Islamist verübt Anschlag in Berlin – wie Selbstbetrug unsere Straßen unsicher macht

Von Michal Kornblum | Der islamistische Anschlag am Dienstagabend in Berlin, bei dem ein 30-jähriger Iraker mit seinem Opel sechs Menschen teilweise schwer verletzte, war barbarisch, grausam und brutal. Was er jedoch nicht war, ist eine Überraschung. Die vulnerable Sicherheitslage in Deutschland ist kein Novum. Unsere maximal gegängelte Polizei, die wenig gesellschaftlichen Rückhalt erfährt, befindet sich permanent in der Bredouille. Handelt sie beim Fehlverhalten von z.B. „people of color“ konsequenterweise nach unseren Gesetzen, stehen schon Horden von Gutmenschen mit gezückten Handys bereit, um diesen Akt von brachialer Polizeigewalt zu filmen und zu veröffentlichen. Gerade in Berlin erfährt die Polizei auch von politischer Seite immer weniger Rückhalt wie mit dem kürzlich verabschiedeten Antidiskriminierungsgesetz. Wie bereits einige Attentäter vor ihm, war auch der Auto-Terrorist polizeilich bekannt und soll bereits vor Jahren den Mord vieler Menschen angedroht haben.

Auch zeigt dieser Anschlag die Gefahr des „neuen Terrorismus“. Es braucht keine Terrorzelle, keine hochausgebildeten und trainierten Kämpfer, keinen ausgeklügelten Plan oder ein großes Waffenarsenal. Es reicht, wenn ein Terrorist sich mit einem Alltagsgegenstand, der jedem zur Verfügung steht, bewaffnet und mit der Mission, möglichst viele Menschen zu töten, durch unsere Straßen zieht. Diese Realität vom „selfmade-Terroristen“ müssen wir endlich verstehen. Genau diese Entwicklung macht nämlich gute Polizeiarbeit noch wichtiger, damit terror- und gewaltaffine Personen frühzeitig auffallen. Der Attentäter von Berlin hat ein Auto und keine hochprofessionelle Kampfausrüstung als Waffe genutzt. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass jeder potentiell ein Attentäter sein kann.

Die Polizeiarbeit wird konsequent verhindert

Wenn nun aber sehr viele der Attentäter schon vor ihren Anschlägen polizeilich bekannt waren, warum muss es dann erst den großen Knall – zulasten von unbeteiligten und unschuldigen Menschen, die lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort sind – geben, bevor etwas passiert? Ich glaube nicht, dass unsere Polizisten so unerfahren und blauäugig sind, als dass sie eventuell gefährliche Personen nicht erkennen können; viel eher passt es nicht in den politischen Kanon unserer Zeit. Der geschmeidige und harmonische Kuschelkurs unserer Politik und Justiz soll davon ablenken, dass die Flüchtlingssituation völlig aus dem Ruder gelaufen ist und man den Überblick darüber, wer was in diesem Land treibt – zumindest bei betreffenden Personen – komplett verloren hat. Auch der Attentäter von Berlin war als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Man stelle sich nun vor, ein motivierter und engagierter Polizist hätte das Potential dieses Mannes im Vorfeld  erkannt und würde versuchen entsprechende Schritte einzuleiten. Der Shitstorm, der ausbrechen würde, würde den Ruf dieses Polizisten und seiner Familie im Speziellen und den Ruf der gesamten Polizei im Allgemeinen absolut degradieren. Racial Profiling, struktureller Rassismus, Nazi usw. wären die Stempel, die dieser Mensch und auch sein Ehepartner, Kinder etc. nicht mehr loswerden würden. Man wäre beruflich und sozial gebrandmarkt und zur inoffiziellen persona non grata erklärt. Bei diesen Aussichten finde ich es wenig verwunderlich, dass die Arbeitsweise unserer Polizei bei derartigen Ereignissen leider meist rückwirkend und nicht präventiv ist. Unsere Gesellschaft und Politik scheinen eher Anschläge und damit auch Verletzungen oder den Tod unschuldiger Menschen in Kauf zu nehmen, als nur in die Nähe des berühmt-berüchtigten Generalverdachts zu kommen; und das ist skandalös.

Wie immer in solchen Fällen wird aktuell eine psychische Ursache vermutet und geprüft, ob ein Haftbefehl überhaupt erfolgen kann. Dass Islamismus nahezu immer mit psychischen Problemen in Verbindung gebracht wird, ist ein weiterer zynischer Beweis, dass wir als Gesellschaft nicht in der Lage sind, die Realitäten anzuerkennen. Eine Verbindung des Islam oder Flüchtlingen mit Gewalt, sexuellen Verbrechen oder mit Terror? Da muss ein psychisches Problem im Spiel sein. So als sei dies ein Naturgesetz.
Natürlich ist das Augenwischerei und der klägliche Versuch jeglichen Kausalitäten oder Verantwortungen im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen. Dieser Selbstbetrug ändert aber nichts an den Tatsachen und verbessert auch nicht die Sicherheit auf deutschen Straßen.

Politische Maulkörbe machen Deutschland nicht sicherer

Die Politik verhält sich in Bezug auf diesen Anschlag in gewohnter Manier – wie auch sonst bei Angriffen außerhalb des rechten Spektrums – eher still. Genesungswünsche oder Solidaritätsbekundungen mit den Verletzten und ihren Familien sind bisher rar gesät.

Dabei haben sich Ihre Leben komplett verändert und werden ab jetzt in ein „davor“ und „danach“ eingeteilt sein. Ein Feuerwehrmann wollte nach seinem Dienst nach Hause fahren und seinen Feierabend genießen, andere waren vielleicht auf dem Weg zu Freunden oder fuhren gerade zur Arbeit. Menschen haben ihr normales Leben gelebt und wollten nur von einem Ort zum anderen fahren. Ein Unmensch war in der Lage innerhalb von Minuten das Leben von sechs Menschen, die verletzt wurden, Ihren Partnern, Kindern, Eltern und Freunden auf den Kopf zu stellen. Er kannte diese Menschen wahrscheinlich nicht, er wollte einfach, von religiösen hasserfüllten Ideologien geleitet, möglichst viel Schaden anrichten und töten. Die Verantwortung dafür liegt bei ihm, aber die Verantwortung dafür, dass er die Möglichkeit dazu hatte, liegt bei denen, die dieses Land so unsicher gemacht haben.

Politische Maulkörbe machen Deutschland jedenfalls nicht sicherer. Man muss ein Problem erkennen und benennen dürfen, bevor man es beheben kann. Eine Politik, die realitätsnah sein will, muss Wahrheiten akzeptieren und angehen und sich nicht mit Scheinproblemen beschäftigen. Aber vor allem braucht unsere Polizei mehr Rückendeckung, Respekt und Freiheiten. Denn sie ist es, die im Zweifelsfall zwischen uns und einem Attentäter steht.

2 Antworten

  1. nordseeschwalbe sagt:

    Es ist wirklich unfassbar, wie wenig über diesen Anschlag (selbst hier in Berlin!) berichtet wird!

  2. Max Media sagt:

    Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.
    Das Land wird politisch und medial nur noch durch Sprechblasen, Denkverbote und
    Möchtegernsichtweisen dirigiert.
    Die Wahrheit bleibt aussen vor, das große Versagen verhüllt.