schon nach 5 bis 6 Monaten zur nächsten Gen-Therapie antreten müssen.

    Gen-Therapien sind übrigens noch sehr neu, außer für bestimmte, hochspezialisierte Krebsbehandlungen und für zwei besondere Impfungen (gegen Ebola und gegen eine weitere, sehr gefährliche Fieberkrankheit) nicht ordentlich zugelassen, und vor Corona war es wörtlich undenkbar, mit einer Gen-Therapie über Gesunde (auch gesunde, alte Menschen) herzufallen. “Gesund” schließt für die ältere und alte Generation auch bestimmte Erkrankungen ein, wenn sie medikamentös gut eingestellt sind, z.B. Diabetes 2 oder Bluthochdruck. Aus derartigen Erkrankungen lässt sich keine Notsituation ableiten, in der es richtig ist, Menschen mit wenig erforschten Gen-Therapien zu behandeln, weil sie andernfalls mit Sicherheit sehr bald sterben würden.

    Trotzdem ist die Impfung für mich mit 60 etwas anderes für Sie mit 18. Außerdem ist einer meiner Schwäger chronisch krank, und Covid wäre für ihn wahrscheinlich lebensgefährlich. Vielleicht schützt es ihn ein bisschen, wenn außer ihm selbst auch seine Angehörigen geimpft sind.
    Aber insgesamt gesehen, ist das Geschwätz über die Gefährlichkeit der Ungeimpften absurd. Entweder wirkt die Impfung gut, und dann sind Geimpfte vor Ungeimpften geschützt. Oder sie wirkt schlecht bis gar nicht, und dann stecken Geimpfte einander genauso an wie die bösen Ungeimpften die Geimpften. Die ganze Hetze gegen die Ungeimpften hat nichts mit medizinischen Fakten oder Notwendigkeiten zu tun, abgesehen von Einzelfällen wie dem meines Schwagers, und dann kann man sich in der Familie darüber einig werden, was man macht.

    Diese Hetze soll unter anderem die berechtigte Wut der geimpften und ietzt verar…ten Menschen auf eine Gruppe lenken, die als Projektionsfläche gebraucht wird. Schon der “rechte Feind” der letzten 20 Jahre hat einiges von dieser Funktion erfüllt, konnte aber nicht zur allgegenwärtigen Gefahr aufgeblasen werden. Dafür gab und gibt es einfach zu wenige gewalttätige Rechtsextremisten im Deutschland des 21. Jahrhunderts, und eine parlamentarische, rechtsextreme Gefahr besteht auch nicht. Weder ist die AfD rechtsextrem, noch hat sie viel zu sagen. Man brauchte einen anderen Feind, je unsichtbarer und allgegenwärtiger, desto besser.

    Ein mäßig gefährliches Virus war optimal. Nicht so gefährlich, dass die Gesellschaft wegen einer plötzlich weit höheren Sterblichkeit und massenhaft schwerkranker Menschen zusammenbricht, aber auch nicht so harmlos, dass nach ein paar Wochen niemand mehr die Sache ernst nimmt. Und so kam es in vielen Ländern der Welt zur Coronerei als Premiere eines totalitären Systems.