Kasseler Regierungschef Lübcke erschossen

Von ELISA DAVID | Der Kasseler Regierungschef Walter Lübcke ist in der Nacht zu Sonntag tot an seinem Haus aufgefunden worden. Die Ermittler teilten am Montag mit, dass er an einer Schussverletzung gestorben sei und ermitteln wegen des Verdachts auf Tötung. Ermittlungsergebnisse deuten an, dass der Schuss aus einer Kleinwaffe aus nächster Nähe abgegeben wurde. Derzeit gibt es keinen Hinweis auf Suizid, eine Waffe wurde nicht gefunden. Der CDU-Politiker hatte zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel geleitet, das auf mittlerer Ebene eine Verwaltungsbehörde zwischen dem Land Hessen und seinen Gemeinden ist.

Für den Fall wurde eine Sonderkommission eingerichtet, der 20 Beamte angehören. Bei Bedarf werde man noch weitere Mitarbeiter berufen. Die Kasseler Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Tötung eingeleitet. Das Wohnhaus des verstorbenen Regierungspräsidenten wurde am Montag weiter von Einsatzkräften der Polizei komplett abgesperrt und überwacht.

Angeblich wurde das Mordopfer seit Jahren immer wieder, teils massiv, aus der rechten Szene bedroht, im Internet soll der Tod aus eben dieser Szenen bejubelt worden sein. In der Vergangenheit stand er bereits unter Polizeischutz. Im Jahr 2015 hatte seine Unterstützung für Flüchtlinge bundesweit Schlagzeilen gemacht. Er hatte damals bei einer Bürgerversammlung gesagt, dass alle, die diese Werte nicht vertreten, dieses Land jederzeit verlassen könne, „wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“ Nur stellt sich die Frage, warum die Rechtsextremisten dann vier Jahre gewartet haben sollten. Andere Stimmen behaupten, dass der Tod mit dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Wahl im letzten Jahr zusammen hängt, was ihn daran hinderte, Wahlversprechen nachzukommen. Die genauen Umstände seines Todes sind noch unklar.

1 Antwort

  1. 3. Juni 2019

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