Joe Biden ist zurück – Erdrutschsieg in South Carolina

Von Jan Schneider | Ex US-Vizepräsident Joe Biden ist bei den Vorwahlen der demokratischen Partei der Vereinigten Staaten ein Comeback gelungen. Der 77-jährige gewann knapp 48% der Stimmen und mit mindestens 35 Delegierten die absolute Mehrheit. Biden hat in seinem dritten Anlauf nach 1988 und 2008 also erstmals einen Staat gewonnen, und das, obwohl er nach schwachen Resultaten in den ersten drei Staaten am Boden lag. Deutlich hinter Joe Biden liegt Bernie Sanders auf Platz 2, welcher immer noch die meisten Delegiertenstimmen landesweit hat. Vor dem Super Tuesday am Dienstag, in dem über ein Drittel der Delegierten vergeben werden und in dem unter anderem die beiden größten Staaten Kalifornien und Texas wählen, holt Biden auf. Sanders liegt in den Umfragen immer noch vorne, doch Biden kommt zurück. Sollte es Obamas Vize noch gelingen, die Nominierung zu gewinnen, wäre das eines der größten Comebacks der Politgeschichte. Dennoch ist offen, ob der schwache Rhetoriker Biden gegen US-Präsident Trump im November bestehen könnte. Er ist vor allem im Süden des Landes stark, der eh Trump wählen wird. Dort leben besonders viele Afroamerikaner, die Biden bei den Vorwahlen bevorzugten. Doch auch Trump holt bei den Schwarzen auf; Minderheiten profitieren am meisten von seinen Wirtschaftsreformen. 

Während Biden jubeln konnte, war das Ergebnis für Pete Buttigieg und Elizabeth Waren ein Rückschlag. Beide gingen leer aus. Sollte Warren am Super Tuesday keinen einzigen Staat gewinnen, auch nicht ihren Heimatstaat Massachussetts, ist ihre Kampagne wohl beendet. Auch Buttigieg, Sieger von Iowa und momentan auf Platz 3 landesweit, hat nur geringe Chancen auf einen Sieg am Dienstag. Seine größte Sorge ist, dass sich moderate Wähler nun Biden anschließen, da ihm die besseren Chancen eingeräumt werden und er das Momentum mit bringt. 

Vorbei hingegen ist der Wahlkampf von Tom Steyer. Der Multimilionär steckte sehr viel Geld in den Staat und stand in Umfragen gut dar, doch nur 11% sind für ihn eine herbe Enttäuschung. Steyer kündigte an, eventuell für den Kongress zu kandideren. Sein Scheitern könnte eine Warnung an den nicht nur politisch ähnlich tickenden Mike Bloomberg sein, der erst am Super Tuesday ins Rennen stößt.

1 Antwort