Kommunalwahlen in der Türkei: AKP verliert Istanbul und Ankara


Von Jan Schneider | Die Kommunalwahlen in der Türkei endeten mit einem Hoffnungsschimmer für die Opposition: Sowohl in der Metropole Istanbul, als auch in der Hauptstadt Ankara konnte die antikommunistisch-kemalistische Republikanische Volkspartei CHP Erdoğans AKP den Posten des Oberbürgermeisters abringen. Dies dürfte dem von seinen Anhängern ,,Reis” (Führer) genannten Präsidenten ebenso wenig gefallen wie knapp 60% der in Deutschland lebenden türkischen Wähler, welche ihn bei den letzten Wahlen unterstützten. Der Sieg in der Hauptstadt Ankara war für die CHP prognostiziert worden, Istanbul kommt etwas überraschend. Hier hatte CHP-Kandidat Ekrem Imanoğlu nur knapp 28000 Stimmmen Vorsprung. Der Sieg in Istanbul hat vor allem einen symbolischen Charakter, da Erdoğan hier geboren wurde und als Oberbürgermeister seine politische Karriere hier startete. Geht seine Karriere nun auch in Istanbul zu Ende?

Insgesamt bleibt die AKP stärkste Kragt und konnte knapp 1,5 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Kommunalwahl zulegen, liegt aber mit 44,3% unter dem Wert der jüngsten Wahlen seit dem Putschversuch. Die CHP legt ebenfalls zu und kommt auf 30,1% (+3.8). Die prokurdische HDP konnte in den Kurdengebieten im Osten des Landes zulegen und gewann 8 Bürgermeisterposten. Präsident Erdoğan kündigte an, HDP-Bürgermeister nicht anerkennen zu wollen. Außerdem sprachen die unterlegenen AKP-Kandidaten fast alle von Wahlbetrug. Insgesamt verrlor die AKP 9 Bürgermeisterposten, die CHP gewann 7 dazu und stellt auch in der drittgrößten Stadt der Türkei, Izmir, den Bürgermeister.

1 Antwort

  1. AA-WW sagt:

    Die Städte sind immer… anders als das Land. Bei uns leider meistens Links – in der Türkei mit der CHP mittlerweile einfach nur noch Hochburgen der Vernunft. Wunderbar, die Demokraten in der Türkei leben also noch.