Rettet das Weltklima vor grüner Heißluft!

Foto: Olaf Kosinky (via Wikipedia Commons, Lizenz CC BY-SA 3.0 DE)

Von Max Roland | Ich weiß nicht genau, wie die Pendlerpauschale funktioniert. Ich brauche sie auch nicht, weil ich momentan nur von meinem Bett zur Kaffeemaschine und wieder zurück pendle. In sofern habe ich auch erstmal kein Problem damit, wenn andere auch keinen Plan davon haben. Selbst Politiker müssen nämlich nicht alles wissen. Ganz ehrlich? Mir wäre es sogar sympathisch, wenn ein Politiker mal sagen würde „das ist nicht mein Fachgebiet, genau bin ich darüber nicht informiert.“ Bescheidenheit könnte man das fast nennen. 

Aber Bescheidenheit ist für Robert Habeck wohl keine Option. Na gut, ich wäre auch kein bescheidener Mensch, wenn ich im Alleingang die Demokratie nach Bayern gebracht hätte. Aber auch mit Politikern, die nicht bescheiden sind, hätte ich erstmal kein Problem. Es muss halt nur was hinter einer großen Klappe sein. Nur sprechen wir hier von den Grünen. Dass einer sich großspurig ins Fernsehen stellt und dabei peinlicherweise offenbart, keine Ahnung von dem zu haben, was er redet, ist bei den Grünen kein Einzelfall. Dort wird gerne erst geredet und bestenfalls erst danach gedacht. 

Annalena Baerbock, die zweite Vorsitzende der Grünen, war am Sonntag bei Anne Will und hat sich auch zur Pendlerpauschale geäußert. Dort behauptete sie, die Pendlerpauschale sei aufgrund verschiedener “Werbekostenfreisätze”, für Geringverdiener nicht so hoch in Ansatz zu bringen wie bei hohen Einkommen. Verstehe ich nicht. Annalena wohl auch nicht. Denn was haben „Werbekostenfreisätze“ mit Pendeln zu tun? Wenn man „Werbekostenfreisätze“ googelt, bekommt man kein einziges Ergebnis. 

Was könnte sie meinen?  Vielleicht den Werbungskosten-Pauschalbetrag, der jedem Arbeitnehmer zugebilligt wird. Als Werbungskosten können Dinge wie Bewerbungsfotos, Fahrten zum Bewerbungsgespräch oder Fortbildungen angerechnet werden. Der Pauschalbetrag beträgt 1.000 EUR. Die tatsächlichen Werbungskosten wirken sich daher steuerlich erst aus, soweit sie 1.000 EUR überschreiten.  Ob nun eine Alleinerziehende oder ein Manager 10.000 Entfernungskilometer in einem Jahr geltend macht; In beiden Fällen mindert sich das zu versteuernde Einkommen um 3.000 EUR. Dass die steuerliche Auswirkung unterschiedlich ist, liegt allein an der Steuerprogression und nicht an einer behaupteten steuerrechtlichen Benachteiligung von Geringverdienern. Denn aus geringerer Steuerbelastung folgert nunmal auch geringere Steuerentlastung. Das habe nicht ich so herausgefunden – wie auch, ich bin ein Opfer Rot-Grüner Schulpolitik –  sondern nur von einem Twitterer übernommen. 

Gut, also Baerbock hat weder die Begriffe drauf, noch weiß sie, was diese bedeuten,  und Habeck hat auch keine Ahnung. Was ist mit unserer Bundestagsvizepräsidentin, Claudia Roth? Nun. Die meinte zum Beispiel in einem berühmt-berüchtigten Fernsehauftritt, dass der Satz „ Auf Absatz 1 („politisch verfolgte genießen Asylrecht“) kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist“ nicht im Grundgesetz stehen würde. Davon war sie felsenfest überzeugt: „So ein Blödsinn! (…) 16a ist ein individuelles Grundrecht und dass muss jeder, das gehört den Menschen (…)“ sagte sie in Richtung von Alexander Kissler in einer Talkshow. Der hatte das Verbrechen begangen, das Grundgesetz korrekt zu zitieren. 

Gut, bei den Grünen kennt man weder das Steuerrecht, noch die Verfassung. Und mit Integration und Einwanderung kennt man sich auch nicht aus: Laut Frau Roth sind Deutschkenntnisse auf B1-Niveau ein „ziemlich hoher Level“. Mehr konnte sie nicht sagen, als Frank Plasberg sie bat, B1 mal zu erklären. Der Moderator konstatierte: „Halten wir fest, sie benutzen auch Fremdwörter, die sie nicht kennen“. 

„Keine Ahnung, aber davon ganz viel“ scheint irgendwie das Motto in der Grünen Parteizentrale zu sein. Erstmal reden, später denken – irgendwas wird sich schon sagen lassen, um das Umfragehoch zu halten und als coole, aktive, bewegte und bewegende Oppositionskraft rüberzukommen. Angst vor den ARD-Faktencheckern müssen die Grünen natürlich nicht haben – unter Genossen verrät man sich nicht. 

Da ich mir als junger Mensch Sorgen um meine Zukunft mache und nicht will, dass mir die Politiker diese wegnehmen, wie Greta sagt, möchte ich hiermit einen Vorschlag zur Rettung des Weltklimas machen. Wir sollten ernsthaft ein Talkshow- und Interviewverbot für Grüne erlassen. Dadurch könnten wir nicht nur soviel heiße Luft einsparen, dass wir die Klimakrise vielleicht sogar noch vor 2050 aufhalten könnten – sondern auch ein anderes Problem wirksam bekämpfen. Ich halte die globale Verblödung nämlich für viel gefährlicher als die globale Erwärmung.

1 Antwort

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Volle Zustimmung, ganz besonders zum letzten Satz!