Kopftuchproteste im Iran: Das Terrorregime bröckelt

Von MANUEL FREUND |Vor inzwischen fast zwei Jahren ging die Iranerin Vida Movahed auf die Straße, nahm ihr Kopftuch ab, band es an einen Stock und hielt diesen in die Luft. Hier in Deutschland ein Ereignis, das vermutlich keine Beachtung finden würde, anders jedoch im Iran, dem besten Freund unseres Landes, wenn man der Politik unserer Regierung und dem Handeln unseres Bundespräsidenten glaubt. Hier herrscht strikte Kopftuchpflicht, auch bei teilweise über 40 Grad Celsius müssen sich Frauen vollkommen bedecken und ein Kopftuch tragen. In Ländern wie dem Iran, aber auch Mali, dem Irak oder Jemen werden Frauen wie Menschen zweiter Klasse behandelt.


Nun zurück zu Vida Movahed. Nur kurz nach Abnahme des Kopftuches wurde sie verhaftet, jedoch sollten Folgeproteste nicht auf sich warten lassen. Auch sie selbst protestierte nach ihrer Freilassung weiter und wurde im November 2018 ein weiteres Mal verhaftet. Immer wieder stellen sich Frauen in die Innenstadt von Großstädten wie Teheran und nehmen ihr Kopftuch ab, teilweise in großen Gruppen. Sie posten Bilder auf sozialen Netzwerken und starten ganze Bewegungen. So wurden im Zusammenhang mit den Protesten inzwischen über 30 Frauen festgenommen, jedoch ist diese Zahl nichts gegen die Mengen an Kopftuchprotesten. Die Polizei berichtete, dass es unmöglich sei, jede Frau festzunehmen, die ihr Kopftuch abnehme, da die Massen an Demonstranten zu groß werden. Nun wurde die Urheberin der Protestwelle Movahed am 15. April zu einem Jahr Haft verurteilt, jedoch soll das Staatsoberhaupt des Irans, Ayatollah Ali Chamene’i, die Freiheitskämpferin begnadigt haben.

Die Verurteilung Movaheds war für die Protestbewegung allerding Eher Ansporn als Abschreckung. So gingen kurz nach der Verurteilung noch mehr Frauen auf dir Straße, um ihr Kopftuch abzunehmen. Den Frauen, die ihr unterdrückendes „Accessoire“ in der Öffentlichkeit abnahmen, war auch vor dem Exempel bewusst, dass sie sich durch ihre Proteste selbst gefährden. Jedoch wurde vielen Frauen, die sich ohnehin – zurecht – unterdrückt fühlen deutlich, dass sie durch ihre kleinen Taten viel bewirken können. Die neueren Demonstrantinnen berichten: Ihnen kamen solche Gesetze nur wie eine Festigung der Kultur vor. Sie haben nie etwas anderes kennengelernt und empfanden das Kopftuch auch weniger als störend. Durch die Verurteilung wurde ihnen allerdings bewusst, dass das Kopftuch doch nur ein Sinnbild für die Unterdrückung ist. Auch wenn es manchmal stört, benachteiligt es Frauen nur geringfügig. Vielmehr erinnert das Kopftuch eine Frau daran, dass sie nicht frei ist. Das Kopftuch zeigt: „Dieser Mensch darf kein Auto fahren“ oder „Die Aussage dieses Menschen hat vor Gericht weniger Relevanz“. Sein Ursprung? Es kennzeichnet Frauen im Islam als Besitz ihres Vaters oder Ehemannes.

Die Bilder von Frauen, die ihr Kopftuch an einen Stock binden und demonstrativ vor sich hertragen, sollten das Symbol der feministischen Bewegung sein. Doch ihnen wird durch die westlichen Feministen meist nur dröhnendes Schweigen entgegengebracht.

3 Antworten

  1. moneypenny sagt:

    Ja es ist immer wieder nicht zu fassen, wie diese sogenannten Frauenrechtler*Innen das unter einen Hut kriegen. Und dass die das nicht merken (wollen)…!

  2. DasLinkeParadox sagt:

    Wenn es nur dröhnendes Schweigen der Post-Feministen wäre, wäre schon shchlimm genug. Genaugegenommen legen sie aber ne gehörige Schippe drauf: Sie Schweigen nicht nur zum Leid ihrer muslimischen Schwesetern, sondern verheizen sie regelrecht für ihre eigene Agenda, indem sie für ihre BESITZER, den muslismischen Patriarchen, immer mehr und mehr Scharia-“Rechte” fordern. Um sich persönlich als “weltoffen und tolerant” zu feieren werden bewusst patriachlaische Strukturen seitens der sogenannten femistinnen bestärkt. Das Leid ihre ihrer muslimischen Schwestern, ist ihne schnurzegal, hauptsache diese überkandidelten Veräterinnen können sich als besonders “progressiv” feiern. Es gibt viel verlogene Widerlichkeiten der “Edlen und Guten”, aber dieser hemmungslose Verrat der Pseudo-Feministinnen ist der unangefochtene Spitzenreiter der Niedertracht. Was für erbärmliche “Kämpferinnen”!
    Terres des Femmes mal aussen vor! Hier finden sich unter den “Feministinnen” sogar noch echte Frauenrechtlerinnen!

  1. 19. April 2019

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